Wasserversorgung in Balingen
: Die Stadt ruft zum Wassersparen auf – drohen bald Bußgelder?

Die anhaltende Trockenheit hat Auswirkungen auf die Wasserversorgung. Diese sei in Balingen derzeit „nicht gefährdet“, die Lage allerdings „angespannt“, teilen die Stadtwerke mit. Warum ein verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser jetzt so wichtig ist und worauf aktuell verzichtet werden sollte.
Von
Andrea Maute
Balingen
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Hitze in Deutschland - Grünflächenbewässerung: ARCHIV - 25.06.2026, Hessen, Frankfurt am Main: Ein Mitarbeiter des Frankfurter Grünflächenamt bewässert eine Grünfläche. (zu dpa: «Wo Hessens Städte gießen – und wo nicht») Foto: Hannes P. Albert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

So sollte das Trinkwasser tunlichst nicht mehr sprudeln! Die Stadt Balingen bittet dringend um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem kostbaren Nass (Symbolfoto).

Hannes P. Albert/dpa
  • Balingen ruft wegen anhaltender Trockenheit zum Wassersparen auf – Versorgung ist angespannt.
  • Stadtwerke: Grundversorgung ist nicht gefährdet, doch Verbrauch an heißen Tagen steigt stark.
  • Maßnahmen der Stadt: Zierbrunnen aus, Bewässerung und Reinigung stark reduziert, Mittelweg am Kirchplatz.
  • Bürger sollen Gärten kaum bewässern, Pools nicht füllen und nur morgens oder abends gießen.
  • Keine Auflagen und Bußgelder aktuell: Bei Verschärfung wären Nutzungseinschränkungen denkbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Bitte weiterhin bewusst und sparsam mit Trinkwasser umgehen“: Das ist die dringende Bitte, die die Verwaltung und die Stadtwerke in Balingen an die Bürger richten. Wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, geht die Stadt mit gutem Beispiel voran. Sie hat ihren Wasserverbrauch bereits reduziert und weitet die bestehenden Maßnahmen aus.

Der Frühling brachte nur sehr wenig Niederschlag, der Sommer ist heiß und trocken. Gerade an sonnigen und heißen Tagen steige der Wasserverbrauch deutlich an, zeichnet die Verwaltung ein Bild der derzeitigen Lage und nennt beispielhaft die Auswirkungen: „Gärten werden stärker bewässert, Pools gefüllt und mehr Wasser in den Haushalten verbraucht.“ Dabei ist gerade jetzt ein sparsamer Umgang mit dem kostbaren Nass wichtiger denn je.

Balingen beziehe sein Trinkwasser von fünf Zweckverbänden, heißt es in der Mitteilung. „Und vier davon melden inzwischen eine rückläufige Schüttung ihrer Quellen beziehungsweise sinkende Grundwasserstände bei gleichzeitig deutlich gestiegenem Verbrauch.“ Werkleiter Markus Streich von den Stadtwerken Balingen ordnet die technische Lage ein: „Die Grundversorgung ist nicht gefährdet, allerdings ist die Lage angespannt“, erklärt er. Damit es nicht noch kritischer werde, sei man jetzt auf die Mithilfe aller angewiesen. „Wir beobachten die Lage bei unseren Zweckverbänden sehr genau und stehen im engen Austausch mit ihnen“, so Markus Streich.

„Mittelweg“ beim Wasserspiel auf dem Kirchplatz

Die Stadt Balingen habe bereits während der ersten Hitzeperiode Maßnahmen ergriffen und passe diese der aktuellen Situation weiter an. Der städtische Bauhof bewässere seit längerer Zeit nur noch Pflanzen und Bäume, für deren Erhalt eine Wassergabe notwendig ist. Auch die Bewässerung der Sportstätten sei auf den Bestandserhalt beschränkt. Wasserintensive Tätigkeiten wie die Straßenreinigung und die Fahrzeugwäsche würden zudem auf ein Minimum reduziert.

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Wer durch die Stadt läuft, wird ferner feststellen, dass das kühle Nass in den Brunnenbecken nicht mehr wie gewohnt sprudelt. „Die mit Trinkwasser betriebenen städtischen Zierbrunnen werden abgeschaltet.“

Gleichzeitig wird jedoch Wert darauf gelegt, dass die Möglichkeit zur Abkühlung bei Hitze nicht gänzlich wegfällt. Einen bewussten „Mittelweg“ wählt die Stadt deshalb beim Wasserspiel auf dem hinteren Kirchplatz. „Dort werden die Betriebszeiten reduziert, das Wasserspiel aber nicht vollständig abgeschaltet. So wird Wasser eingespart, gleichzeitig bleibt es gerade während der heißen Stunden als Abkühlungsmöglichkeit insbesondere für Kinder und Familien erhalten“, heißt es.

Angehalten, „weiterhin sorgsam mit Trinkwasser umzugehen und den Verbrauch auf das notwendige Maß zu beschränken“, seien jedoch nicht nur alle städtischen Einrichtungen mit ihren Mitarbeitern. Auch die Bürger seien nun gefragt, macht die Verwaltung deutlich und ruft gemeinsam mit den Stadtwerken dazu auf, „auf die Bewässerung privater Gärten und Grünflächen möglichst zu verzichten und sie dort, wo sie notwendig ist, auf ein Minimum zu beschränken.“

Letzteres ist mit der Bitte verbunden, möglichst in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu bewässern und auf das Befüllen privater Pools, Schwimmbecken und Whirlpools mit Trinkwasser derzeit zu verzichten. Gleiches gelte für nicht notwendige Arbeiten wie etwa das Abspritzen von Einfahrten, Terrassen und Fassaden oder eine Fahrzeugwäsche mit Trinkwasser.

Bürgermeister bittet um Unterstützung

Bürgermeister Ermilio Verrengia bittet die Bevölkerung dabei um Unterstützung: „Wir haben aktuell keinen Grund zur Beunruhigung, aber sehr wohl Grund, sorgsam mit unserem Trinkwasser umzugehen. Die kurzen Regenschauer bringen vielleicht etwas Abkühlung, für unsere Wasservorkommen aber noch keine wirkliche Entspannung. Deshalb meine persönliche Bitte: Schauen wir alle ein wenig genauer hin, wo wir Trinkwasser wirklich brauchen und wo wir darauf verzichten können. Wir als Stadt tun das bereits. Wenn viele mitmachen, können wir gemeinsam sehr viel erreichen.“

Die Botschaft ist klar: Die Trinkwasserversorgung in Balingen ist derzeit weiterhin sichergestellt, auch wenn die Lage angespannt ist. Auf Nachfrage, ab wann der Status bei gleichbleibender Witterung von „angespannt“ zu „kritisch“ wechseln würde, teilt die Stadt mit: „Eine feste Schwelle oder ein konkretes Datum lässt sich hierfür seriös nicht benennen. Ausschlaggebend ist immer das Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie die weitere Niederschlagsentwicklung, die Entwicklung der Quellschüttungen und Grundwasserstände, die verfügbaren Bezugsmengen sowie natürlich der tatsächliche Wasserverbrauch, insbesondere an heißen Tagen.“

Da Balingen sein Trinkwasser von mehreren vorgelagerten Zweckverbänden beziehe, sei die Einschätzung eng mit deren jeweiliger Versorgungslage verbunden. „Hier stehen die Stadtwerke in einem engen und regelmäßigen Austausch.“

Sollte sich die Versorgungslage deutlich verschärfen, seien „grundsätzlich auch weitergehende Maßnahmen bis hin zu verbindlichen Nutzungseinschränkungen denkbar.“ Derzeit bestehe hierfür in Balingen jedoch kein Anlass.

Bürger frühzeitig sensibilisieren

Noch setzt man also „ganz bewusst auf einen freiwilligen und verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser.“ Aktuell gebe es in Balingen keine Wassersparauflagen und damit auch keine Bußgelder. „Andere Kommunen haben bei anhaltend hohem Verbrauch trotz Sparappellen Allgemeinverfügungen mit Bußgeldandrohung erlassen – das zeigt, dass so etwas rechtlich möglich ist. Aber nie als erster Schritt, sondern als Resultat erfolgloser Sparappelle. Uns ist wichtig, frühzeitig zu sensibilisieren und nicht erst dann zu reagieren, wenn eine sehr kritische Situation erreicht ist. Jeder vermiedene unnötige Trinkwasserverbrauch hilft dabei, die vorhandenen Ressourcen zu schonen“, heißt es vonseiten der Stadt. Sollte sich die Situation verändern, werde man die Bevölkerung rechtzeitig informieren.