Ausstellung in Wildberg: Düstere Innenleben und farbenfrohe Knetbilder

„Was mich bewegt“ heißt eine Kategorie der Ausstellung.
JansenRund 150 Kunstwerke sind seit vergangener Woche im Rathaus zu bewundern. Erstellt wurden sie von etwa 150 jungen Künstlern und Künstlerinnen von vier bis 17 Jahren der Jugendkunstschule Oberes Nagoldtal. Bei der Vernissage zu „Wildberg... in Bewegung“ wurden die Ausstellungsstücke, die sich alle mit „Bewegung“ beschäftigen, direkt in Betracht genommen.
Wie vielseitig das Wort „Bewegung“ ist, wird in der Ausstellung deutlich. Da gibt es tänzerische Gestalten, kleine Holzsegelboote und witzig gestaltete Pantoffeln.
Aber auch das Thema „Was mich bewegt“ wurde aufgegriffen. Diese Bilder und Kunstwerke wirken im Vergleich zu anderen eher düster, detailgetreue Studien von schmerzhaft verzerrten, schreienden Gesichtern reihen sich an ein zerrissenes Gesicht, das das Innenleben des Kopfes offenlegt – Spielen, eine Atompilz und ein Regenbogen sind darunter.
Drahtskulpturen von Körperteilen zeigen bei „Skulpturen in Bewegung einzelne Körperteile. Besonders auffällig und aussagekräftig ist ein Drahttorso, in dem sich ein Herz aus Geldstücken befindet.
Sehr viel farbenfroher geht es im Bereich „Knete auf Abenteuerreise“ zu. Mit Knete wurden kunterbunte Bilder gestaltet – darunter ein farbenfroher Sonnenuntergang an der Nordsee, eine vielfarbige Eule vor einem aus dunkleren Farben zusammengesetzten Nachthimmel und eine Sonne im Abendrot.
Das Meer in Bewegung, mit seinen Wellen, Stürmen und Schiffen beschäftigt eine ganze Gruppe von Bildern. Da ist zudem ein kleiner Trickfilm entstanden. Der kann über einen QR-Code abgerufen und auf dem Handy direkt angeschaut werden.
Regenbogenfisch schwimmt im Rathaus
„In allen Farben“ ist schon vom Namen her kunterbunt – doch auch hier ist das Thema Wasser vertreten. Ein gebastelter Seerosenteich bedeckt einen Teil der Wand, auf einem Bild schwimmt der bunt schillernde Regenbogenfisch.
Paradox wirkt der Bereich „bewegte Ruhe“ vom Namen her – doch beim Betrachten erschließt sich der Gedanke dahinter sofort. Hier haben kleine Künstler und Künstlerinnen etwa Schnecken gemalt oder friedlich grasende Schafe. Sie bewegen sich – doch gemächlich. Passenderweise hängen diese Bilder im Wartebereich des Rathauses.
Was wäre Wildberg ohne seine Schafe? Die sind bei der Ausstellung ebenfalls zu ihrem Recht gekommen. Als Filzkunstwerke hängen die Schafporträts im Flur, fantasievoll frisiert.
Mehrere Tage hat der Aufbau gedauert. „Das war ein tolles Spektakel zu erleben, wie die Ausstellung aufgebaut wird“, sagte Bürgermeister Ulrich Bünger bei der Vernissage. Zwischen etlichen Kartons habe es am Anfang nicht so gewirkt, als würde da etwas Strukturiertes entstehen. „Es ist superklasse, was daraus geworden ist“, zeigt er sich begeistert.
„Jede Arbeit erzählt ihre eigene Geschichte“
Er betonte die Wichtigkeit der Volkshochschule, zu der die Jugendkunstschule gehört. Diese wird freiwillig besucht und die Eltern, die ihre Kinder dorthin schicken, eröffneten diesen die Möglichkeit, sich zu bilden und ihre Fantasie auszuleben. Denn die Werke sind hochindividuell: „Jede Arbeit erzählt seine eigene Geschichte“, sagt die Leiterin der Jugendkunstschule, Kimberly Miling.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist bis zum 18. Juli zu sehen. Die Öffnungszeiten des Rathauses sind Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr, dienstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr.