„Carrera-Renntage“ in Schömberg: Spannende Motorsport-Atmosphäre in Bieselsberg

Viel Action spannende Motorsport-Atmosphäre gab es bei den „Carrera-Renntagen“ in Bieselsberg.
Günther WallburgMit den „Carrera-Renntagen“ zog von Donnerstag bis Samstag wieder echte Motorsport-Atmosphäre in das neue Gemeindehaus in Bieselsberg ein. Bereits zum sechsten Mal veranstaltete die evangelische Kirchengemeinde Schwarzenberg-Bieselsberg die „Bieselsberger Renntage“. Neu waren dieses Jahr die vorgeschalteten Trainingseinheiten.
Die Rennpiste war eine digitale „Slotcar-Bahn“, eine Rennbahn im Kleinformat, auf der mehrere Modellautos, sogenannte Slotcars gleichzeitig auf einer Spur fuhren, überholten und Spuren wechseln konnten. Sie bewegten sich nicht frei wie Spielzeugautos, sondern wurden in einem Schlitz (Slot) in der Bahn geführt. Der bekannteste Hersteller ist vermutlich Carrera, deshalb spricht man auch im Volksmund gerne von einer „Carrera-Bahn“. Dank individuell einstellbarer Geschwindigkeiten eignet sich die Bahn sowohl für Kinder ab acht Jahren als auch für Erwachsene und erfahrene Rennfahrer. Gemeinsames Erlebnis also für Jung und Alt. Entsprechend hoch war der Anteil der Familien am Wochenende.

Das Rennteam: Tobias Götz (von links) und Ralf Maurer
Foto: Günther WallburgWie beim echten Rennsport, nur eben ohne dröhnende Motorengeräusche und kraftstoffgeschwängerte Umgebungsluft, aber mit originalgetreuen Fahrzeugen aus Rennsport-Ikonen mit modernster Digitaltechnik und freier Fahrzeugwahl auf der Spur, brachten die Rennen drei Tage lang echtes Motorsport-Feeling ins neue Gemeindehaus und machten jedes Duell zum persönlichen Highlight.
Abwechslungsreiches und realistisches Rennerlebnis
Man fährt gegeneinander, kämpft um jede Kurve und versucht, nicht aus der Bahn zu fliegen. Ob spektakuläre Spurwechsel, spannende Überholmanöver oder clevere Taktik in engen Kurven – mit bis zu sechs Fahrzeugen gleichzeitig pro Rennen auf zwei Spuren und einer gesamten Bahnlänge von knapp 34 Metern war viel Action in Bieselsberg angesagt. Steilkurve, Brücken und Engstellen waren zu meistern. Fahrspaß und Präzision, Adrenalin und Kontrolle für große und kleine Racing-Fans waren garantiert.
Im Gegensatz zu analogen Autorennbahnen bieten digitale Rennbahnen technisch mehr Möglichkeiten, wie den Profis zu entnehmen war. Spurwechsel erfolgen mittels Knopfdruck, individuell codierte Fahrzeuge und zahlreiche digitale Funktionen sorgen für ein abwechslungsreiches und realistisches Rennerlebnis, ohne große Umbauten an der Strecke. Mit Rennbahnen aus Kindertagen hat das nicht mehr viel zu tun. Es geht um tausendstel Sekunden. Obwohl die Autos klein sind, wirken sie extrem schnell. Ein Auto im Maßstab 1:32, wie hier in Bieselsberg verwendet, bei 40 Kilometern pro Stunde (km/h) entspricht umgerechnet über 120 km/h im Originalmaßstab. Auf langen Geraden fliegen die Fahrzeuge regelrecht.
Training auf der Carrera-Bahn für Kinder und Jugendliche
Am Donnerstag- und Freitagnachmittag begann der Rennspaß mit einem „freien Training“ für Kinder und Jugendliche. Das Training bot Kindern ab acht Jahren und Jugendlichen die Gelegenheit, ohne besonderen Renndruck übungsweise erst einmal einige Runden zu drehen. Mit einem Trainingsticket für fünf Euro konnte man beliebig oft fahren.

Die vielen Zuschauer wurden stets über die aktuellen Bestzeiten informiert.
Foto: Günther WallburgDie nächste Wettbewerbsetappe, das „offene Rennen“, startete dann am Samstag ab 13 Uhr. Pro Ticket, das für Erwachsene ebenso fünf Euro kostete und von Jugendlichen sowie Kindern ab acht Jahren für die Hälfte erworben werden konnte, durfte man pro Ticket jetzt nur noch sechs Minuten fahren.
Kinder, Jugendlich und Erwachsenen fahren eigene Rennen
Ab 17 Uhr begann das große Finale mit den bis dahin schnellsten Fahrern. Die schnellsten Runden der einzelnen Fahrer wurden vorher in einer Ergebnisliste festgehalten. Die Besten qualifizierten sich für eines der drei Finalrennen, die beim Finale am Abend ausgetragen wurden. Für Kinder (acht bis zwölf Jahre), Jugendliche (13 bis 17 Jahre) und Erwachsene gab es je eine Wertung. Insgesamt wurden 132 Qualifikationsfahrten absolviert. Die ersten drei Plätze wurden jeweils mit einem Pokal ausgezeichnet.
Eine Anmeldung war nicht erforderlich. Wer jedoch Wartezeiten vermeiden und einen sicheren Startplatz haben wollte, war gut beraten, sich vorher bei Tobias Götz Kirchengemeinderat und Eigentümer der Bahn anzumelden. Zusammen mit Ralf Maurer, der die technische Rennleitung übernahm, organisierten die beiden die drei turbulenten Tage. Die Zuschauer konnten die Ergebnisse auf Großbildschirmen verfolgen.
Jede Menge Zuschauer an der Strecke
Beim „Racing-Cup“, dem letzten Etappenereignis ab 19 Uhr ging es dann um Alles. 18 Startplätze standen zur Verfügung. Das Mindestalter war hier 14 Jahre. Hierfür musste man sich verbindlich anmelden. Ein Ticket für Erwachsene kostete 20 Euro und für Jugendliche zwölf Euro. Wichtige Bedingung außerdem: Jeder fuhr mit jedem Auto. Die jeweils schnellsten Runden wurden addiert und die Gesamtzeit in der Ergebnisliste geführt.
Die Zuschauer, zeitweise waren kaum mehr Stehplätze vorhanden, konnten das Renngeschehen direkt an der Strecke verfolgen. In Kurven brauchte man besonders viel Feingefühl. Zu viel Gas bedeutete unweigerlich den Abflug.
Am Samstag wurde in der „Boxengasse“ auch bewirtet. Neben Currywurst mit Pommes gab es Kaffee und selbst gebackene Kuchen. Ein großartiges Familienfest mit viel Unterhaltungscharakter. Das Ganze für einen guten Zweck. Das Geld fließt in das neue Gemeindehaus.