SWEG beschreitet neue Wege
: Mit Aufklebern gegen Zug-Sprühereien

Die SWEG reagiert ungewöhnlich auf Graffiti-Delikte – nämlich mit einer Prise Humor. Sprecher Christoph Meichsner erklärt, wie stark der Zollernalbkreis betroffen ist, was die Reinigung kostet und ob Sparyer schon auf frischer Tat ertappt wurden.
Von
Maja Dick
Oberndorf
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Tobias Harms zeigt einen der neuen Aufkleber.

Meichsner

Bei Sprühereien wird künftig als Sofort-Maßnahme ein Aufkleber auf die Tags – also die Erkennungszeichen des Urhebers – geklebt. Damit soll verhindert werden, dass sich der Sprayer bis zur Reinigung des Fahrzeugs mit seinem illegalen Werk gegenüber anderen Graffiti-Akteuren profilieren kann. Der Aufkleber trägt die Aufschrift „Graffiti auf Zügen hat keinen SWAG. Mach lieber was Sinnvolles: sweg.de/deine-zukunft“.

Was „Swag“ bedeutet

Doch was bedeutet das Wortspiel „Swag“ überhaupt? „‚Swag’ steht in der Jugendsprache für eine lässig-coole Ausstrahlung oder für ein charismatisch-positives Auftreten. Mit der aktuellen Personalkampagne wollen wir zeigen, dass das Arbeiten bei der SWEG mit jeder Menge ‚swag‘ verbunden ist“, sagt Christoph Meichsner.

Auch wenn es schwer falle, versuche man das Thema mit einem Augenzwinkern anzugehen, sagt auch Tobias Harms, Vorsitzender der SWEG-Geschäftsführung. Grundsätzlich fehle ihm für illegale Graffiti jedoch jegliches Verständnis.

Illegale Graffiti auf Zügen – das sei Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs, was hohe Reinigungskosten verursache. „Sind Fahrzeuge besprüht, dann erkennen die Fahrgäste Piktogramme nicht mehr, die auf Flächen für Fahrräder, Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer hinweisen“ , sagt Meichsner.

Was das Entfernen kostet

Was eine Reinigung koste? „Ein Graffiti-Delikt verursacht grundsätzlich hohe Kosten“, erklärt Meichsner. Denn: Nicht nur die Reinigung sei zu tätigen sondern etwa auch die nötigen Überführungsfahrten zwischen Einsatzort und Werkstatt. Der jährliche finanzielle Schaden durch Graffiti auf den Zügen bei der Gesamt-SWEG liege im unteren bis mittleren sechsstelligen Euro-Bereich. Zudem: Müssen Fahrzeuge von einem Graffitischaden gereinigt werden, dann stehen sie längere Zeit nicht für den Fahrbetrieb zur Verfügung.

Gefährlich ist es sowieso

Außerdem müsse auch beachtet werden, dass das Aufbringen von Graffiti auf Zügen nicht ungefährlich ist, da die Fahrzeuge teilweise unter Oberleitungen stünden oder in Bereichen, in denen Zugverkehr stattfindet. Auf jeden ermittelten Sprayer kämen Strafen und Schadenersatzforderungen zu.

Auf frischer Tat ertappt?

Wurden schon Sprayer auf frischer Tat ertappt? „Bislang nicht“, sagt Meichsner. Es habe aber Fälle gegeben, wo Täter fast ertappt worden seien. Das habe man daran erkennen können, dass Graffiti unfertig gewesen seien und an herumliegenden Spraydosen.

Und wie kommt der ländliche Zollernalbkreis davon? Entstehen hier eher weniger Graffiti? „Grundsätzlich kommt es in allen Netzen der SWEG zu Graffiti-Sprühereien. Es lässt sich aber sagen, dass es in Ballungsräumen etwas mehr Vorfälle als in ländlichen Regionen gibt“, weiß Meichsner.

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