Vortrag auf dem Palmbühl: Die jungen Menschen erhalten eine neue Lebenschance

Schwester Theresina berichtete von ihrer Arbeit in Brasilien.
HollMehr als 50 Personen waren der Einladung des Wallfahrtsseelsorgers Michael Holl gefolgt, um eine glaubensstarke Ordensfrau zu erleben, die von ihrer Arbeit bei meist jungen drogensüchtigen Männern berichtete.
Schwester Theresina gehört zur Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Sießen bei Bad Saulgau und ist seit mehr als 30 Jahren in Brasilien. Aktuell arbeitet sie in einer Fazenda de Esperanza, dem „Hof der Hoffnung“ in der Region Sao Paulo. 120 Männer wohnen dort in zwölf Häusern für ein Jahr, um mithilfe von Spiritualität, Arbeit und Gemeinschaft ein neues Leben anzufangen.
Aus zerrütteten Familienverhältnissen
Mit zwölf oder 13 Jahren fangen viele Jugendliche in Brasilien an, Drogen zu konsumieren. Die meisten von ihnen stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen und erleben in den Ordensschwestern zum ersten Mal, dass sie nicht abgelehnt werden. Auch das Gebet und das tägliche Lesen in der Bibel unterstütze ihre Hoffnung, dass das Leben trotz allem gelinge.
Die zweite Säule ist die tägliche Arbeit: Schaufel, Rechen, Spaten sind „Therapeuten“, die Disziplin und Anstrengung fördern. In Mehrbettzimmern zu wohnen, zusammen zu essen und die Freizeit zu verbringen, sich für andere zu interessieren – das sind Elemente der dritten Säule „Gemeinschaft“.
Nach dem einjährigen Aufenthalt auf der Fazenda folgt eine zwei- bis dreimonatige Probezeit zuhause, deren Gelingen Selbsthilfegruppen und Familienhelfer unterstützen. Manche kommen als „Paten“ zurück und übernehmen Verantwortung für neue Bewohner der Fazenda. Da die brasilianische Regierung die Unterstützung stationärer Drogenprojekte streichen will, ist Schwester Theresina für ihre Arbeit auf Spenden angewiesen. Diesmal kamen 1600 Euro in der Spendenbox zusammen.