„Wald-Bächle-Sprüchle-Weg“
: 60 Schilder mit Sprüchen sind um Geislingen verteilt

Auf dem rund sechs Kilometer langen Weg vom Geislinger „Herrgottshäusle“ über die Kommisquelle zum Weidensee sind Schilder mit lustigen und nachdenklichen Sprüchen angebracht.
Von
Beate Marschal
Oberndorf
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Bunt gestaltete Schilder mit Sprüchen wie dieses sind auf dem Wald-Bächle-Sprüchle-Weg verteilt. Das Bild zeigt (von links): Susanne Schenk, Tanja Müller und Christine Gulde.

Marschal

Wer derzeit im Geislinger „Ried“ unterwegs ist, werden sie schon aufgefallen sein: alle paar Meter trifft man auf ein buntes Schild mit einem Spruch, der zum Nachdenken oder Schmunzeln einlädt.

Die Schilder sind Teil des neuen „Wald-Bächle-Sprüchle-Wegs“, den der Öffentlichkeitsausschuss der katholischen Kirchengemeinde St. Ulrich gemeinsam mit dem Kindergarten St. Michael gestaltet hat.

Start der Tour ist am „Herrgottshäusle“, wo das erste Schild Intention des Weges hinweisen. 60 weitere sind auf der Strecke über das Ried zur Kommisquelle und am Riedbach entlang durch die Stadt zum Weidensee verteilt.

Die Sprüche auf den Schildern haben die Verantwortlichen aus Büchern und dem Internet zusammengetragen, weiß die gewählte Kirchengemeinderatsvorsitzende Christine Gulde. Viele Sprüche haben die Natur als Thema, andere sind einfach nur lustig, frech oder nachdenklich.

„Sei einzig, nicht artig!“, steht beispielsweise auf einem Schild. Auf einem anderen: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen durch die sie entstanden sind.“ Auf Schildern, die nahe einer Abzweigung angebracht sind, weist außerdem ein Pfeil den Weg.

Diese Hühner im Ried passen auf ein Schild auf.

Foto: Marschal

Andere Bilder zeigen einfach nur Malereien. Die Kinder von St. Michael haben diese zum Thema Wasser gemalt. „Für die Kinder ist es schön ihre eigenen Bilder auf dem Weg zu entdecken“, weiß die Kindergartenleiterin Tanja Müller.

Für die jüngsten Geislinger, denen die rund sechs Kilometer des „Sprüchlewegs“ zu weit sind, haben die Macherinnen einen extra Weg initiiert. Auf den zwei Kilometern vom Herrgottshäusle zur Kommisquelle wird auf Schildern Stück für Stück die Geschichte um das Schopflaweible erzählt.

Um das Schopflaweible gibt es in Geislingen viele Sagen, auch die Narrenzunft hat es in die Reihe seiner Narrenfiguren aufgenommen. Doch die Geschichte, wie das Weible ihren Schopflawald verlässt, um frische Kräuter für ihre Suppe zu suchen und dabei viele Knöpfe ihrer Schürze verliert, ist frei erfunden, meint Gulde.

Die Kinder erfahren nicht nur alle paar Meter einen weiteren Teil der Geschichte, sondern können die verlorenen Knöpfe auf dem Weg entdecken und sammeln.

An einer Pferdekoppel im Ried ist dieses Schild angebracht.

Foto: Marschal

Rund drei Wochen lang haben sieben Beteiligte aus dem Öffentlichkeitsausschuss gebastelt und gemalt, ebenso die Kindergartenkinder. In der vergangenen Woche wurden die Schilder dann in losen Abständen – aber immer noch so nah, dass man von Weitem schon das nächste sehen kann – an Bäumen, Laternenpfosten, Zäunen und Pfosten aufgehangen. „Wir sind sogar in Büsche geklettert“, erzählt Gulde und lacht.

Manche Schilder sind mit einem Wegweiser-Pfeil versehen.

Foto: Marschal

Die Idee zu dem Weg kam ihr bei einem Urlaub am Ammersee, wo es eine ähnliche Aktion gab. „Ich fand es schön auf dem Weg innezuhalten und mir Gedanken zu machen“, so die Geislingerin.

Da in Geislingen in diesem Jahr anlässlich des Stadtjubiläums der Kultursommer stattfindet, fanden sie das einen schönen Beitrag von Kirchengemeinde und Kindergarten. „Uns ist es wichtig, Kirche mit Natur und Umwelt zu verbinden“, erklärt die gewählte Kirchengemeinderatsvorsitzende.

Die Kindergartenleiterin ergänzt: „und den Kindern einen guten Grund geben, in die Natur zu gehen.“

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