Big Band der Bundeswehr: Wenn Musik dazu dient, Gutes zu tun

Sängerin Bonita Louw gab bei ihrem Auftritt mit der Big Band der Bundeswehr ihre Stimmgewalt zum Besten.
Willy Schreiber- Benefizkonzert in Geislingen: Die Big Band der Bundeswehr spielte für die Emmi-Stiftung.
- Präzises Showorchester mit eigener Bühne und Lichttechnik – Soli und drei internationale Stimmen.
- Sängerinnen und Sänger: Sofia Andersson, Bonita Louw und Marco Matias traten gemeinsam auf.
- Die Emmi-Stiftung unterstützt neuronal erkrankte Menschen, vorgestellt durch Dirk Abel und Rebecca Kuhn.
- Ausblick: „Projekt 68“ plant ein weiteres Benefizkonzert und eine sechstägige Radtour.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gut, dass sich der damalige Bundesverteidigungsminister und passionierte Musikfreund Helmut Schmidt 1970 die Frage stellte, warum es bei der Bundeswehr eigentlich immer nur Marschmusik geben muss – und das kurzerhand änderte.
Geheimwaffe mal anders
Andernfalls hätte es diese „musikalische Geheimwaffe“, inzwischen bekannt als Big Band der Bundeswehr, nämlich nicht gegeben und dem Zollernalbkreis wäre ein fulminantes Konzert entgangen. Am Dienstagabend stand die Formation auf ihrer eigenen Bühne in der Schlossparkhalle und begeisterte die Anwesenden zugunsten der Emmi-Stiftung.

Oberstleutnant Tobias Terhardt (Mitte) und seine Big Band hatten in der Schlossparkhalle alles im Griff.
Willy SchreiberUnter der Leitung von Oberstleutnant Tobias Terhardt wartete die Big Band mit musikalischer Rafinesse auf, die die Gäste begeisterte. Wieder einmal war zu spüren, was Auftritte der Big Band der Bundeswehr auszeichnet: das Zusammenspiel von Präzision und Kreativität, die auf der Bühne spürbar wird. Egal, ob altbekannte Evergreens oder brandneue Hits, Musikbegeisterte konnten sich ganz dem auditiven Genuss hingeben.
Präzision und Kreativität
Nicht ohne Grund tourt das Showorchester nicht nur mit den Instrumenten durch ganz Deutschland, sondern selbstverständlich auch mit eigener Bühne. Die damit einhergehende Lichttechnik unterstreicht die Melodien und bringt Dynamik auf die Bühne. So bekommen neben den auditiven Qualitäten auch die optischen zur Geltung.
Neben zahlreichen Soli der Instrumentalisten war das Spotlight auf drei internationale Stimmgewalten gerichtet, die besser nicht harmonieren können: Die Schwedin Sofia Andersson erfüllt sich mit ihrer Bühnenkarriere ihren Kindheitstraum, die aus Südafrika stammende Sängerin Bonita Louw spielt gerne mit der Vielseitigkeit ihrer Stimme und der Portugiese Marco Matias schafft neben musikalischem Spitzenniveau auch noch eine besondere Verbindung zum Publikum.

Drei Stimmen der Superlative: Sofia Andersson, Marco Matias und Bonita Louw (v.l.)
Willy SchreiberBei all den musikalischen Highlights und Effekten sollte jedoch der Anlass des Benefizkonzerts keineswegs zu kurz kommen. Eingeladen hatte schließlich die Emmi-Stiftung zugunsten neuronal erkrankter Menschen. Dementsprechend hielt Vorsitzender Dirk Abel, auch bekannt als Balingens Oberbürgermeister, die Begrüßungsrede. Anschließend stellte Vorstandsmitglied Rebecca Kuhn die Stiftung sowie aktuelle Projekte vor.
Zugunsten erkrankter Menschen
„Der Imagefilm, den wir gerade gesehen haben, zeigt uns mehr als nur bewegende Bilder“, erklärt Kuhn im Anschluss zu einer anschaulichen Videosequenz. „Er zeigt uns die Geschichte von Emily – und er erzählt uns, wie aus einem tiefen persönlichen Schicksal die Emmi-Stiftung entstanden ist.“
Ein Zeckenbiss hatte ausgereicht, um das Leben der damals 13-jährigen Tochter des Oberbürgermeisters auf den Kopf zu stellen. Die Diagnose lautete nach monatelangem Kampf in der Rehabilitation: Locked-in-Syndrom. „Das bedeutet, dass ein Mensch bei vollem Bewusstsein im eigenen Körper gefangen ist“, umschrieb Kuhn die Erkrankung, bei der Betroffene kaum noch kommunizieren können, minimal über die Mimik und Augenbewegungen.
Familie Abel kennt die Nöte betroffener Menschen aus eigener schmerzhafter Erfahrung. Dazu können finanzielle Sorgen, gesellschaftliche Isolation und emotionales Leid zählen. „Wir helfen ganz praktisch und dort, wo der Alltag barrierefrei werden muss. Dabei haben wir uns ganz bewusst auf Baden-Württemberg begrenzt. Weil wir gesehen haben, dass die Not direkt vor unserer Haustür, hier in der Region, bereits riesengroß ist“, sagt Kuhn.
Wer die Stiftung unterstützen möchte, kann sich bereits den Sommer 2027 vormerken. Anlässlich des 18. Geburtstags von Emily und des 50. Geburtstags von Dirk Abel ist im Rahmen von „Projekt 68“ ein weiteres Benefizkonzert geplant. Außerdem gibt es eine sechstägige Radtour, die die wesentlichen Lebensstationen von Emily aufgreift – sei es die schönen, wie etwa Europapark oder Wilhelma, aber auch die prägenden, wie etwa Kliniken. Niemand muss die gesamte Tour mitradeln. Es kann individuell entschieden werden, bei welchen Etappen man dabei sein möchte.

Gute Laune garantiert mit dem Auftritt der Big Band der Bundeswehr in Geislingen.
Willy Schreiber