Anspruch für Erstklässler
: Kann Altensteig die Ganztag-Betreuung stemmen?

Der Anspruch auf Ganztagesbetreuung für Erstklässler rückt näher. Im Gemeinderat Altensteig wurde nun besprochen, wie es darum in der Flößerstadt bestellt ist.
Von
Wiebke Jansen
Oberndorf
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Erstklässler haben bald einen Ganztag-Betreuungsanspruch.

Uwe Anspach/dpa

Ab kommenden Schuljahr gibt es einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagesbetreuung für alle Erstklässler, fünf Tage die Woche, täglich acht Stunden. Auch in Altensteig ging es nun darum, wie das gewährleistet wird.

Fest steht: „Wir starten mit einer sehr guten Ausgangsposition“, meinte Hauptamtsleiter Thomas Bräuning in der Gemeinderatssitzung. So habe die Markgrafenschule schon von vorne herein ein entsprechendes Angebot, auch an der Grundschule Walddorf gibt es ein Ganztagesangebot. Ferienbetreuung gibt es bereits im Jugendhaus. „Die Teams stehen schon“, meinte Bräuning.

Mit dem Angebot an der Markgrafenschule ist die Stadt schon ganz gut aufgestellt.

Foto: Jansen

Die Betreuungsmöglichkeiten sind in Modulen eingeteilt. Neu hinzu kommt das Modul „Freitag plus“ von 12.45 bis 15 Uhr an Freitagen in der Markgrafenschule und in Walddorf, damit fünf Tage die Woche Betreuung gewährleistet ist und auch freitags acht Stunden – von sieben bis 15 Uhr – betreut werden kann.

Räumliche Voraussetzungen werden geschaffen

Finanziell möchte die Stadt öffentlich-rechtliche Vereinbarungen mit den Nachbarkommunen treffen, damit die Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden. Als Schlüssel ist angedacht, die Anteile nach Einwohnerzahl und nach tatsächlicher Nutzung der Angebote zu berechnen.

Mit der Ganztagesbetreuung braucht es natürlich auch die räumlichen Voraussetzungen. „Was das bauliche angeht ist das ja auch in den Sanierungen – etwa bei der Markgrafenschule – das große Thema“, meinte Bräuning. Die Markgrafenschule soll in diesem Jahr als eines der großen Projekte saniert werden.

Stadträtin Bertram-Schuler freute sich, dass die Voraussetzungen schon so gut seien. „Wir sind einfach schon im Vorfeld gut aufgestellt gewesen für die Ganztagesschule“, meinte sie. Es handle sich auch nicht um „Kinderverwahrung“, sondern um ein solides Bildungsangebot aus AGs und Hausaufgabenbetreuung. Auch sie sprach sich dafür aus, die benachbarten Kommunen mit in die Pflicht zu nehmen.

Müller: Kooperation könnte finanziell entlasten

Auch Stadtrat Fabian Müller erklärte, dass auf der Personalseite sehr gut vorgelegt worden sei, nun müsse baulich nachgezogen werden. Auch die Kooperation mit anderen Kommunen sei wichtig, betonte er. Das könne auch in anderen Bereichen für Entlastung sorgen und die steigenden Kosten ein Stück weit abzufedern, meinte er mit Blick auf die düsteren Zeiten, die sich im Haushalt abzeichnen.

Stadtrat Marcus Lotzin fragte, wie 15 Uhr zustande käme, der Arbeitstag ginge für gewöhnlich länger. Bräuning erläuterte, dass es bislang gar keine Betreuung am Freitagnachmittag gebe. Für die Betreuung sei auch entsprechend ausreichend Personal notwendig, auch für die zusätzlichen Zeiten.

Das ließ bei Stadtrat Albrecht Joos die Frage aufkommen, ob es personell überhaupt machbar sei. Bräuning zeigte sich dabei grundsätzlich positiv. Die Stadt habe ein großes Team an Kräften, auch in Teilzeit. Zudem gebe es FSJler und Auszubildende. „Insofern gehen wir davon aus, dass wir es personell hinkriegen“, meinte er.

Der Gemeinderat verabschiedete die Ganztagespläne einstimmig.

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