Zollern-Alb-Bahn
: Gleise wegen Sommerhitze beschädigt – Fahrplan angepasst

Verlässlichere Zugverbindungen, aber eine längere Reisedauer. Bahnpendler, die die Verbindungen auf der Zollern-Alb-Bahn zwischen Stuttgart und Aulendorf nutzen, müssen sich ab Montag, 19. Oktober, auf einen neuen Fahrplan einstellen.
Von
Benjamin Roth
Zollernalbkreis
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Auf einer Anzeigetafel im Bahnhof steht „Zug fällt aus“

„Zug fällt aus“: Dieser Hinweis soll ab kommenden Montag, 19. Oktober, auf der Zollern-Alb-Bahn nicht mehr so häufig zu lesen sein wie zuletzt.

Daniel Reinhardt/dpa-tmn/dpa
  • Angepasster Fahrplan ab Montag, 19. Oktober, wegen hitzebedingter Gleisschäden zwischen Albstadt-Laufen und Mössingen.
  • RE 6a wird in Sigmaringen gebrochen – Umstieg auf RB für Weiterfahrt nach Aulendorf.
  • Zwischen Tübingen und Sigmaringen längere Fahrzeiten: plus ca. 25 Minuten im Regionalexpress.
  • RB 66 fährt mit leicht veränderten Zeiten, einzelne Verdichterzüge am Nachmittag entfallen.
  • Sanierung mit Stopfarbeiten läuft, Abschluss für Abschnitt Laufen–Mössingen bis Ende November/Anfang Dezember geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bahnpendler, die die Verbindungen auf der Zollern-Alb-Bahn zwischen Stuttgart und Aulendorf nutzen, sind – was Verspätungen und Zugausfälle angeht – seit Jahren leidgeprüft. Zuletzt erreicht die Unzuverlässigkeit der Bahnverbindungen des Regionalexpresses RE6a von DB Regio und der Regionalbahn RB 66 der SWEG ein neues Level.

Für einen stabileren Betrieb auf der Zollern-Alb-Bahn haben die beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen (DB Regio und SWEG), die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und der Infrastrukturbetreiber DB InfraGO nun kurzfristig einen angepassten Fahrplan entwickelt. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Die derzeitige Unzuverlässigkeit der Bahnverbindungen zwischen Stuttgart und Aulendorf erklären die beteiligten Unternehmen mit mehreren Schäden an der Infrastruktur, die ein abschnittsweises Fahren mit verminderter Geschwindigkeit erforderlich machen.

Sommerhitze beschädigt Bahngleise

Auf Nachfrage unserer Redaktion konkretisiert eine DB-Sprecherin: „Die Bahnstrecke der Zollern-Alb-Bahn ist im Bereich zwischen Albstadt-Laufen und Mössingen an verschiedenen Stellen durch die Sommerhitze beschädigt worden. In den betroffenen Bereichen fahren die Züge aktuell vorübergehend langsamer.“ Und weiter: „Infolge der niedrigeren Geschwindigkeiten ergeben sich längere Fahrzeiten auf den Verbindungen und dadurch zum Teil auch unterbrochene Reiseketten.“ Auf der eingleisigen Strecke, so die Sprecherin, übertragen sich Verspätungen auch auf den Gegenzug, wenn dieser in einem Bahnhof nicht pünktlich auf dem Nachbargleis vorbeifahren kann.

Der vorübergehend angepasste Fahrplan tritt bereits ab Montag, 19. Oktober, in Kraft und wird bis zum großen Fahrplanwechsel bis einschließlich 12. Dezember gelten. Das bedeutet für die Fahrgäste: Die Linie RE 6a, welche zwischen Stuttgart, Tübingen und Aulendorf fährt, wird in Sigmaringen gebrochen. Die Züge fahren somit getrennt in den Abschnitten Stuttgart – Tübingen – Sigmaringen sowie Sigmaringen – Aulendorf. Zwischen Stuttgart und Tübingen bleiben die Abfahrtszeiten unverändert, ebenso im Abschnitt zwischen Sigmaringen und Aulendorf.

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Reisezeit verlängert sich

Zwischen Tübingen und Sigmaringen fährt die Linie mit veränderten Abfahrtszeiten. Da die infrastrukturbedingt verminderte Geschwindigkeit nun im Fahrplan berücksichtigt wird, verlängert sich die Reisezeit zwischen Tübingen und Sigmaringen bei den Regionalexpress-Zügen um rund 25 Minuten.

Für den Schülerverkehr ab Hechingen fährt an Schultagen zusätzlich zum Regionalexpress ein Bus von Hechingen (ab 7 Uhr) über Bisingen (ab 7.13 Uhr) und Balingen Bahnhof (ab 7.28 Uhr) bis Balingen Finanzamt (an 7.35 Uhr), damit der Schulbeginn rechtzeitig bedient wird.

Die Züge der Linie RE 6a enden und wenden sowohl aus Richtung Tübingen als auch aus Richtung Aulendorf generell in Sigmaringen. In Sigmaringen ist zur Weiterfahrt somit beim RE ein Umstieg in die Regionalbahn erforderlich.

RB 66 mit leicht veränderten Abfahrtszeiten

Die Linie RB 66 der SWEG, welche zwischen Tübingen und Albstadt-Ebingen beziehungsweise Sigmaringen mit allen Unterwegshalten fährt, ist – überwiegend geringfügig – ebenfalls von den Fahrplananpassungen betroffen. Die Züge fahren im Abschnitt zwischen Tübingen respektive Dußlingen und Hechingen mit leicht veränderten Abfahrtszeiten, welche sich im einstelligen Minutenbereich bewegen.

Ein weiterer Einschnitt: Die Züge zur Taktverdichtung in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit, planmäßig ab Tübingen um 13.09, 15.09, 17.09 und 19.09 Uhr, zwischen Tübingen und Hechingen entfallen. Ersatzweise übernimmt der Regionalexpress die entfallenden Halte zum Teil und legt zu diesen Zeiten einen Zwischenstopp in Dußlingen ein. Bei den geänderten Abfahrten um 13.07 Uhr und 15.07 Uhr ab Tübingen hält der RE darüber hinaus auch in Tübingen-Derendingen und Nehren.

Sanierung dauert wohl bis Anfang Dezember

Die Sanierung der beschädigten Bahngleise hat für die DB InfraGo Priorität. Nötig seien auf der Strecke Albstadt-Laufen–Mössingen Stopfarbeiten zur Stabilisierung des Schotteroberbaus. Das Problem: „Bundesweit standen für diese Ausnahmesituation zunächst nicht genügend Stopfmaschinen zur Verfügung, zusätzliche Maschinen sind inzwischen im Einsatz.“ Die Langsamfahrstellen würden sukzessive behoben; für den Abschnitt Laufen-Mössingen sollen die Arbeiten bis Ende November/Anfang Dezember abgeschlossen werden. Anschließend seien Fahrten mit regulärer Geschwindigkeit wieder möglich. Die Bahn-Sprecherin schiebt jedoch nach: „Sollten sich Verzögerungen bei der Beseitigung ergeben, reagieren wir zeitnah und führen den Ersatzfahrplan fort, um weiterhin einen verlässlichen Fahrplan bieten zu können.“

Im neuen Fahrplan sehen die beteiligten Unternehmen laut Mitteilung den derzeit „einzig wirksamen Schritt, um den Betrieb auf der Strecke zu stabilisieren und damit wieder eine verbesserte Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit auf der Zollern-Alb-Bahn erreichen zu können“.