Achtung, Infektionsgefahr!: In Althengstett starb ein Feldhase an Tularämie – was jetzt jeder wissen sollte

Ein tot aufgefundener Feldhase in Althengstett starb an der sogeannten Hasenpest (Symbolfoto).
Patrick Pleul/dpa- In Althengstett wurde ein toter Feldhase mit Tularämie gefunden – die Gemeinde warnt.
- Tularämie ist eine bakterielle Zoonose mit Fieber, Lymphknotenschwellungen und Schüttelfrost.
- Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Tieren, kontaminiertes Wasser oder Insektenstiche.
- In Europa sind Todesfälle selten, Antibiotika helfen bei frühzeitiger Behandlung.
- Gemeinde rät: Hunde anleinen, keine Kadaver anfassen, Funde melden und Fleisch gut durchgaren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Spätestens seit der Corona-Pandemie haben Zoonosen – Krankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können – eine gewisse Berühmtheit erlangt.
Tularämie ist eine dieser Zoonosen. Eine durch Bakterien verursachte Infektion, die auch Hasenpest, Lemming- oder Hirschfliegenfieber genannt wird.
Im Bereich der Bergstraße in Althengstett wurde nun unlängst ein toter Feldhase gefunden, der an Tularämie starb. Das gibt die Gemeinde auf ihrer Internetseite bekannt. Dort warnt die Verwaltung auch vor möglichen Gefahren.
Wir geben einen Überblick.
Wie gefährlich ist Tularämie für Menschen?
Tularämie kann sich auf viele verschiedene Arten äußern, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage.
Neben den allgemeinen Symptomen einer akuten Infektion – Fieber, Lymphknotenschwellungen, Schüttelfrost, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen – können weitere Beschwerden hinzukommen.
Abhängig davon, wie die Erreger in den Organismus gelangen, sind demnach auch Bindehautentzündungen, offene Hautstellen, Magen-Darm-Beschwerden, Husten, Brustschmerzen, Atemstörungen oder Atemnot möglich.
Während eine Subspezies des Erregers, die nur in Nordamerika vorkommt, laut RKI unbehandelt in bis zu 60 Prozent der Fälle zum Tod führt, sind die in Europa verbreiteten Bakterien deutlich ungefährlicher. Todesfälle seien hierzulande, selbst ohne Behandlung, sehr selten.
Wie können Menschen sich anstecken?
Tularämie-Erreger können Kleinsäugetiere wie Hasen, Kaninchen und Mäuse, aber auch andere Wild- sowie Haustiere befallen. In Deutschland gilt nach Angaben des RKI der Feldhase als eine Hauptquelle der Übertragung.
Darüber hinaus wurden die Bakterien bei Zecken, Bremsen, Mücken, Vögeln und Amphibien sowie in Wasser und Erde nachgewiesen.
Menschen können sich über kontaminiertes Wasser, kontaminiertes Fleisch oder auch über kontaminiertes Getreide (verunreinigt mit Mäusekot) anstecken.
Weitere mögliche Übertragungswege sind Haut- oder Schleimhautkontakt mit infizierten Tieren oder Kadavern, Kratz- oder Bisswunden, Stiche von Zecken oder Mücken sowie das Einatmen von erregerhaltigem Staub.
Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bislang nicht bekannt, aber auch nicht sicher auszuschließen.
Wie sieht eine Behandlung gegen Tularämie aus?
Behandelt wird die Hasenpest mit Antibiotika. Um einen schweren Krankheitsverlauf zu vermeiden, ist eine frühzeitige Therapie entscheidend.
Wie viele Fälle von Tularämie gibt es pro Jahr?
Laut RKI sei in Deutschland seit einigen Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar, es könne aber schlicht mit einem stärkeren Bewusstsein für die Krankheit und vermehrter Diagnostik zusammenhängen.
Seit 2020 seien in Deutschland jährlich zwischen 65 und 214 Fälle gemeldet worden.
Zum Vergleich: Nach Angaben des RKI habe eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung jährlich zwischen 240.000 (im Jahr 2010) und 312.000 (2018) Fälle der von Zecken verursachten Lyme-Borreliose registriert.
Wie lässt sich eine Infektion vermeiden?
Die Gemeinde Althengstett rät aktuell, Hunde an der Leine zu lassen und tote Wildtiere auf keinen Fall anzufassen, sondern diese umgehend einem Jäger oder den Behörden zu melden.
Das RKI empfiehlt zum Schutz vor einer Infektion darüber hinaus, das Fleisch von Hasen und Kaninchen nur gut durchgegart zu verzehren.
In Gegenden, in denen Tularämie aufgetreten sei, solle Oberflächen- und Brunnenwasser zudem vor dem Trinken abgekocht werden.

