Beratung im Kreis Calw
: Warum herrscht bei der Energieagentur Funkstille?

Wenn es ums Thema Wohnen und Energie geht, gibt es im Kreis Calw für Bürger eine zentrale Anlaufstelle, um eine kostenlose Beratung zu buchen. Doch die ist unbesetzt. Noch.
Von
Verena Parage
Oberndorf
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Momentan nicht besetzt: die Energieagentur im Kreis Calw. Doch das soll sich nun ändern.

Rolf Vennenbernd/dpa

Wer ein Haus hat oder baut, kommt schnell zu der Frage: Wie erneuerbare Energien nutzen? Wie heizen? Und lohnt sich eine energetische Sanierung?

Wenn es ums Thema Wohnen und Energie geht, ist die Energieagentur Agentur Kreis Calw seit dem Jahr 2009 der erste Ansprechpartner für Kreisbewohner. Organisiert als Verein, haben sich dort Handwerker und Sachverständige als Berater zusammengeschlossen. Vor allem dank der bisherigen Förderung des Landkreises, konnten sich Bürger in einer kostenlosen Erstberatung informieren lassen.

Dieses Angebot wird offenbar gut angenommen: Erst vor gut einem Monat berichtete Vereinsvorsitzender Joachim Bley in der Sitzungs des Umweltausschusses des Kreistags, dass die Berater dabei in allen Kommunen des Landkreises unterwegs sind.

Und dennoch hakt es offenbar bei der Agentur. Denn auf die Berichterstattung unserer Redaktion hin, meldete sich ein Kreisbewohner in einem Leserbrief zu Wort.

Kreisbewohner beklagt „absolute Funkstille“

„Seit einigen Wochen versuche ich jeden Tag, sämtliche Kontaktaufnahmen zu bedienen“, schrieb Helmut Luckert aus Nagold. „Leider alles vergeblich.“ Das Telefon nehme niemand ab, auf Mails reagiere auch keiner. „Absolute Funkstille.“ Luckert fragte sich daraufhin, ob es die Energieagentur etwa nur noch auf dem Papier beziehungsweise im Internet gibt.

Solche Beschwerden oder Anfragen haben auch das Landratsamt erreicht, informiert Pressesprecherin Mara Müssle auf Nachfrage. Während die Energieagentur früher montag- bis freitagvormittags besetzt war, ist dies seit Mitte 2024 nicht mehr der Fall. Grund: der krankheitsbedingte Ausfall der Geschäftsstellenleiterin. „Dies hatte zur Folge, dass auch die Koordinationsstelle für die Anfragen für die kostenlosen Erstberatungen weggefallen ist“, erklärt Müssle in Absprache mit der Fachabteilung.

Durch die neue Förderung ist Einstellung möglich

Erstberatungen hätten dennoch stattgefunden – weil die Berater über die Agentur-Seite direkt kontaktiert werden können. Das berichtet auch Joachim Bley. Die Energieagentur lebt ohnehin vom ehrenamtlichen Engagement. Das ging weiter, so wie der Vorsitzende es beschreibt. „Aber die zentrale Verteilerstelle ist nicht besetzt“ – und damit der einzige bezahlte Posten. Die bisherige Geschäftsstellenleiterin stehe aufgrund von Krankheit auch nicht mehr zur Verfügung. Sie war von Anfang an, seit 2009, mit dabei.

Nun aber tut sich etwas: Mit der Sitzung des Umweltausschuss ist auch klar, dass die Finanzierung der Energieagentur gesichert ist: Statt vor allem der Landkreis wird nun das Land die Energieagentur fördern. So steigt das Budget von bisher 100 000 Euro auf 330 000 Euro, wie es in der Sitzung Ende Juni hieß.

Für Joachim Bley bedeutet dies: Er kann einen Mitarbeiter einstellen. „Ich bin gerade dabei, einen neuen Geschäftsführer zu finden“, berichtet der Vereinsvorsitzende. „Eine Lösung ist in Sicht.“

Dann wird auch das Büro wieder feste Zeiten haben, in denen es erreichbar ist, erläutert Mara Müssle. Und: „Zukünftig soll es wieder feste Beratungstage in den Kommunen geben. Dies war vor Corona bereits der Fall und wurde sehr gut von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen.“

Bis es so weit ist, lautet die Empfehlung von Joachim Bley, sich einfach direkt an einen Berater zu wenden.

Weitere Informationen gibt es unter www.energieagentur-calw.de. Unter dem Reiter „Energieberatung“ findet sich die Liste mit Beratern.

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