Bürgermeister-Kandidat Neubulach
: André Wichert: „Großer Freund von Partizipation“

Am 12. Juli wählt Neubulach einen neuen Rathauschef. André Wichert ist der zweite Bewerber. Der Leiter der Jugendsozialarbeit erzählt, was ihn antreibt.
Von
Lena Knöller
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

André Wichert bewirbt sich als Bürgermeister von Neubulach.

Wichert

Er ist kein Unbekannter in Neubulach: André Wichert leitet seit drei Jahren die Jugendsozialarbeit und will bald noch mehr Verantwortung übernehmen. Der 31-Jährige hat jetzt seinen Hut in den Ring geworfen. Für ihn steht fest: Er möchte nicht einfach irgendwo Bürgermeister werden, „sondern Bürgermeister in Neubulach“ – denn „ich fühle mich hier wohl“. Sein Antrieb sind die Menschen selbst, wie er erzählt. Er habe tagtäglich mit Kindern, Jugendlichen, Familien, Vereinen, Unternehmen und der Verwaltung zu tun, so dass er aus voller Überzeugung sagen könne: „Es macht mir richtig Spaß hier zu arbeiten.“

Wichert ist im Wildberger Stadtteil Effringen aufgewachsen. Er hat das Bachelor-Studium Sportmanagement absolviert und war anschließend zehn Jahre in der Nagolder Gemeinschaftsschule tätig, sieben davon als stellvertretender Leiter der Ganztagsbetreuung. Seit 2023 liegt die Jugendsozialarbeit in Neubulach federführend in seiner Hand. Zudem macht der 31-Jährige derzeit ein Fernstudium zur Fachkraft für Medienpädagogik, das er im Juli abschließt.

Schülercafé, Sommercamp und vieles mehr

In den drei Jahren, in denen sich Wichert um die Ganztagsbetreuung, das Jugendhaus und die Ferienbetreuung kümmert, ist „unheimlich viel gewachsen“. Das Schülercafé, verlängerte Öffnungszeiten des Jugendhauses, das Sommercamp – „wir haben das Portfolio ausgeweitet, ohne den Haushalt der Stadt zu belasten“, sagt der Bürgermeister-Kandidat. Auch auf den Anspruch auf Ganztagsbetreuung, der ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt, habe er sich mit seinem Team „quantitativ und qualitativ vorbereitet“.

Als Leiter der Jugendsozialarbeit ist Wichert „sehr nah an den Bürgern“. Er kooperiere mit Vereinen sowie Unternehmen und sei im ständigen Austausch mit der Stadtverwaltung. Daher kenne er bereits Strukturen im Neubulacher Rathaus und schätze die Zusammenarbeit mit den Rathausmitarbeitern sehr. Als Bürgermeister hätte er deshalb nur eine kurze Eingewöhnungsphase und könnte, wie er sagt, „sofort unterstützen“, da durch die längere Krankheitsphase der amtierenden Bürgermeisterin sicherlich vieles liegengeblieben sei.

Fördermittel: „Ein Zeitaufwand, der sich lohnt“

Den Kommunen werden immer mehr Pflichtaufgaben von Bund und Ländern übergestülpt, sagt Wichert. Umso wichtiger sei es, als Bürgermeister aktiv Fördermittel einzuholen. „Das ist ein Zeitaufwand, der sich lohnt“, sagt der 31-Jährige, der sich auch in seiner jetzigen Tätigkeit immer wieder um die Gewinnung verschiedener Fördermittel kümmere. Als Rathauschef würde er außerdem ein verlässlicher Ansprechpartner für Unternehmen sein wollen, um pragmatische Lösungen zu finden. Der Bewerber möchte sich weiterhin für ein familienfreundliches Neubulach einsetzen und sich, falls er gewählt wird, nicht einfach auf den bereits positiven Betreuungsangeboten ausruhen, denn „Stillstand ist Rückstand“.

Der Kandidat ist, wie er selbst sagt, „ein großer Freund von Partizipation“. Aus diesem Grund liege ihm der Austausch mit Jung und Alt am Herzen. Er will nicht nur Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben, sondern auch den älteren Neubulachern. Denn „alt werden in Neubulach soll ohne große Hürde möglich sein“. Deshalb möchte er „herausfinden, wo der Schuh drückt“ und, was es etwa in Bezug auf barrierefreie Infrastrukturen und medizinische Grundversorgung zu tun gibt.

„Führungsqualität, Grundwerte und gute Haltung“

Aus seinem bisherigen beruflichen Werdegang könnte Wichert als Bürgermeister profitieren, da ist er sicher. Es komme „nicht nur auf das Verwaltungs-Know-how an, sondern auch auf Führungsqualität, Grundwerte und eine gute Haltung“. Durch seine Tätigkeit habe er aber dennoch immer wieder Einblicke in die Verwaltungsarbeit und durch sein Studium auch Kenntnisse in Rechnungswesen, Personalmanagement und Recht. Die Vereinsstruktur in Neubulach liege Wichert am Herzen und auch hier könnte er, etwa bei der Fördermittelgewinnung, von seinem Studium im Sportbereich profitieren. Auch privat habe ihn Sport lange begleitet, so war Wichert jahrelang Fußballtrainer beim VFL Herrenberg und VFL Nagold.

Jetzt hat er ein neues Ehrenamt: Seit Herbst 2025 ist er stellvertretender Vorsitzender des Kreisjugendrings Calw und jüngst zum Vorsitzenden gewählt worden. Wichert ist kein Parteimitglied.

Der Termin für die Bürgermeisterwahl in Neubulach ist für Sonntag, 12. Juli, angesetzt. Die Amtszeit von Amtsinhaberin Petra Schupp endet am 30. Juni. Schupp hatte vor Kurzem nach längerem Ausfall aus gesundheitlichen Gründen ihren Rücktritt erklärt.

CW-News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Calw Montag bis Samstag im kompakten Überblick.