Übung in Schömberg: Zugunglück noch präsent – Tappeser erklärt kurzfristige Absage

Die Übung am Schömberger Stausee fand auch ohne den Regierungspräsidenten statt.
MerkAnfang August fand am Stausee in Schömberg eine große Wasserrettungsübung statt. Angekündigt hatte sich auch Regierungspräsident Klaus Tappeser, aber kurzfristig hat doch abgesagt. Nun erklärte er den Grund.
Am Stausee war alles bereit für die groß angekündigte Wasserrettungsübung. Die Wasserwachten mehrerer Feuerwehrabteilungen, unter anderem aus Mengen, Ostrach und Sigmaringendorf, waren zur Feuerwehrabteilung Schömberg angereist.
Tappeser wollte sich vor Ort einen Überblick über die Aufgaben und die Ausrüstung der Wasserrettung verschaffen. Doch dazu kam es nicht. In einem Schreiben an die haupt- und ehrenamtlichen Helfer erklärte er sein Fehlen.
Ereignisse in Riedlingen gaben zu Denken
„Mir ist wichtig Ihnen zu erklären, warum ich den Termin relativ kurzfristig abgesagt habe. Die Entscheidung zur Absage des Termins wurde in Abstimmung mit dem Landratsamt Zollernalbkreis auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Entscheidung am Freitagvormittag vorliegenden Wetterprognose von anhaltendem Regen und vorhergesagten lokalen Gewittern getroffen“, heißt es dort.
Und weiter: „Diese Wetterprognose hatte für mich mit Blick auf die Ereignisse beim Zugunglück vom 27. Juli 2025 bei Riedlingen eine besondere Relevanz für die Risikoabwägung. Das Zugunglück bei Riedlingen infolge eines Hangrutsches ist mir noch sehr präsent. Ich konnte mir in dieser Nacht selbst vor Ort bei strömendem Regen ein Bild davon machen, wie schnell sich lokale Wetterphänomene dramatisch entwickeln können.“

Klaus Tappeser
Foto: CDUAus diesem Grund habe er sich für eine erhöhte Vorsicht entschieden und den Pressetermin in letzter Verantwortung abgesagt. Laut Tappeser bestand auf der Uferwiese die Gefahr, „dass das Befahren der Berme (Dammböschung) zu Schäden an dieser Hochwasserschutzeinrichtung hätte führen können“.
Weiter äußerte er sich: „Dass einzelne Einheiten dennoch aus eigener Entscheidung heraus vor Ort aktiv geworden sind, ist Ausdruck ihres Engagements, stellt aber nicht den ursprünglich vorgesehenen Veranstaltungsrahmen dar. Auch wenn sich das Wetter im Nachhinein als weniger kritisch darstellte, hat die Sicherheit bei solchen Lagen für mich immer Vorrang.“ Dennoch sei ihm die herausragenden Bedeutung des Ehrenamts für den Bevölkerungsschutz mehr als bewusst.
Frust bei einigen Rettern
Das Fernbleiben sorgte bei den Feuerwehrleuten und Wasserrettern am 1. August für Unmut. Viele hatten sich für den Tag Urlaub genommen, einige waren weite Strecken angereist. Der Wasserrettungszug aus Ulm kehrte nach der Absage sogar um, angesichts der langen Heimfahrt. Doch die übrigen Wasserwachten ließen sich nicht entmutigen und führten die Übung trotzdem durch.