Musikschule Burladingen
: Christoph Kolb verspricht nicht zuviel

Der Auftritt der Brassband 3.1.3 endete in beinahe frenetischem Jubel. Es war ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr der Musikschule Burladingen.
Von
Matthias Badura
Oberndorf
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Schwarzwälder Bote

Die Veranstaltung in Stetten bildete nach den vorangegangenen Konzerten mit dem Pianisten Marc Lohse und dem Landesjugendorchesters einen weiteren, strahlenden Glanzpunkt in der Veranstaltungsreihe „50 Jahre Jugendmusikschule Burladingen“.​

Womöglich war ein Teil des Publikums zunächst deshalb erschienen, um Jugendmusikschulleiter Christoph Kolb – zugleich Bandleader von 3.1.3. – die Ehre zu erweisen. Weil sich das „gehört“, aber ungewiss dessen, was man hier geboten bekäme.​

Garantiert hat abschließend von den zirka 180 Anwesenden in der Stettener Festhalle niemand sein Kommen bedauert. Der Funke der Begeisterung sprang schon beim ersten Stück des Septetts über. Und das Feuer loderte bis zum Schluss, als das Publikum sich erhob und klatschend noch eine Zugabe und noch eine Zugabe forderte. Nein, diese Ovationen waren gewiss nicht bloß der Höflichkeit geschuldet.​

Bier zum Musikgenuss

​Was zunächst verwunderte: Man saß in Tischreihen und es wurde während der Vorstellung bedient. Ein Fauxpas vonseiten des gastgebenden Musikvereins Stetten-Hörschwag? Irrtum. Die Band hatte die Bestuhlung ausdrücklich so gewollt. Es sollte, hieß es in der Begrüßung, ein „lockerer“ Unterhaltungsabend werden. „Trinken Sie ihr Bier, unterhalten Sie sich über uns, wir unterhalten uns hier oben ja auch über Sie“, ulkte Schlagzeuger Marcel Jäger, der die Titel ansagte. Mit dieser Ansage war das Eis endgültig gebrochen. Bemerkenswerterweise unterhielt sich das Publikum im Verlauf des Abends weit weniger miteinander, als es gedurft hätte. Die Titel wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Vielleicht wusste mancher auch einfach nichts mehr zu sagen, in Anbetracht der solistischen Leistungen, die in die Stücke eingeflochten waren.​

Dargeboten wurden von den hochprofessionellen Musikern, die sich lange kennen und vor zwei Jahren für Brass 3.1.3 zusammentaten, Titel verschiedener Stilrichtungen. Zum glanzvollen Auftakt etwa der Attila-Marsch (Fucik), später die Slavonicka-Polka (Fuka), ein Abba-Medley, eines vom Wohlfühl-Sounder James Last, ein weiteres aus der Ära der Neuen Deutschen Welle oder Claptons „Tears in Heaven“. Letzteres unglaublich gefühlvoll dargeboten, während die sieben bei anderen Arrangements tüchtig „Speed“ gaben. Kaum glaublich, wie schnell man auf einer Trompete, aber auch auf einer sonst so gemütlichen Tuba exakt die Töne treffen kann. Es waren Kunststücke dieser Art, die immer wieder Bravo-Rufe hervorriefen.​

Wiedersehen angekündigt

Rund zweieinhalb Stunden dauerte die Vorstellung mit Pause. Man hätte noch viel länger zuhören mögen. ​

Der Kapelle dürfte der Abend ebenfalls gefallen haben. Ein Wiedersehen im Raum Burladingen wurde in Aussicht gestellt. Wenn auch noch kein Termin feststeht, darf man sich trotzdem schon darauf freuen.​

Nicht vergessen werden sollen die Künstlerinnen und Künstler, die den Abend mit fröhlichen Melodien einleiteten: die Jugendkapelle Stetten-Hörschwag/Melchingen. Am Schluss ihrer Vorstellung gab’s das Hohenzollern-Lied, bei dem der Saal treulich mitsang.

Info

Die Brassband, Leitung Christoph Kolb, besteht aus Balint Takás, Simon Harder und Christian Geltner, Trompeten und Flügelhörner; Marcel Jäger, Schlagzeug und Ansage; Sascha Schröter, Tuba; Lukas Class und Christoph Kolb Posaunen und Tenorhörner. Dreimal hohes, dreimal tiefes Blech und ein Schlagzeuger – so erklärt sich der Bandname: 3.1.3.​ Jubiläumstermine Als nächste Veranstaltung im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der Jugendmusikschule Burladingen steht ein Singpausen- und Bläserklassennachmittag auf dem Programm. Stadthalle Burladingen, 8. Mai, 14 Uhr. Am 9. Mai folgt die Aufführung des Musicals „Das wilde Pack“, ebenfalls in der Stadthalle. Beginn ist um 15 Uhr.

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