Weihnachtsmarkt Frommern: Verständnis für oft verpönte Vierbeiner

Der Verein um seine Vorsitzende Rosi Murrweiss (Mitte) hat bei dem kleinen Weihnachtsmarkt in Frommern auf seine Anliegen aufmerksam gemacht.
Dennis BreisingerDie Mitglieder des Vereins sind seit Jahren Halter und Liebhaber von sogenannten „Listenhunden“. Ihr Ziel ist es, in Not geratenen Hunden zu helfen und sie ins Leben zurück zu begleiten.
Wohl der Tiere erstes Ziel
Die Schützlinge, die auf den diversen sozialen Plattformen näher begutachtet werden können, leben auf Pflegestellen oder in ausgewählten Pensionen, bis geeignete Familien gefunden werden. Diese werden gewissenhaft und konsequent ausgesucht, denn das Wohl der Tiere steht für den Verein im Vordergrund, wie Rosi Murrweiss betont.
Hohe Auflagen gelten
Sie ist Vorsitzende des ausschließlich ehrenamtlich geführten und auf Spenden sowie Mitgliedsbeiträgen basierenden, als gemeinnützig anerkannten Vereins: „Wir haben ein tolles Team beisammen“, meint die Vorsitzende.
Sie und deutschlandweit circa 400 Mitglieder wollen diesen Tieren „eine andere Plattform geben. Die Auflagen, solch ein Tier zu halten, sind unglaublich hoch, und der Umgang mit solchen Rassehunden muss sich definitiv ändern“, sagt Murrweis.
Hunde als „Geldmaschine“
Es gebe einen völlig falschen Ansatz, „denn Hunde werden des Öfteren als Geldmaschine gesehen. Das Verständnis für die Hunde wird immer weniger“, bedauert sie. Auch mit der Akzeptanz dieser Tiere hapern es: „Wenn es um das Retten von Menschen geht, dann müssen sie plötzlich ran. Ansonsten sind sie oftmals verpönt“, bemängelt Murrweiss.
Jeder ist ein Einzelfall
„Kampfhunde sind leider immer wieder ein medialer Aufreißer“, ergänzt der Schriftführer des Vereins, Michael Waiblinger. „Die potenzielle Gefährlichkeit eines Hundes lässt sich nicht an der Rasse festmachen. Letzten Endes kommt es immer auf den Einzelfall an.“
Erst kennenlernen und dann urteilen, sei die Devise des Nothilfe-Vereins. „Deshalb vermitteln wir nicht nur die Hunde, sondern sind zum Teil auch Trainer, und arbeiten mit diesen. Wir führen auch den Wesenstest durch und bereiten die Halter auf diesen vor“, meint Murrweiss.
Einsatz in Rettungsstaffel
Ihr eigener Vierbeiner war neun Jahre lang in der Rettungsstaffel im Einsatz. „Staffordshire Bullterrier sind sehr menschenaffin und somit für solche Tätigkeiten bestens geeignet“, sagt Murrweiss und bedauert: „Früher haben wir auch Demonstrationen veranstaltet, um auf das Tierwohl aufmerksam zu machen – aber diese sind irgendwann eingeschlafen.“