Tier-, Umwelt- und Naturschutz: Nicht lange überlegen, tun! – Balinger Ehepaar gründet Stiftung

Der Wunsch von Petra und Andreas Walther ist, „dass die Stiftung lebt.“ Sie freuen sich deshalb über Projektideen und natürlich auch über Spender, die mit dazu beitragen, diese zu fördern.
Andrea Maute- Ehepaar Petra und Andreas Walther gründete 2025 die Stiftung TUN in Balingen.
- Gefördert werden Tierschutz sowie Natur- und Umweltschutz, mit Fokus auf den Zollernalbkreis.
- Besondere Priorität: Umweltbildung für Kinder und Jugendliche, inkl. Projekte an Kitas und Schulen.
- Startförderung: drei Vereine erhielten Mittel im vierstelligen Bereich, darunter Pfotenengel Zollernalb.
- Die Gründer rufen zu Projektideen und Spenden auf – auch inklusiv gedachte Vorhaben sind erwünscht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Man muss das Gute tun, damit es in der Welt sei“, sagte einst die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach. Oder anders ausgedrückt: Nicht durch langes Reden und Diskutieren kann etwas bewirkt werden, sondern durch Anpacken und Handeln. Kurz gesagt durch „TUN“.
Die Stiftung, die Petra und Andreas Walther im Jahr 2025 gegründet haben, trägt genau diesen Namen. Und er geht, wie Andreas Walther erklärt, auf eben jenes Prinzip zurück: „Nicht lange überlegen. Machen!“
Als Treuhandstiftung in der LBBW-Stiftungsfamilie unterstützt und fördert sie gemeinnützige Projekte von Tierheimen, Tierschutzvereinen und Tierschutzorganisationen, Gnadenhöfen und Einrichtungen zur Unterstützung und zum Schutz der Wildtierpopulation. Im Vordergrund steht jedoch nicht nur der Tierschutz. Zweck der Stiftung ist ferner der Natur- und Umweltschutz. Wobei es Familie Walther wichtig ist, durch umweltpädagogische Maßnahmen das Bewusstsein dafür zu stärken und die Notwendigkeit aufzuzeigen, die natürlichen Ressourcen zu bewahren und den Zustand von Natur und Umwelt zu verbessern.
Da mit der Sensibilisierung möglichst früh begonnen werden sollte, sollen Maßnahmen für Kinder und Jugendliche besondere Berücksichtigung finden. Gefördert werden deshalb entsprechende Projekte in Kindergärten und Schulen. Ein Anliegen ist es den Gründern außerdem, Vorhaben zu unterstützen, in die Menschen mit Handicap einbezogen sind.
Apropos Unterstützung: Was hat das Balinger Ehepaar dazu bewogen, eine solche Stiftung ins Leben zu rufen? Wie Petra und Andreas Walther wissen lassen, ist dies zum einen ihrem persönlichen Interesse an diesen Themen geschuldet. Umwelt, Klima und Tierschutz - das liegt beiden sehr am Herzen. Bereits vor Stiftungsgründung haben sie sich deshalb ehrenamtlich engagiert und als Spender verschiedene regionale wie auch überregionale Vereine und Institutionen unterstützt. NABU, Greenpeace, WWF, verschiedene Tierheime und die Bürgerstiftung Balingen sind dabei nur einige von vielen Beispielen.
Schwerpunktmäßig im Zollernalbkreis aktiv
Zum anderen sind es aber auch die Entwicklungen, die die Zeit mit sich bringt und die unweigerlich zum Nachdenken anregen. Da ist etwa der Klimawandel; da sind verschiedene Wetter- und Extremwetterereignisse. Als Waldbesitzer erleben sie hautnah mit, mit welchen Herausforderungen man dabei konfrontiert wird.
Aktuelles Beispiel ist die extreme Trockenheit. Das Biotop, das das Ehepaar auf seinem Waldgrundstück angelegt hat, dient für gewöhnlich vielen Wildtieren als Wasserquelle. „Mittlerweile ist es ausgetrocknet“, sagt Petra Walther und lässt den Blick über die verdorrten Wiesen schweifen. Doch nicht nur Tiere leiden unter der Hitze. Die Trockenheit schädigt auch die Bäume und schafft somit ideale Bedingungen für eine explosionsartige Vermehrung des Borkenkäfers.
Während sie derlei Entwicklungen mit Sorge betrachten, nehmen sie andere mit Bedauern zur Kenntnis - etwa den menschlichen Umgang mit Naturräumen. Im Wald, wissen beide aus Erfahrung, entstehen an manchen Stellen regelrechte Müllhalden. Umso mehr ist es ihnen ein Anliegen, bereits Kindern zu vermitteln, wie schutzbedürftig Flora und Fauna sind.
Und damit setzt die Stiftung nicht irgendwo an, sondern vor der eigenen Haustür. „TUN“ ist schwerpunktmäßig im Zollernalbkreis aktiv, in Einzelfällen können auch Projekte außerhalb des Kreises gefördert werden.

Die Stiftung unterstützt unter anderem Projekte, die sich um Tiere in Not kümmern (Symbolfoto).
Sina Schuldt/dpaWarum eine Treuhandstiftung? Als Mitglieder des Kuratoriums haben die Gründer unter anderem Einfluss auf die Verwendung der Stiftungsmittel und können Vorschläge machen, welche Projekte förderungswürdig sind. Völliges Neuland ist die Stiftungsarbeit für das Ehepaar übrigens nicht, denn seit dem Jahr 2007 wirkt Andreas Walther als Mitglied im Vorstand einer (rechtsfähigen) Stiftung mit. „Wir hatten deshalb bereits in der Vergangenheit Berührungspunkte“, sagt er.
Den letzten Anstoß, selbst eine Stiftung ins Leben zu rufen, gab dann ein Gespräch mit einem ihnen bekannten Berater der Baden-Württembergischen Bank Stuttgart, der in der Zwischenzeit im Stiftungsmanagement der LBBW-Stiftungsfamilie tätig ist.
„Wir freuen uns über alle Ideen, die zu `TUN` passen“
Mit der Gründung machen die Walthers einen Grundsatz zur Richtschnur, der ihnen sehr wichtig ist: „Lebe vor, was Du von anderen erwartest.“ Persönlich legt das Ehepaar deshalb großen Wert darauf, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu kompensieren. Dabei setzen die beiden etwa auf erneuerbare Energiesysteme wie Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und Solarthermie. In ihrem naturnahen Garten bietet ein Brunnen die Möglichkeit, Gießwasser zu fördern. Und der dort neu angelegte Teich wird künftig Amphibien und Insekten einen Lebensraum bieten.
„Durch die Gründung der Stiftung sehen wir die Möglichkeit, bereits jetzt etwas zurückzugeben, aktiv daran teilzuhaben und auch anderen diese Themen nahezubringen“, sagt Petra Walther. Ein schönes Gefühl ist es für sie außerdem, dass die Treuhandstiftung die Lebenszeit der Stifter überdauern und in ihrem Sinne weitergeführt werden wird.
Man kann also sagen, dass 2025 etwas seinen Anfang nahm, das mit Fug und Recht als ihr Herzensprojekt bezeichnet werden darf. Verbunden ist es mit dem Wunsch, „dass die Stiftung lebt.“ Engagierte Menschen, Lehrkräfte und Fördervereine von Bildungseinrichtungen sind deshalb ausdrücklich eingeladen, mit Vorschlägen auf die Gründer zuzugehen. Sei es, wenn Schulen ein Winterquartier für Igel anlegen wollen oder Vereine finanzielle Unterstützung für den Tierschutz benötigen: „Wir freuen uns über alle Ideen, die zu `TUN` passen“, betont Andreas Walther. Nicht zuletzt natürlich auch über Spender, die mit dazu beitragen, die Projekte zu fördern.
Schon viel bewirkt
Obwohl die Stiftung noch jung ist, konnte sie bereits viel bewirken. „Zum Start haben wir drei kleinere Vereine mit Fördermitteln jeweils im vierstelligen Bereich unterstützt“, berichtet Andreas Walther. Neben den Pfotenengeln Zollernalb freuten sich der Verein Lebenswert mit Sitz in Haigerloch und die Pfötchenhilfe Schömberg-Schörzingen über wertvolle Hilfe für ihr vielfältiges Wirken in den Bereichen Tier- und Naturschutz. „Wir waren und sind positiv überrascht und erfreut, mit welchem Engagement und hoher Fachkenntnis und Umsicht die Vereine auftreten und helfen“, merkt Petra Walther an.
Und so gelingt es - peu à peu und ganz im Sinne von Marie von Ebner-Eschenbach - das Gute in die Welt zu bringen.
