Taubenplage in Balingen
: Wildwest mit Säure und Bogen – Leser schockiert

In den sozialen Netzwerken brennt die Debatte über Tierleid und Verantwortung. Die Mehrheit der Balinger lehnt radikale Methoden ab.
Von
Michael Merk
Oberndorf
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Wie lässt sich die „Taubenplage“ in Balingen lösen?

Jessica Müller

Nach dem Artikel, in dem Anwohner ihren Verdruss über die zunehmende Zahl von Tauben äußerten, ist in den sozialen Medien eine hitzige Debatte entbrannt. Besonders empört reagieren viele Leser des Schwarzwälder Boten auf drastische Maßnahmen, zu denen offenbar manche Anwohner greifen.

Zwei Nutzer zeigen sich entsetzt: „Pfeil und Bogen ... geht’s noch? Man kann sich nur wundern.“ Ein anderer fragt: „Wie kann man nur so brutal sein?“. In dem ursprünglichen Artikel hatte ein Bewohner berichtet, dass einige Nachbarn sogar Spritzpistolen mit Säure befüllen und auf Tauben zielen würden.

Ein anderer Kommentator zieht einen drastischen Vergleich: Die Situation erinnere ihn an den Wilden Westen. Sein Vorschlag: „Vielleicht sollte die Stadt ein paar Euro in die Hand nehmen und sich an einen Falkner wenden.“ Doch auch dieser Idee wird widersprochen.

Greifvögel würde nicht abschrecken

„Ein Falke löst kein Taubenproblem, er verschiebt es nur“, entgegnet ein Nutzer. Die Vögel würden sich nur vorübergehend zurückziehen, letztlich aber wiederkehren. Die Population werde nicht reduziert, sondern lediglich gestresst und zerstreut. „Ein solches Vorgehen ist nicht nur tierschutzwidrig, sondern auch praktisch wirkungslos“, schreibt er weiter.

In eine ähnliche Richtung argumentiert ein weiterer User: Selbst wenn ein Greifvogel Erfolg habe, werde das Problem nur verlagert. Das sogenannte Taubenproblem sei menschengemacht – und das Leiden beträfe am Ende beide Seiten. „Diese Tiere dafür leiden zu lassen, ist ein Armutszeugnis der Menschheit und eine Schande dafür, wie Gemeinden und Kommunen mit fühlenden Lebewesen umgehen“, heißt es dort.

Futterstellen und Taubenschläge

Als nachhaltige Lösung schlagen mehrere Nutzer betreute Taubenschläge und kontrollierte Futterstellen vor. Eine Nutzerin schreibt: „Vielleicht sollte die Stadt ein ordentliches Taubenmanagement mit betreuten Futterstellen aufbauen – nur das ändert nachhaltig etwas an Taubenproblemen.“

Die Stadt Balingen ist bereits aktiv: Seit über einem Jahr arbeitet die Stadt mit einem Tierschutzverein zusammen, um die Taubenpopulation in Balingen unter Kontrolle zu halten. Mit Taubenschlägen dem Austauschen der Eier mit Gips-Eiern soll auf die Taubenpopulation Einfluss genommen werden.

Unabhängig davon, welche Maßnahmen konkret ergriffen werden, herrscht unter den meisten Kommentierenden Einigkeit: Es braucht nachhaltige und tierfreundliche Konzepte – Tötungen gehören nicht dazu.

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