Ganztagesbetreuung in Balingen
: Gegen die Raumnot: Sichelschule erhält Anbau für 13 Millionen Euro

Ein neues Gebäude für die Ganztagesbetreuung soll die Platzprobleme an der Sichelschule lösen. Rund die Hälfte der 13 Millionen Euro Baukosten ist durch die Förderung des Landes abgedeckt.
Von
Andrea Maute
Balingen
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Die Sichelschule in Balingen erhält einen Anbau.

Die Sichelschule in Balingen bekommt einen Anbau. So soll er einmal aussehen.

Grafik: Planungsbüro
  • Balingen plant einen Anbau für die Sichelschule, um die Ganztagesbetreuung zu sichern.
  • Der Neubau verbindet drei Gebäude über Brücke und Hof – barrierefrei durch einen Aufzug.
  • Geplant sind Aula/Musiksaal, Mediothek, Ruheraum, Klassen 1/2, Personalräume und Kreativraum.
  • Kosten: 13 Millionen Euro, davon 6,561 Millionen Euro bewilligte Landesförderung.
  • Baubeginn wird für das Frühjahr 2027 angestrebt, Fertigstellung spätestens Anfang 2029.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie zählt fraglos zu den eindrucksvollsten und architekturhistorisch bedeutendsten Bauten in Balingen: die Sichelschule. Schon seit Längerem ist die Raumnot dort allerdings groß. Vier Klassenzimmer mussten aufgrund des Platzmangels bereits in Schulcontainer ausgelagert werden.

Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschüler ab dem Schuljahr 2026/2027 hat sich die Situation noch verschärft. Die bereits bestehende Platznot habe schnell deutlich gemacht, dass das Angebot an Ganztagesplätzen in der Zukunft nur über einen Erweiterungsneubau realisiert werden könne, ließ Melanie Oster vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft wissen. In der Sitzung des Technischen Ausschusses stellte sie den geplanten Neubau vor.

Über eine Brücke mit der Schule verbunden

Ins Gebäude soll nicht nur die Ganztagesbetreuung einziehen, es soll die Raumsituation auch so verbessern, dass die derzeit für 60.000 Euro pro Jahr angemieteten Schulcontainer abgebaut werden können und der Sportplatz der Schule wieder für den Sportunterricht zur Verfügung steht.

Der Erweiterungsbau wird, wie Melanie Oster erklärte, über eine Brücke mit zwei Obergeschossen der Sichelschule und über einen begrünten Innenhof mit dem Lehrerwohngebäude verbunden, wodurch eine enge funktionale Vernetzung zwischen Schule und Ganztagesbetreuung über drei Gebäude hinweg entstehe. Durch den geplanten Aufzug soll der Neubau barrierefrei und die Sichelschule besser zugänglich werden.

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Geplant ist, den Freibereich der Ganztagesbetreuung kompakt im Norden des Schulhofs anzuordnen. Außerdem soll die Grünfläche im Osten der Pausenfläche für Spiel- und Bewegungsangebote zur Verfügung stehen.

Der große, offene Raum im Erdgeschoss des Erweiterungsbaus kann zudem als Aula oder Musiksaal - beides fehlt momentan an der Sichelschule - genutzt werden. Ebenfalls im Erdgeschoß befinden sich die Mediothek und der Ruheraum.

In den beiden Obergeschossen werden die Klassenzimmer der Klassenstufen 1 und 2 Platz finden. Weiterhin sind hier Personalräume, das Leitungsbüro des Ganztagesteams, das Elterngesprächszimmer und Sanitärräume geplant. Das Dachgeschoß soll einen Kreativraum sowie das Lehrerzimmer für die Lehrer der Grundschule beherbergen.

Das „Herzstück“ des Gebäudes wird der verglaste Baukörper mit einem offenen Treppenhaus und lichtdurchfluteten, offenen Aufenthaltszonen bilden.

Auch der Außenbereich soll neu gestaltet werden. Angedacht ist eine Bewegungslandschaft mit verschiedenen Parcours. Außerdem sind Sitzmöglichkeiten im Schatten von Bäumen und Sträuchern vorgesehen.

Ein „zeitgemäßes Pendant“

Wie Melanie Oster weiter wissen ließ, sieht der Entwurf nach aktuellem Planungsstand konstruktiv einen Hybridbau vor - eine Mischung aus Stahlbetonbau und Holzbau. Auf dem Dach des Gebäudes wird eine PV-Anlage Platz finden. Der neue Baukörper soll „ein zeitgemäßes Pendant“ zur Sichelschule bilden und sich in Form, Höhe und Gestalt zurückhaltend an das denkmalgeschützte Gebäude anlehnen. Insgesamt drei Planungsbüros konnten das Auswahlgremium fachlich überzeugen.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 13 Millionen Euro. Eine Förderung des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 6,561 Millionen Euro ist bereits bewilligt. Weitere Fördermittel in Höhe von 362.000 Euro für den kommunalen Schulhausbau sind beantragt, bisher aber noch nicht bewilligt.

Angestrebt wird ein Baubeginn im Frühjahr 2027. Spätestens Anfang 2029 soll das neue Gebäude dann fertiggestellt sein. Für den Entwurf gab es im Technischen Ausschuss viel Lob und eine einstimmige Empfehlung an den Gemeinderat, die Planungen weiterzuführen.