Jubiläen in Heiligenzimmern
: Gleich zweimal ist Grund zum Feiern

Die Pfarrkirche St. Patricius in Heiligenzimmern hat zwei Jubiläen: Vor 175 Jahren wurde das Bauwerk vollendet und vor 160 Jahren geweiht.
Von
Jens Schlehe
Oberndorf
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Blick in die Pfarrkirche St. Patricius von der Empore aus

Jens Schlehe

Blickt man in die alten handschriftlich vorliegenden Dokumente im Pfarrarchiv, zeigt sich, was die damalige Bevölkerung auf sich nahm. In Briefen vom 4. Juli 1844 heißt es, die Gemeinde habe drei Fehljahre in Folge erlebt. Die Gemeinde sei arm und habe infolge der schlechten Ernten viel gelitten. Die Quellen belegen, dass der Wille zum Bau der Pfarrkirche in der Gemeinde überaus hoch war. Die Mittel wurden herbeigeschafft in der damals rund 450 Einwohner zählenden Gemeinde.

Im November 1844 wurde das Forstamt auf Erlass des Oberamtes Haigerloch angewiesen, Holz für den Dachstuhl zu fällen. In den darauffolgenden vier Jahren fanden Holzfällungen statt.

Der Grundstein für die Pfarrkirche St. Patricius wurde am 28. August 1847 gelegt. Ein Jahr zuvor war mit erheblichem Aufwand das Plateau geschaffen und vorbereitet worden, auf dem sich der Sakralbau heute über Heiligenzimmern erhebt. Der Bau wurde von März 1847 bis Oktober 1848 in eineinhalb Jahren umgesetzt.

Nachdem der Bau fertiggestellt war, setzte sich die Pfarrei Heiligenzimmern mit Johann Nepomuk Meintel, dem Begründer der Horber Bildhauerschule, in Verbindung. Er sollte die Altäre sowie die Kanzel der Pfarrkirche fertigen. Meintel startete mit den Arbeiten und baute 1854 den Hochaltar, die beiden Seitenaltäre – vernichtet in der Renovierung 1963 bis 1965 – sowie die Kanzel in die Pfarrkirche ein.

Sie wird 175 Jahre alt: die Pfarrkirche St. Patricius.

Foto: Schlehe

Es jährt sich auch die feierliche Kirchweihe der Pfarrkirche St. Patricius. Dieses Jahr fällt der Kirchweihtag mit einem weiteren besonderen Tag zusammen: dem Tag des offenen Denkmals. Die Kirchweihe fand am 14. September 1865 statt. Bei Recherchen wurde ein kleines handschriftliches Pergament mit dem bischöflichen Siegel von Rottenburg entdeckt. Es handelt sich um die Weiheurkunde, die Bischof Josef von Lipp zur Kirchweihe aufgesetzt hat. Das Dokument bezieht sich direkt auf den noch erhaltenen Hochaltar von Johann Nepomuk Meintel.

160 Jahre altes Pergament von Josef von Lipp mit bischöflichem Siegel

Foto: Steffen Jahn

Um dieses Jubiläum zu begehen, öffnet der neugotische Sakralbau am 13. sowie 14. September im Rahmen des Tags des offenen Denkmals seine Pforten. Die Initiative zur Erhaltung und Restaurierung des Kirchenschatzes bietet acht Führungen an. Im Mittelpunkt steht die Innenausstattung von Johann Nepomuk Meintel. Der zweite Themenbereich widmet sich dem restaurierten Dachtragwerk.

Führungen am Tag des offenen Denkmals

Das Führungsangebot am Tag des offenen Denkmals: Samstag, 13. September, 15 bis 16 Uhr sowie 17 bis 18 Uhr, Kirchenschatz; 16 bis 17 Uhr sowie 18 bis 19 Uhr, Dachtragwerk. Am Sonntag, 14. September, gibt es Führungen zum Kirchenschaft von 11 bis 12 Uhr und von 14 bis 15 Uhr. Das Dachtragwerk ist zu besichtigen von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr und von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Interessenten melden sich per E-Mail unter pfarrkirche.stpatricius@gmail.com oder online an.

Bei gutem Wetter lädt die Initiative zur Erhaltung und Restaurierung des Kirchenschatzes mit Unterstützung des Teams der Sozialarbeit Heiligenzimmern am Sonntag, 14. September, nach dem Gottesdienst ab 10.30 Uhr zusätzlich zu einer Hockete an der Pfarrkirche ein.

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