Semino Rossi in der Balinger Stadthalle: Rote Rosen und Schokolade für den Künstler

Sorgte für magische Momente in der Balinger Stadthalle: der Sänger Semino Rossi. „Wir sind im Herzen jung!“, so seine Botschaft.
Hans-Georg Auber- Semino Rossi begeistert ein ausverkauftes Konzert in der Balinger Stadthalle.
- Er singt von roten Rosen, magischen Momenten und „Te quiero“ – Fans schenken Rosen und Schokolade.
- Nadin Meypo und Kevin Papst animieren das Publikum mit Ansagen, Gospel und „Hallo Dolly“.
- Publikum singt und schunkelt, sogar Sirtaki wird getanzt – Langeweile kommt nicht auf.
- Rossi teilt Erinnerungen an seine Mutter und Enkel, Botschaft: „Wir sind im Herzen jung!“
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Das Publikum dreht am Ende des ausverkauften Konzerts den Spieß um: Begeisterte Fans schenken Semino Rossi, der den halben Abend von roten Rosen, magischen Momenten und „Te quiero“ (Ich liebe dich) gesungen hat, echte rote Rosen und eine Tafel Schokolade zurück.
Er scheint sehr erfreut und kommentiert die Schokolade mit einem Scherz, auf Kosten seiner Gesundheit beziehungsweise Fitness. Die Rosen trägt er für die folgenden vier Zugaben unterm Arm über die Bühne.
Doch für die passende Stimmung von Anfang an sorgen Nadin Meypo als Conférencière und ihr Kollege Kevin Papst als Trompeter und Sänger. Beide versuchen mit ihren Ansagen, Liedern und Bonmots die Zuschauer aus der Reserve zu locken. Was hier in der Stadthalle Balingen mühelos gelingt.
Zuhörer sind aktiv gefordert
Ob ein Gospel-Medley mit Trompetenbegleitung, ein „Hallo Dolly“ als Instrumental, das die Zuschauer an den großen Trompeter Louis Armstrong erinnert, bis zur Geschichte des Flügelhorns, das Papst ebenfalls als Lieblingsinstrument präsentiert.
Die Geschichte besagt, dass das Instrument von Papsts Urgroßvater stammt und durch die Generationen vererbt, das heißt weitergeschenkt, wurde - bis zu Papsts Vater. Der hätte ihm dann das Flügelhorn verkauft. Aha! Alle geschäftstüchtigen Schwaben im Saal lachen.
Nur eines hätte ihm sein Vater geschenkt, das heißt vererbt, verrät Papst: „den großen Scheitel“ auf dem Kopf, zeigt er lachend auf die Glatze. Aber damit habe er sich abgefunden.
Nach der Geschichte sind die Zuhörer aktiv gefordert. Auch hier lassen sich die Balinger nicht zweimal bitten. Es wird geschnippt und zusammen die Spirituals gesungen beim „Battle of Jericho“ und „When the saints go marching in“ - für die stimmgewaltigen Balinger kein Problem.

Nadin Meypo und Kevin Papst lockte das Publikum mit Ansagen, Liedern und Bonmots aus der Reserve.
Hans-Georg AuberNadin Meypo übernimmt bei dieser „positiven Energie“ und wechselt sprachlich und geografisch ins italienische Fach, bis bei Capri die Sonne im Meer versinkt. Ein Muss in jeder Schlagernacht.
Beim 700-stimmigen Publikums-Chor im Refrain ("Bella Bella Marie ...") wäre selbst Gotthilf Fischer vor Neid verblasst. Dazwischen gibt es für das geneigte Publikum noch kurze Regieanweisungen: „Jetzt klatschen“, „jetzt schnippen“ (siehe oben), „jetzt rechte Hand auf die rechte Hüfte“ und so weiter, „dann schunkeln“. „Nehmen Sie bitte Platz, por favor“ - und alles wird dankbar befolgt.
Es wird schnell klar: Langeweile kommt nicht auf. Auch sprachlich zeigt man sich auf der Bühne flexibel. Nach deutschen, englischen, italienischen Anleihen hebt Nadin Meypo sogar die große Chansonsängerin Édith Piaf mit dem „Je ne regrette rien“ auf das deutsche Schlagerniveau. Aber was gäbe es daran zu bereuen?
Magische Momente
Szenenwechsel. Ein ganz in Schwarz gekleideter Herr betritt mit „zwei Engeln“ (Zitat Rossi: ohne Flügel) die Bühne. Große Ovationen! Der Moment, auf den alle gewartet haben. Semino Rossi macht schnell klar, was er vorhat und dass er sehr leidet. „Ich will die magischen Momente, so wie es früher einmal war.“ Also verspricht er als Reisender durch Zeit und Raum und Kulturen: „Heute hab ich Zeit für dich.“ Er landet plötzlich in Griechenland und der Saal tanzt Sirtaki.
Selbst die älteren Fans, die sich noch vor Stunden mit dem Rollator in die Halle gequält haben, werden urplötzlich munter und mobil. Magische Momente der anderen Art? Semino Rossi liefert - aber richtig!
Dazwischen nostalgische Erinnerungen an seine Mutter. Er singt ihr Lieblingslied „Vaya con Dios“ und er teilt schmunzelnd die Erfahrungen des knapp 65-jährigen Semino Rossi als Opa mit seinen drei Enkeln.
Eine Botschaft, die ankommt: Wir sitzen doch alle im selben Boot, aber „Wir sind im Herzen jung!“ Es folgen vier Zugaben - mindestens. Dann fällt der Vorhang. „Vámonos - Lass uns gehen!“