Nachruf in Burladingen: Für alle da, doch nie im Rampenlicht

Erwin Ritter wie man ihn kannte.
BaduraWenn er nur was organisieren konnte...“, sagt Monika Ritter in liebevoller Erinnerung an ihren Mann. Erwin Ritter war immer am Organisieren und Planen: für seine Familie, für seine Freunde, für seine Vereine.
Der Burladinger gehörte als Gründungsmitglied der Narrenzunft Nautle und der örtlichen DLRG an, er gehörte dem Orgelbauförderverein Fideliskirche, dem Förderverein Georgskirche und dem TSV Burladingen. Überall engagierte er sich in der Vorstandschaft und erhielt für dieses Engagement die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen.
Im Rampenlicht stand er jedoch nie; wollte er nicht stehen. Das war überhaupt nicht seine Art, das überließ er bescheiden anderen.
Er besaß in noch weiteren Vereinen die Mitgliedschaft, etwa bei der Kolpingfamilie oder dem Albverein. Hier agierte er nicht in den Gremien. Doch wenn man seine Hilfe bei Veranstaltungen benötigte, stand er parat.
Ein rechter Vereinshansel? Nein, seine Familie hat er nie vernachlässigt, auch für sie war er immer da. Etwa am Herd. „Die Küche war seins“, sagt Monika Ritter. Er kochte leidenschaftlich gern, so auch bei den zahlreichen Hüttenfreizeiten, die wiederum er für Familie und Freundesgruppen organisierte.
Viele Freundesgruppen! Erwin Ritter musste man wegen seiner herzlichen, leutseligen Art, aber auch aufgrund seiner klaren Einschätzung der Dinge einfach gernhaben. Gespräche mit ihm verliefen stets anregend, da er über beträchtliches heimat- und kommunalpolitisches Wissen verfügte.
Jeder in der Stadt wusste, wer „Epfl“ war
Sie kannten Erwin Ritter nicht? Vielleicht doch. Sein Spitzname lautete von Kindesbeinen an „Epfl“. Er hatte nichts gegen ihn einzuwenden. Wenn man vom „Epfl“ sprach, wusste man in der Stadt wer gemeint war.
Geboren wurde Erwin Ritter am 24. November 1947 als Kind von Zachäus und Kreszentia Ritter. Nach der Schulzeit schlug er die Verwaltungslaufbahn ein. Er arbeitete den größten Teil seines Berufslebens in der Burladinger Stadtverwaltung, wo er im Jahr 2000 im Rang eines Stadtamtmannes hochgeehrt und geschätzt in den Ruhestand entlassen wurde.
Kurzfristig arbeitete er in Hechingen und gewann dort ebenfalls umgehend Freunde. Mit dieser Gruppe aus dem Verwaltungs-Umfeld spielte er über diese Zeit hinaus wöchentlich Volleyball.
Gemütlicher Mensch mit sportlichem Geist
In dem gemütlichen Menschen steckte ein sportlicher Geist: Er war Schwimmer (TSV Abteilungsleiter), Skifahrer, Wanderer, spielte Golf und in seiner Ausbildungszeit auf der Verwaltungsschule Haigerloch Fußball. Dort, in Haigerloch, gehörte er – natürlich – einem Team an, das sich etwa um Ausflüge kümmerte. Wiederum hat sich diese Kameradschaft lebenslang erhalten. Ausflüge und Treffen der Studienkollegen wurden über Jahrzehnte fortgesetzt.
Von den Zusammenkünften zeugen Bilder. Der Verstorbene fotografierte leidenschaftlich gern und hat es darin zu einer, darf man sagen, Meisterschaft gebracht.
Aus seinen zahlreichen Aufnahmen fertigte er Fotobücher. Vor allem jedoch archivierte er sie akribisch: Ob Nautle-Jubiläen, Schwimmfeste, Porträts von Stadträten und Verwaltungsangehörige oder Gemeinderatstermine mit grandiosen Nachsitzungen – Erwin hatte alles bei Bedarf sofort zur Hand.
Davon profitierte nicht zuletzt unsere Zeitung. Etwa wenn es darum ging, stadthistorische Ereignisse zu bebildern. Er schickte uns auch sonst regelmäßig Berichte. Sie wurden, weil interessant oder vergnüglich alle veröffentlicht.
Probleme hatte er schon seit Jahren mit einer Wundheilung am Bein. Die Operationen mehrten sich. Zuletzt saß er in seinem Eigenheim von seiner Frau Monika und der Sozialstation betreut, im Rollstuhl. Doch noch immer kümmerte er sich um die Küche, schnippelte die Zutaten und gab, weil er selber nicht mehr am Herd stehen konnte, die Anweisungen, wie das im Einzelnen zuzubereiten sei.
Friedlich im Familienkreis entschlafen
Die Zuversicht hat er zu keiner Stunde aufgegeben. Er zeigte sich voller Zuversicht, die Krankheit zu überwinden und bald ins gesellschaftliche Leben zurückkehren zu können. Diesen Kampf hat er verloren. Am 11. Februar schlief er friedlich im Beisein seiner Familie ein.
Um ihn trauern seine Frau, seine beiden Kinder Bettina und Martin sowie Enkel Benjamin. Er war der Stolz und die Freude des Großvaters. Sie verbrachten viel Zeit miteinander.
Aufgrund der Verbundenheit rufen auch wir ihm ein letztes „Adieu, Erwin!“ zu.
Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet an diesem Freitag, 27. Februar, um 13.30 Uhr in der Burladinger Fideliskirche statt.
