Kurioser Vorfall im Zollernalbkreis
: Oberbürgermeister fährt zwei Mal in Radarfallen – das sagt er dazu

Nun, da rätselt der Zollernalbkreis mit: Ein Oberbürgermeister fährt in einen Blitzer und ein Boulevardblatt berichtet. Wie das Foto dorthin gelangte, was er bezahlen musste: Unsere Redaktion hat bei ihm nachgehakt.
Von
Julia Gern
Zollernalbkreis
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Ja, tatsächlich: Der Oberbürgermeister raste in die Radarfalle.

Ja, tatsächlich: Der Oberbürgermeister raste in die Radarfalle.

Stadt Albstadt
  • Albstadts OB Roland Tralmer wurde zweimal mit 56 und 58 km/h geblitzt.
  • Orte der Kontrollen: stationär in Lautlingen und mobil in Ebingen an der Meßstetter Straße.
  • Das Foto gab Tralmer nach Anfrage der „Bild“ selbst heraus – die Fälle liegen Monate zurück.
  • Er zahlte jeweils 60 Euro und betont: Sein Punktekonto blieb seit Führerscheinerwerb bei Null.
  • Die Stadt Albstadt kassiert die Einnahmen; 2024 brachte Lautlingen rund 177.000 Euro ein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ja, man muss schon zweimal hinsehen, um zu erkennen, wer da hinter dem Steuer sitzt: Die „Bild“ berichtete vor Kurzem über einen Oberbürgermeister, der seinen eigenen Radarfallen ins Netz ging. Der Beweis: ein schwarz-weißes Blitzerfoto, leicht unscharf.

Spätestens der Fotovermerk „Stadt Albstadt“ verriet: Es geht um einen Politiker aus dem Zollernalbkreis. Ein Oberbürgermeister a. D. war es jedenfalls nicht, auch wenn vermutlich gerätselt wurde, ob das Bild nicht womöglich Hans-Martin Haller oder Klaus Konzelmann zeigen könnte. Nein, weit gefehlt. Roland Tralmer gab auf Anfrage unserer Redaktion ohne Umschweife zu: In zwei Fällen hat er ein bisschen zu stark aufs Gaspedal gedrückt.

Geblitzt in Lautlingen und Ebingen

Vom Rasen allerdings ist Tralmer weit entfernt: Mit 56 und 58 Stundenkilometern wurde er in seinem Privatauto geblitzt, „einmal am stationären Blitzer in der Ortsdurchfahrt Lautlingen und ein anderes Mal bei einer mobilen Kontrolle in Ebingen an der Meßstetter Straße in Richtung Meßstetten“. Heißt zugleich: Der berühmt-berüchtigte Blitzeranhänger der Stadt Albstadt, der zurzeit häufig auf der B463-Umleitungsstrecke zu finden ist, hat bei Tralmer nicht zugeschlagen.

Der OB fügt hinzu: „Richtig ist, dass mein Punktekonto seit Erwerb des Führerscheins im letzten Jahrhundert stets auf Null geblieben ist.“

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Tralmer selbst gibt das Foto heraus

Dem Boulevardblatt war Tralmers Knöllchen-Nummer dennoch eine Geschichte wert. „Die Story ist dem Sommerloch geschuldet und schon steinalt“ – und zwar mehrere Monate, schickt er hinterher.

Doch wie kommt das Blitzerfoto, das ansonsten höchstens im Verwarnschreiben auftaucht, an die Öffentlichkeit? Nachdem „Bild“ von der Sache Wind bekommen hatte, hat Tralmer es selbst herausgegeben.

Der OB bezahlt seine Knöllchen

Also, was, wenn Tralmer es sich aussuchen dürfte: Wohin sollten die 60 Euro fließen? „Wenn ich es bestimmen könnte, würde ich es der Vereinsförderung zukommen lassen, um insbesondere die Ehrenamtlichen in der Stadt zu unterstützen“, erklärt er. In Albstadt bleibt das Geld jedenfalls, schließlich handelte es sich beide Male um Kontrollen der Stadt selbst; die Kreiskasse geht leer aus. „Nachdem auch der OB stets seine Knöllchen bezahlt – was offenkundig manchen verwundert –, lege ich auch Wert darauf, dass es in Albstadt verwendet wird.“

Die Zahlen zeigen: Die Blitzer spülen einiges an Geld in Albstadts Kassen. Beispiel Lautlingen: Tempo 50 tagsüber und Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr werden seit 2020 in der Ebingertalstraße auf der B 463 überwacht. Die Einnahmen im Jahr 2024 beliefen sich laut Messbericht der Stadtverwaltung bei 3962 Verstößen auf circa 177.000 Euro.