Windertrag deutlich geringer als angenommen
: Windenergieprojekt in Ostdorf gegenwärtig nicht realisierbar

Nach Abschluss des Interessenbekundungsverfahrens zur Windenergieentwicklung hat die Stadt Balingen in den vergangenen Monaten intensive Vertragsverhandlungen mit dem ausgewählten Projektentwickler, der Alterric Deutschland GmbH, geführt. Trotz konstruktiver Gespräche und grundsätzlicher Einigkeit kann das Projekt zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht realisiert werden.
Von
red
Balingen
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Zu geringe Winderträge und eine schlechtere wirtschaftliche Situation

Zu geringe Winderträge und eine schlechtere wirtschaftliche Situation führen dazu, dass das Windenergieprojekt in Ostdorf gegenwärtig nicht umgesetzt werden kann.

Sven Hoppe/dpa
  • Balingen stoppt Windprojekt in Ostdorf: erwartete Winderträge liegen deutlich unter Prognose.
  • Wirtschaftliche Lage und Branchenunsicherheit machen eine Umsetzung derzeit nicht darstellbar.
  • Stadt und Alterric sichern Option mit Reservierungsvereinbarung für mindestens zwei Jahre.
  • In dieser Zeit beobachten beide Seiten Markt, Politik und Recht – Entscheidung später möglich.
  • Stadtspitze und Ortsrat zeigen Enttäuschung über unzuverlässigen Windatlas, halten Tür offen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, sind hierfür sind insbesondere aktuelle fachliche Erkenntnisse aus der Projektentwicklung ausschlaggebend: Die tatsächlich zu erwartenden Winderträge im Plangebiet Balingen-Ostdorf liegen unter den ursprünglichen Prognosen des Windatlas‘ Baden-Württemberg. Hinzu kommen die derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in der Windenergiebranche. In der Summe ist die Umsetzung eines Windenergieprojekts im Bereich Balingen-Ostdorf unter diesen Voraussetzungen derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar.

Ortschafts- und Gemeinderat für Reservierungsvereinbarung

Die Stadt Balingen und die Alterric Deutschland GmbH haben deshalb gemeinsam mit der Anwaltskanzlei Sterr-Kölln & Partner geprüft, wie sich die grundsätzliche Möglichkeit einer späteren Projektentwicklung trotzdem erhalten lässt. Der Ortschaftsrat Ostdorf und der Gemeinderat der Stadt Balingen haben sich dafür ausgesprochen, eine Reservierungsvereinbarung abzuschließen.

Mit dieser Vereinbarung werden weder Flächen verpachtet noch Entscheidungen über die Errichtung von Windenergieanlagen getroffen. Sie sichert lediglich die bestehenden Entwicklungsmöglichkeiten für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. In dieser Zeit beobachten und bewerten die Stadt Balingen und der Projektentwickler die politische, rechtliche und wirtschaftliche Lage sowie die Entwicklungen auf dem Energiemarkt weiter. Verbessern sich die Voraussetzungen künftig und wird eine wirtschaftliche Umsetzung wieder möglich, entscheiden sie gemeinsam über das weitere Vorgehen.

Zahlen des Windatlas nicht zuverlässig

Ortsvorsteher Helmut Haug verweist darauf, dass sich viele Eigentümerinnen und Eigentümer in Ostdorf in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema beschäftigt und das Projekt positiv begleitet haben. Wichtig sei deshalb dieser offene und ehrliche Umgang mit der aktuellen Situation. „Nach heutigem Stand ist das Projekt wirtschaftlich nicht umsetzbar. Gleichzeitig halten wir es für richtig, die Entwicklung nicht endgültig abzuschließen“, so Haug.

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Bürgermeister Ermilio Verrengia betont, der Anspruch der Stadtverwaltung sei von Anfang an gewesen, verantwortungsvoll mit dem Eigentum der Bürgerinnen und Bürger umzugehen und keine Entscheidungen zu treffen, die man heute fachlich oder wirtschaftlich nicht vertreten könne. „Ich muss offen sagen: Wir sind sehr enttäuscht, dass sich die Zahlen des Windatlas als nicht zuverlässig erwiesen haben und damit dieses wichtige Zukunftsprojekt fürs Erste nicht realisiert werden kann“, so Verrengia. Gleichzeitig wäre es aus seiner Sicht kurzsichtig, die Tür für die Zukunft endgültig zu schließen.

Weitere Entwicklung abwarten

Auch die Alterric Deutschland GmbH betont, die Zusammenarbeit mit der Stadt Balingen sei während des gesamten Verfahrens von Offenheit und gegenseitigem Vertrauen geprägt gewesen. Die wirtschaftlichen Bedingungen für Windenergieprojekte hätten sich in den vergangenen Monaten leider spürbar verschlechtert, und die vor Ort ermittelten Winderträge fielen deutlich geringer aus als ursprünglich angenommen. Unter diesen Voraussetzungen sei eine wirtschaftliche Umsetzung derzeit nicht möglich, so das Unternehmen. Umso wichtiger sei die gemeinsam mit der Stadt Balingen gefundene Lösung, die Projektoption zu sichern und die weitere Entwicklung abzuwarten. Verändere sich die Situation künftig, bestehe weiterhin die Möglichkeit, die Gespräche wieder aufzunehmen.

Die Stadt Balingen halte die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die Öffentlichkeit auch weiterhin über die Entwicklung auf dem Laufenden, wird mitgeteilt.