Stausee Schömberg: So finden Google-User den Stausee

Der Stausee in Schömberg. Bei Touristen und Google-Bewertern ist der Ort äußerst beliebt.
Jennifer dillmannSchömberg im Zollernalbkreis wird nicht ohne Grund auch als Stauseestadt bezeichnet. Vor über 70 Jahren wurde dieser See errichtet – zur Stromerzeugung und seit Langem schon als beliebte Touristenattraktion. Rund 2000 Bewertungen wurden bereits bei Google zur Sehenswürdigkeit abgegeben. Wir haben uns diese Bewertungen einmal genauer angesehen und nachgeschaut, wie das Gewässer im Netz ankommt.
In nackten Zahlen lässt sich direkt feststellen: Der Stausee ist äußerst beliebt unter den Google-Kritikern. 4,5 Sterne belegen diese Annahme. Die Stadt Schömberg weiß um diese Beliebtheit und wirbt auf ihrer Homepage mit zahlreichen Attraktionen, die dort geboten werden: Bootfahren, das nahegelegene Miniaturdorf, Streichelzoo und Erlebnispark.
Frei laufende Hunde
„Eine nette kleine Location, die sich zum Spazierengehen oder für eine Gassirunde eignet. Besonders Kinder werden dort gut unterhalten mit dem Minidorf, kleinen Fahrmöglichkeiten oder Papageien. Am Stausee selbst gibt es Boote, Verpflegung und viele Liegemöglichkeiten“, schreibt unter anderem der User „Marketingwelt Lipp“, der bereits rund 350 Rezensionen verfasst hat, dazu vergibt er fünf von fünf Sternen.
Als störend empfindet der User jedoch „dass viele Hunde doch frei herumlaufen“. Für die Vierbeiner hat die Verwaltung auf der Homepage klare Regeln aufgestellt. So appelliert die Stadt, die angrenzenden Wiesen und Wege nicht als Hundetoilette zu missbrauchen. Das Baden von Hunden ist tabu.
Auch Userin „Iris Wöhrle“ hinterlässt äußerst positives Feedback im Netz: „Schöne Wanderwege, um den See und nähere Umgebung. Unter der Woche nicht so viel los. Ruhige Lage zum Ausspannen und Krafttanken.“ Dieser Meinung schließen sich die meisten Kritiker an.
Unfall im Juni 2023
Nur selten tauchen Kommentare mit schlechtem Feedback auf. „Werner Joos“ zum Beispiel schreibt: „Zurzeit ist das Wasser an der Oberfläche sehr schmutzig.“ Allerdings ist dieser Beitrag bereits vier Jahre alt.
Die Verwaltung versichert, dass die Qualität des Wassers regelmäßig überprüft wird. Die Badeempfehlung der vergangenen Jahre lautete durchgehend: „zum Baden gut geeignet“.
Damit der Badespaß im Sommer nicht in einer Tragödie endet, sind auf dem Internetauftritt der Stauseestadt zahlreiche Warnhinweise und Grundregeln fürs Baden im See hinterlegt. Generell gilt hier nämlich: Baden auf eigene Gefahr. Im Juni 2023 etwa kam es zu einem tragischen Badeunfall, bei dem ein 61-jähriger Mann sein Leben verlor.
Im Winter warnen Stadt und Feuerwehr eindringlich davor, den zugefrorenen Stausee zu betreten. „Ist man erst mal eingebrochen und befindet sich im Wasser, kühlt der Körper extrem schnell aus. Dann wird es sehr schwierig, sich alleine aus dieser Lage wieder zu befreien“, sagt Feuerwehrkommandant Lucas Mager.
Wenn man sich aber an diese Hinweise hält und keine Risiken eingeht, steht einem schönen Ausflug zum Schömberger Stausee nichts im Weg. „Ein sehr schöner Stausee, der oft gut besucht ist. Der Strand besteht aus Steinen, weshalb Badeschuhe empfohlen sind. Es gibt Parkplätze direkt am See und auch 5 bis 10 Gehminuten entfernt“, bestätigt User „David Biesenecker“. Und „laude (C. Link) meint: „Ich würde den Schömberger Stausee jederzeit dem Freibad vorziehen, zumindest wenn die Wassertemperatur hoch genug ist.“
Übungsszenario
Rettungskräften dient das künstliche Gewässer zusätzlich als optimales Übungsszenario – sowohl im Winter als auch im Sommer. Im August vergangenen Jahres waren Wasserwachten mehrerer Feuerwehrabteilungen, unter anderem aus Mengen, Ostrach und Sigmaringendorf, zur Feuerwehrabteilung Schömberg angereist, um dort gemeinsam den Ernstfall zu proben.
Das Übungsszenario: Ein Auto mit vier Insassen ist in den See gefahren. Eine Person musste aus dem Fahrzeug befreit, eine weitere direkt aus dem Wasser gerettet werden. Eine dritte Person trieb ab, nach der vierten wurde getaucht – sie galt als vermisst.
Wenn die Temperaturen wieder etwas freundlicher werden, darf man davon ausgehen, dass wieder zahlreiche Besucher das Angebot rund um den Stausee wahrnehmen werden und in Schömberg aufschlagen.
