Schiefererlebnis Dormettingen
: Erinnerungspfad ist jetzt „Geopoint“

Elf Jahre nach der Einweihung: Der Erinnerungspfad beim Schiefererlebnis bekommt neue Tafeln – und das ist noch nicht alles.
Von
Volker Schweizer
Oberndorf
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Die Tafeln auf dem Erinnerungspfad beim Schiefererlebnis sind in die Jahre gekommen und werden deshalb erneuert

Schweizer

Im Juli 2024 wurde nicht nur das Schiefererlebnis eröffnet, sondern auch der Erinnerungspfad – ein drei Kilometer langer Rundweg, der die nationalsozialistische Gewaltherrschaft thematisiert.

„Dieser Teil des Parkgeländes ist uns sehr wichtig“, betonte Anton Müller am Donnerstagabend im Gemeinderat. Und deshalb freute es ihn wohl umso mehr, dass in seiner letzten Sitzung als Bürgermeister beschlossen wurde, die Informationstafeln zu erneuern.

Tafeln sind veraltet

Die Tafeln sind in die Jahre gekommen, einige schon verwittert und teilweise auch beschädigt. Auch die „Neuen“ kommen wieder aus dem Atelier Türk aus Balingen. Wann sie aufgestellt werden, steht noch nicht fest. „Es kann durchaus Anfang Oktober werden“, informiert Sandra Strähler, die Medien-Beauftragte für das Schiefererlebnis.

Alle Tafeln werden mit dem Geopark-Logo versehen, denn der Erinnerungspfad ist jetzt ein „Geopoint“. Der „Geopoint Dormettingen“ mache deutlich, dass Geologie nicht nur Schönes offenbare, sondern auch Spuren der Vergangenheit, die nicht vergessen werden dürften, heißt es auf der Internetseite des Geoparks Alb. Und weiter: „Der Unesco-Global-Geopark Schwäbische Alb setzt sich mit diesem besonderen Ort für die Verantwortung von Natur, Erdgeschichte und historischer Verantwortung ein.“

Bauhof schaut vorbei

Während des Zweiten Weltkriegs versuchten die Nationalsozialisten unter dem Codenamen „Unternehmen Wüste“ aus dem heimischen Ölschiefer kriegswichtigen Brennstoff zu gewinnen. Dabei wurden KZ-Häftlinge in mehreren Lagern auf der Schwäbischen Alb zur Zwangsarbeit gezwungen – auch bei Dormettingen.

Der Erinnerungspfad führt durch ein Landschaftsschutzgebiet, das nach dem Krieg trostlos und zerstört wirkte – eine echte „Wüste“, wie eben der zynische Projektname. Heute ist das Gebiet renaturiert, ein Rückzugsort für seltene Pflanzen- und Tierarten. „Der Bauhof schaut regelmäßig nach dem Rechten“, versichert Bürgermeister Anton Müller.

Besondere Stationen sind ein restaurierter Schiefermeiler mit Kipplore mitten im Gelände sowie eine Outdoor-Ausstellung am historischen Ort der ehemaligen Umspannstation. Die Ausstellung thematisiert das Schicksal der KZ-Häftlinge in den „Wüste“-Lagern sowie die Historie der Gemeinde Dormettingen in dieser Zeit.

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