Wolkenbruch im Zollernalbkreis: Mehr als 40 Einsätze nach starkem Unwetter

Mit dem Radlader hat die Feuerwehr am Mittwochabend in Täbingen Hagel entfernt. Einige Gebäude, auch das Feuerwehrhaus, mussten ausgepumpt werden.
Feuerwehr RosenfeldZollernalbkreis - "Im Vergleich zu den Nachbarlandkreisen sind wir nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen", zieht Kreisbrandmeister Stefan Hermann Bilanz: "Wir haben daraufhin sofort unsere Unterstützung den Kollegen in anderen Landkreisen angeboten. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Unwettereinsätze im Zollernalbkreis abgearbeitet. Ein Zug Hochwasser mit 18 Einsatzkräften wurde vor Mitternacht vom Landkreis Biberach angefordert und ist dort seitdem im Einsatz. Mit dem Landkreis Tübingen stehen wir aktuell im Austausch, wie wir das dortige Impfzentrum unterstützen können." Dieses ist am Mittwochabend überflutet worden.
Lesen Sie auch: So hat das Unwetter in der Region gewütet
Das Unwettergeschehen im Bereich Rosenfeld hat sich nach Angaben des Feuerwehr-Gesamtkommandanten Günter Kopf auf Täbingen konzentriert. Dort war der Bereich Muselstraße, Kronenstraße und Bergstraße besonders betroffen. Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte gegen 19.30 Uhr. Alarmiert wurden die Abteilungen Täbingen und Leidringen. Im Einsatz waren 30 Feuerwehrangehörige mit drei Fahrzeugen. Feinkörniger Hagel verstopfte laut Kopf im Bereich Kronenstraße und Muselstraße beim Weiherbach die Einlaufschächte und sammelte sich bis zu 50 Zentimeter hoch an. Dort setzte die Feuerwehr Radlader eines örtlichen Bauunternehmens ein, um den Hagel zu entfernen und Einlaufschächte freizuräumen, ebenso in der Bergstraße. Bei einem Gebäude in der Kronenstraße war Wasser eingedrungen, dieses wurde mittels Wassersauger ausgepumpt. Auch das Feuerwehrhaus Täbingen war überschwemmt. Weiter war die K 7130, Richtung Erzingen/Geislingen, mit Hagel bedeckt. Hier wurde die Straße abgesichert und die Straßenmeisterei verständigt.
Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume
In Haigerloch gab es in Folge des Unwetters 18 Einsatzstellen, die mit mehr als 60 Einsatzkräften der Feuerwehr abgearbeitet wurden. Schwerpunkte waren vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume.
Im Bereich des Oberen Schlichemtals gab es kaum Einsätze seitens der Hilfskräfte zu vermelden, obwohl schwarze Gewitterwolken auch über Schömberg hinwegzogen. Wie Lucas Mager von der Schömberger Feuerwehr mitteilt, hätten die Aktiven nur zu einem kleineren Einsatz in die Grünbühlstraße ausrücken müssen. In der Nacht habe es zudem einen Feuerwehreinsatz in Dormettingen gegeben. Laut Mager, der in Biberach im Einsatz ist, seien insgesamt 16 Helfer mit vier Fahrzeugen aus Schömberg, Frommern und Haigerloch im Rahmen der Überlandhilfe dorthin ausgerückt, um bei der Behebung der Unwetterschäden zu helfen.
Wie Kreisbrandmeister Stefan Hermann weiter ausführt, gibt es eine Verwaltungsvorschrift, in der geregelt sei, dass die Feuerwehren in Baden-Württemberg bestimmte Einheiten bilden müssen. Diese sind dafür vorgesehen, bei großen Einsätzen außerhalb des eigenen Landkreises zu unterstützen – oder auch über einen längeren Einsatzzeitraum von mehreren Tagen. Ein solcher Zug wird aus Fahrzeugen und Mannschaft mehrerer Gemeindefeuerwehren zusammengestellt.
Feuerwehr zehn Minuten nach Alarm vor Ort
Die Feuerwehren in der eigenen Gemeinde sind für den ersten Einsatz zuständig. Ein erstes Fahrzeug ist in der Regel innerhalb von zehn Minuten nach Alarm an einer Einsatzstelle. Als nächstes können Feuerwehren aus Nachbargemeinden zur Unterstützung angefordert werden (sogenannte Überlandhilfe).
Werden noch weitere Kräfte benötigt, erfolgt ein Einsatz der Katastrophenschutz-Züge aus anderen Landkreisen. Hier gehe es dann nicht mehr um Schnelligkeit, sondern darum, eine durchhaltefähige, vordefinierte Einheit zu entsenden, erläutert Hermann. Bei Anforderung aus einem anderen Landkreis koordiniert der Kreisbrandmeister die Zusammenstellung der Einheit und meldet den Abmarsch Richtung Einsatzgebiet gegenüber der anfordernden Stelle.