Waldorfschule Balingen: Festakt und große Feier zum 40-jährigen Bestehen

Die Schüler umrahmen das Festprogramm mit unterschiedlichen Beiträgen.
Wizemann-Strauch- Waldorfschule Balingen feierte ihr 40-jähriges Jubiläum mit Festakt und Programm.
- Etwa 300 Gäste füllten die Turnhalle; Moderatorin war Maria Radetzki.
- Rückblick auf die Gründung 1986 und den Ausbau zum Campus mit Kindergarten und Hort.
- Reden betonten Praxis, Sinneserfahrung und den „liebevollen Blick auf das Kind“.
- Musik, Schülerbeiträge und ein Ehemaligen-Talk rundeten die Feier ab.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Was wir heute säen, wird morgen blühn“ – als die Mitglieder des Lehrerkollegiums der Waldorfschule diesen Kanon der Musiklehrerin Valeriia Makarova nicht nur singen, sondern auch klatschen und mit Plastikbechern in gestaffelter Aufstellung hinter Bänken und Tischen rhythmisch intonieren, da findet der Festakt der Waldorfschule seinen Höhepunkt.
Etwa 300 Eltern, Mitarbeitende, Schüler und Gäste füllten die festlich geschmückte Turnhalle und wurden von Maria Radetzki, Moderatorin und Stimme des Kollegiums, begrüßt. Natalia Aculova erinnerte als pädagogischer Vorstand daran, wie aus der kleinen Zeitungsannonce eines Ehepaares im Jahre 1980, das Interesse „an der Gründung einer freien Schule, eventuell Waldorfschule“ für seine Kinder bekundete, etwas ganz Großes wurde: die Schulgründung in den Räumen eines ehemaligen Fabrikgebäudes im Herbst 1986 an der Hurdnagelstraße mit anfangs 121 Kindern und der Ausbau zu einem großen Campus mit Kindergarten und Krippe, Mensa und Hort, Unterrichtsräumen und Sporthalle für heute 360 Kinder und Jugendliche sowie etwa 90 Kindergartenkinder in vier Gruppen.
Vor dem Hort steht eine Wünschebaum
Von einem „Wünschebaum“, dessen Fähnchen Hortkinder beschriftet hatten, las die Pädagogin Kinderwünsche an die Schule vor. Dazu gehören „Draußenunterricht, mehr Pause, Freunde für immer und gutes Zeugnis“.
Auch Oberbürgermeister Dirk Abel zollte der Aufbauleistung Respekt und betonte, wie die Waldorfschule mit ihrem praktisch-künstlerischen Profil und über 100 Mitarbeitern die Bildungslandschaft in der Region bereichere. Als Vertreter des Bundes der 256 Freien Waldorfschulen in Deutschland warf Florian Stille aus Kassel laut Mitteilung einen nachdenklichen Blick auf das Welterleben von Heranwachsenden im technischen und digitalen Zeitalter.
„Wir sind als Mensch getrennt von den Wirkungen, die wir auslösen“ – etwa von der Hitzeentwicklung in einem Rechenzentrum in Kalifornien, wenn über das Handy eine Anfrage an die KI gestellt wird. Er stellte die Frage: Welche Anforderungen stellen sich für eine moderne Pädagogik in einer Zeit, in der „Vorstellung und Wille auseinandertreten“?
Fragen an eine moderne Pädagogik
Stille richtete den Fokus seiner Überlegungen auf die Bedeutung des Leibes und der Sinnestätigkeit im Lernprozess. Er betonte aber auch die notwendige Grundhaltung des Waldorfpädagogen, den „liebevollen Blick auf das Kind“. Der Redner lobte laut Mitteilung der Schule die ökologische und pädagogische Vielfalt in der Gestaltung des Schulcampus mit Bienen-, Schaf- und Hühnerhaltung, Klettergerüst und Backofen.
Dagmar Karl als Vertreterin des Tycho-de-Brahe-Zweiges der Anthroposophischen Gesellschaft in Balingen warf einen Blick auf die „Wurzelpflege im Geistigen“, die durch die Ideenbildung in verschiedenen Arbeitskreisen schon vor Schulgründung geleistet worden sei.

Es gab einige musikalische Beiträge.
Wizemann-StrauchDurch einen Ehemaligen-Talk mit Schülern der ersten Stunde wie der Waldorf-Erzieherin Elisabeth Kaiser und Armin Djamei, Professor für Biologie in Bonn, rundete Oberstufenlehrer Holger Grebe die Wortbeiträge ab. Dabei wurde ein Blick auf die „Unikate“ im ersten Kollegium um den damaligen Gründungslehrer Karl Sievers geworfen.
Verschiedene Schülerbeiträge
Die Schüler der ersten Stunde versuchten zu beschreiben, was sie geprägt habe: Weltoffenheit, eine eher „intrinsische Motivation“ beim Lernen und ein „anderes Verständnis von Bildung“, das nicht nur den Kopf erfasst. Armin Djamei gab der Schulgemeinschaft den Rat, auch „unkonventionelle Wege weiterzugehen, vielleicht auch nicht erfolgreiche Dinge abzusetzen“. Elisabeth Kaiser, die gerade ein Zusatzstudium in „Kindheitspädagogik“ in Alfter abschließt, wünschte der Schule zuletzt, sich den „Aufbruchsgeist von damals“ zu bewahren.
Zwischen den Reden und Grußworten waren immer wieder Schülerbeiträge aus verschiedenen Stufen zu hören. Den festlichen Rahmen zu Beginn und am Ende gestaltete ein Streichquartett aus vier ehemaligen Schülerinnen. Bei Fingerfood und Getränken konnten die Gäste an blumengeschmückten Bistrotischen noch Erinnerungen austauschen.
