Übung am Stausee: Große Wasserrettungsübung findet ohne Regierungspräsidium statt

Bei der Übung war ein präpariertes Fahrzeug im Schömberger Stausee.
MerkAm Stausee war alles bereit für die groß angekündigte Wasserrettungsübung. Die Wasserwachten mehrerer Feuerwehrabteilungen, unter anderem aus Mengen, Ostrach und Sigmaringendorf, waren zur Feuerwehrabteilung Schömberg angereist.
Eingeladen waren die größtenteils ehrenamtlichen Helfer vom Regierungspräsidium sowie dessen Präsident Klaus Tappeser. Er wollte sich vor Ort einen Überblick über die Aufgaben und die Ausrüstung der Wasserrettung verschaffen.
Doch der Gastgeber sagte überraschend kurzfristig ab: Aufgrund der Wetterlage – um kurz vor zwölf regnete es tatsächlich in Strömen – wurde die Veranstaltung vom Regierungspräsidium in Tübingen abgesagt.
Einsatzkräfte hatten lange Fahrtwege
Das sorgte bei den Feuerwehrleuten und Wasserrettern für Unmut. Viele hatten sich für den Tag Urlaub genommen, einige waren weite Strecken angereist. Der Wasserrettungszug aus Ulm kehrte nach der Absage sogar um, angesichts der langen Heimfahrt.
Doch die übrigen Wasserwachten ließen sich nicht entmutigen und führten die Übung trotzdem durch. Und wie zur Belohnung ließ der Regen nach und die Sonne kam hinter den Wolken zum Vorschein.
Anfängliche Verstimmung verfliegt
Markus Maucher, technischer Leiter der DLRG im Zollernalbkreis und Gruppenführer der Wasserrettungsgruppe Zollernalb, zeigte sich mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden. Zwar habe es zu Beginn eine gewisse Verstimmung gegeben, doch sobald die Übung startete, sei die Motivation bei allen spürbar gewesen.
Das Übungsszenario: Ein Auto mit vier Insassen ist in den See gefahren. Eine Person musste aus dem Fahrzeug befreit, eine weitere direkt aus dem Wasser gerettet werden. Eine dritte Person trieb ab, nach der vierten wurde getaucht – sie galt als vermisst.
Die Bedingungen waren realitätsnah. Ein eigens präpariertes Auto – ohne Motor, mit reduzierter Innenausstattung und leichteren Rädern – wurde zu Wasser gelassen und am Ufer von zwei Seiten gesichert.
Am Ende alle zufrieden
Am Ende zeigten sich alle Beteiligten zufrieden. Trotz des holprigen Starts und der spontan geänderten Umstände arbeiteten die verschiedenen Abteilungen reibungslos zusammen. Die Übung brachte wertvolle Erkenntnisse.
Auch Kreisbrandmeister Sven Röger und Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger waren vor Ort. Beide dankten den Teilnehmenden für ihr Engagement und betonten die Bedeutung solcher Übungen für den Ernstfall.
Die Einsatzkräfte demonstrierten eindrucksvoll, dass sie auf Extremsituationen vorbereitet sind – auch dann, wenn die Gäste aus Tübingen ausbleiben.