Gemeinderat in Dotternhausen: Kommune passt die Elternbeiträge an

Die gesetzliche Ganztagsbetreuung kann in Dotternhausen bereits ab nächstem Schuljahr für alle vier Klassenstufen ermöglicht werden.
SchlossbergschuleKommunen in Baden-Württemberg dürfen und müssen sich aktuell mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagesförderung ab dem kommenden Schuljahr beschäftigen. Dies tat am Mittwochabend auch der Gemeinderat in Dotternhausen und legte bereits ein konkretes Konzept vor, wie man diesem gesetzlichen Anspruch gerecht werden kann. Jedes Kind hat künftig von der ersten bis zur vierten Klasse in der Grundschule einen Anspruch auf ganztägige Förderung in einer Tageseinrichtung. Ab dem kommenden Schuljahr gilt dies für die Klassenstufe 1, dann geht es gestaffelt weiter. Ab dem Schuljahr 2029/2023 gilt dies für alle vier Klassenstufen.
Dotternhausen drückt aufs Gas und möchte das entsprechende Betreuungsangebot an der Schlossbergschule bereits ab Herbst für alle vier Klassenstufen realisieren. Emilie Brier vom Hauptamt stellte dem Gemeinderat die Pläne vor.
Die Grundschule in Dotternhausen bietet bislang eine Betreuung vormittags und nachmittags von Montag bis Donnerstag an, freitags lediglich am Vormittag. „Entsprechend muss, um den Rechtsanspruch zu erfüllen, das Angebot auf Freitagmittag und die Ferienzeiten ausgeweitet werden“, informierte Brier.
Hierzu kamen laut Verwaltung mehrere Optionen infrage: die Zusammenarbeit mit dem Haus Nazareth oder dem Diasporahaus Bietenhausen, eine Kooperation mit Schömberg oder die Erfüllung durch eigenes Personal.
Am Ende lief es auf letztere Option raus. „Kooperationen mit anderen Häusern stellten sich nach Prüfung als wirtschaftlich nicht sinnvoll dar“, so Brier. Die Nachbarstadt Schömberg habe sich für ein eigenständiges Modell entschieden.
Verwaltung erarbeitet eine eigene Lösung
Also erarbeitete die Verwaltung eine eigene Lösung. Das bestehende Team aus vier Betreuungskräften und einem FSJler soll demnach um zwei Kräfte erweitert werden. Mit diesem personellen Umfang könne der anstehende Betreuungsaufwand bewältigt werden. „Ich weiß, dass sich viele Kommunen schwer tun, hier Personal zu finden“, merkte Ratsmitglied Marcus Eichstädt an. „Wie lösen wir das in Dotternhausen?“ Diese Frage konnte Bürgermeisterin Marion Maier bereits beantworten, denn: „Die zwei Kräfte wurden bereits gefunden und stünden bereit.“
Mit finanziellem Mehraufwand
Allerdings funktioniert die Umsetzung der Betreuungspläne nicht ohne finanziellen Mehraufwand. Zwar kann die Gemeinde auf Förderungen vom Land Baden-Württemberg hoffen. Doch selbst bei einer Förderzusage von 68 Prozent der Betriebskosten – Stand heute sind diese in der Höhe möglich – blieben noch Kosten von knapp 30.000 Euro pro Schuljahr, die gedeckt werden müssen. Deswegen schraubte die Verwaltung ein wenig an den Elternbeiträgen, die nun wie folgt aussehen: 15 Euro pro Monat fallen an für die Zeit von 7 bis 8.15 Uhr, 21 Euro für die Zeit von 11.55 bis 13.45 Uhr und 26 Euro im Monat für den Zeitraum zwischen 13.45 und 16 Uhr. Die Betreuung in den Ferien kostet 28 Euro pro Tag beziehungsweise 140 Euro pro Woche. Die Verwaltung merkte an, dass die Betreuung in den Ferien deswegen so teuer ist, weil bislang nur wenig angemeldet waren. Mit diesen Kosten strebe die Gemeinde eine Kostendeckung von 95 Prozent an. „Die Krux bei der ganzen Sache: Wir können auch nur einen Blick in die Glaskugel werfen und uns nach den bisherigen Anmeldezahlen richten“, erklärte Bürgermeisterin Maier. „Wir sagen ganz transparent, dass wir die Kosten so halten wollen, können es aber einfach nicht garantieren und müssen eventuell noch mal nachkalkulieren“.
Auch Gemeinderat Andreas Gerg legte viel Wert auf eine transparente Kommunikation mit den Eltern, um Verständnis zu schaffen. Im Großen und Ganzen wurde die Neubewertung als fair und vergleichsweise günstig bewertet. Das Gremium stimmte den Plänen der Verwaltung so zu.
