Augustmarkt Leidringen: Schwatz oft wichtiger als der Einkauf

Dicht an dicht drängen sich die Besucher zwischen den vielen Marktständen in Leidringen.
Wolf-Ulrich SchnurrEs ist fast Halbzeit in den Ferien, viele sind noch oder schon verreist. Trotzdem herrscht an diesem Donnerstagvormittag auf dem Leidringer Augustmarkt wieder dichtes Gedränge. Parkplätze waren innerorts rar und beispielsweise in der Isinger Straße bis hinaus ins Schuppengebiet belegt.
Das sonnige Wetter meinte es gut mit fahrenden Händlern, regionalen Standbetreibern und örtlichen Gastronomen: In den abgesperrten Straßen war kaum ein Standplatz frei, überall waren Schau- und Kauflustige unterwegs.
Auf dem Rückweg hatten viele zumindest eine Tüte oder Tasche mit einigen Einkäufen dabei. Und selbst wer nichts erwarb, holte sich oft zumindest ein Eis.
Glänzend läuft dasGeschäft, doch der gesellige Schwatz mit Bekannten ist oft das Wichtigste
„Die Geschäfte laufen bestens“, bestätigte ein Standbesitzer den Eindruck. Groß Zeit zum Erzählen hatte er aber nicht, die Kunden standen Schlange.
Die Besucher aus Leidringen, anderen Rosenfelder Teilorten und weit darüber hinaus waren im Gegensatz dazu sehr wohl zu einem Schwatz aufgelegt: „Hallo, bisch au wieder da?“, hörte man immer wieder, und sogleich ballte sich ein Grüppchen Bekannter, um sich über das Neueste auszutauschen.
„Da gibt’s alles, was du brauchsch“
Das breite Angebot von Gegenständen des Haushaltsbedarfs und Erzeugnissen aus der Region war da oft Nebensache. „Da gibt’s alles, was du brauchsch“, kommentierte ein Mann aus dem Kreis Rottweil. Den Sonnenhut gab es in Leidringen ebenso wie den warmen Schal für den Herbst.
Er und seine Frau waren zum ersten Mal auf den Leidringer Krämermarkt gekommen und von dem Gedränge positiv überrascht. Andernorts müsse man auf Märkten die Kundschaft mit der Lupe suchen , aber „hier hat’s mehr Besucher als Einwohner“, so ihr Eindruck.
Bei schönem Wetter immer viel los
Ungewöhnlich sei das aber nicht, sagte eine Einheimische: „Bei so schönem Wetter ist immer so viel los“, unterstrich die Leidringerin.
Vor allem im großen Biergarten und Zelt des Gasthofs „Sonne“ drängten sich hungrige und durstige Gäste. Die Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun, ausreichend Speisen und Getränke aufzutischen.
Einziger Wermutstropfen für die Wirtsleute: An diesem Markttag müssen sie schon um 22 Uhr den Ausschank beenden – diese Anweisung zur Sperrstunde sei zwei Wochen vor der Veranstaltung von der Rosenfelder Stadtverwaltung gekommen, informierte ein Aushang am Bierzelt.
Das Summen derGespräche und das Lachen der Besucher beherrschen die Marktatmosphäre
Der guten Stimmung zu der eigentlichen Marktzeit tat diese Einschränkung allerdings keinen Abbruch. Vor dem Friseurgeschäft spielte ein Jazz-Saxofonist. Doch bis auf diesen Platz beherrschten das allgegenwärtige Summen der Gespräche und das Lachen die Atmosphäre.
Und auch neben dem eigentlichen Markt war einiges geboten: Die Leidringer Feuerwehr verkaufte ihr „Marktblättle“ mit lustigen Anekdoten aus dem Ort. Die „Kolbenkiller“ zeigten historische Zweiräder. Und eine Familie im Heimatgässle nutzte die Gelegenheit zu einem Garagenverkauf.