Q-Fieber im Zollernalbkreis: 20 Fälle bestätigt – Infektionsquelle weiter unklar

Ein Lamm liegt auf Heu. Der Erreger des Q-Fiebers – das Bakterium Coxiella burnetii – wird insbesondere bei der Geburt von Lämmern und Kälbern ausgeschieden.
Landratsamt Zollernalbkreis- Q-Fieber im Zollernalbkreis: 20 bestätigte Fälle, Schwerpunkt Rangendingen.
- Quelle des Erregers bleibt trotz Ermittlungen des Veterinäramts unklar.
- Letzter Nachweis betraf einen älteren Fall mit Symptomen vor rund vier Wochen.
- Hausärzte testen häufiger; Schwangeren in Rangendingen wird eine Blutkontrolle empfohlen.
- Regen bindet Staub – weiterer deutlicher Anstieg der Fälle wird derzeit nicht erwartet.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Im Zollernalbkreis klinge das Q-Fieber-Geschehen ab, teilt das Landratsamt mit. Seit dem ersten laborbestätigten Fall am 18. September wurden mittlerweile 20 Infektionen beim Menschen verifiziert. „Trotz intensiver Nachforschungen des Veterinäramts konnte die Quelle des Erregers nicht festgestellt werden“, teilt die Behörde mit.
Der jüngste Nachweis ist ein alter Fall
Der zuletzt gemeldete Nachweis ging am Dienstag, 20. Oktober, beim Gesundheitsamt ein. Betroffen war eine Person aus Rangendingen. Es handelte sich jedoch nicht um eine neue Infektion: Die betroffene Person hatte bereits vor rund vier Wochen Symptome gezeigt. Die nachträgliche Blutuntersuchung zeigte, dass es sich um eine Q-Fieber-Erkrankung handelte. „Durch das gestiegene Bewusstsein für Q-Fieber wird bei grippeähnlichen Symptomen inzwischen häufiger getestet und gegebenenfalls nachgetestet. Deshalb können weiterhin nachträgliche Nachweise hinzukommen. Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass keine neuen Infektionen und Erkrankungen mehr auftreten“, erklärt Dr. Hansjörg Buck, Leiter des Gesundheitsamts.
Insbesondere Hausärztinnen und Hausärzte in Rangendingen sind für das Thema sensibilisiert und empfehlen bei entsprechenden Symptomen eine Blutuntersuchung. Vor allem Personen mit Herzerkrankungen oder Immundefekten und Schwangere haben ein höheres Risiko, eine chronische Q-Fieber-Erkrankung zu entwickeln. Da auch symptomlose Infektionen zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen können, wird Schwangeren in Rangendingen grundsätzlich eine Blutkontrolle zum Ausschluss einer Q-Fieber-Infektion empfohlen.
Konzentration auf Rangendingen
Da sich die Erkrankungen überwiegend auf Rangendingen konzentrieren – dort wurden 17 Fälle registriert, zwei weitere in Hechingen und einer in Meßstetten –, konzentrierten sich die Untersuchungen des Veterinäramts auf dieses Gebiet. Nach Einschätzung der Behörde steht der Fall aus Meßstetten nicht im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen in Rangendingen. „Insgesamt haben wir bei dem aktuellen Ausbruchsgeschehen sieben Schaf-, Ziegen- und Rinderhaltungen als relevant für eine mögliche Ausscheidung des Erregers eingestuft. Diese seuchenhygienisch abgegrenzten Tierhaltungen wurden beprobt und labordiagnostisch untersucht. In keiner davon konnte der Q-Fieber-Erreger nachgewiesen werden“, berichtet Dr. Ulrich Stähle, Leiter des Veterinäramts.
Der Regen hilft
Der Erreger – das Bakterium Coxiella burnetii – wird insbesondere bei der Geburt von Lämmern und Kälbern ausgeschieden. In der Umwelt kann er über Monate bis zu mehreren Jahren überleben und infektiös bleiben. Auf den Menschen übertragen wird das Bakterium hauptsächlich durch den direkten Kontakt zu infizierten Tieren oder durch die Inhalation erregerhaltiger Staubpartikel. Diese können durch den Wind über größere Entfernungen weitergetragen werden. Die anhaltende Trockenheit in diesem Jahr hat diesen Übertragungsweg möglicherweise begünstigt. Die jüngsten Regenfälle dürften dagegen dazu beigetragen haben, Staub zu binden und die Verbreitung erregerhaltiger Partikel zu verringern. Daher wird derzeit nicht mit einem deutlichen weiteren Anstieg der Fallzahlen gerechnet.
Unklar bleibt allerdings, ob die zahlreichen Nachweise beim Menschen auf ein aktuelles oder ein länger zurückliegendes Eintragsereignis zurückzuführen sind. Aufgrund der langen Überlebensfähigkeit des Erregers lässt sich dies bislang nicht abschließend beurteilen.
