Apfelernte-Projekt in Balingen
: Die Streuobstwiese wird zum Begegnungsort

Etwas für die Natur tun und gesellschaftliche Teilhabe fördern: Beides möchten die Initiatoren bei ihrem Apfelernte-Projekt verbinden. Was genau geplant ist und wie man mitmachen kann.
Von
Andrea Maute
Balingen
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Apfelernte-Projekt

Vertreterinnen und Vertreter des Sozialkaufhauses Domiziel, der Balinger Tafel, des OGV Balingen, der Firma Eschler Textil und der Stadtverwaltung (Mitte: Bürgermeister Ermilio Verrengia) begutachteten beim Vor-Ort-Termin die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit auf die Bäume.

Andrea Maute
  • In Balingen ist ein Apfelernte-Projekt geplant, das Natur- und Sozialziele verbindet.
  • Domiziel, Balinger Tafel, OGV, Eschler Textil und Stadtverwaltung organisieren die Aktion.
  • Obst wird gesammelt, zur Mosterei Leukhardt gebracht – Saft als 5-Liter-Bag-in-Box für die Tafel.
  • Anhaltende Trockenheit mindert die Ernte, Entscheidung über Standorte fällt im September.
  • Geplanter Aktionstag: Samstag, 10. Oktober, ab 10 Uhr; Anmeldung per E-Mail an info@balingertafel.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Streuobstwiesen sind nicht nur ein wertvolles Kulturgut, sondern zu jeder Jahreszeit eine Bereicherung. Von der Baumblüte im Frühling über schattiges Grün im Sommer bis hin zur Ernte im Herbst. Wobei man bei Letzterem beim Thema ist: Nicht selten werden Streuobstbäume, in der Regel Apfelbäume, aus verschiedenen Gründen nicht abgeerntet. Die Früchte liegen dann am Boden und verrotten. Sehr schade um das schöne Obst, lässt sich daraus doch unter anderem Apfelsaft gewinnen.

Lebensmittelrettung, Nachhaltigkeit und Engagement

Die Idee hinter dem Apfelernte-Projekt, das der Träger der Balinger Tafel, das Domiziel Sozialkaufhaus Zollernalb, zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Balingen und der Stadtverwaltung auf die Beine stellt, ist deshalb so einfach wie wirkungsvoll: Gemeinsam soll das Obst eingesammelt, in die Mosterei Leukhardt nach Weilstetten gebracht und der Saft als 5-Liter-Bag-in-Box gegen kleines Geld in der Balinger Tafel angeboten werden. Ausdrücklich eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen, sind alle Bürgerinnen und Bürger.

Wie der Marktleiter der Balinger Tafel, Erwin Feucht, betont, werden dadurch gleich mehrere wichtige Ziele erreicht: Lebensmittelrettung, Nachhaltigkeit, und bürgerschaftliches Engagement. Denn das Streuobst wird sinnvoll verwertet, der gewonnene Apfelsaft über die Tafel den Menschen zur Verfügung gestellt, die Unterstützung benötigen, und das Bewusstsein für die wertvollen und schützenswerten Streuobstwiesen gestärkt.

Nicht zuletzt soll das Projekt aber auch eines: Die Gemeinschaft fördern und Menschen aller Generationen zusammenbringen. „Wir wollen etwas für die Natur und die Gesellschaft tun“, sagt Erwin Feucht. Und vielleicht könne es sich der eine oder die andere nach dem Aktionstag ja auch vorstellen, künftig einen oder mehrere Bäume zu pflegen.

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Bäume leiden unter der Trockenheit

Ebenfalls mit im Boot ist beim Ernte-Projekt die Firma Eschler Textil aus Frommern. Wie Andrea Zelger erklärt, sollen unter anderem Familien zum Mitmachen ermuntert werden, da die Kinder den Weg vom Apfel zum Saft dabei live erleben können.

Streuobst

Es fehlt der dringend benötigte Regen. Die große Frage ist: Wie werden die kommenden Wochen?

Andrea Maute

Um den aktuellen Zustand der Bäume in Augenschein zu nehmen und die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit auf die diesjährige Ernte einzuschätzen, trafen sich die Initiatoren nun zum Vor-Ort-Termin auf der Wiese beim ehemaligen E-Werk Eppler. Dabei zeigte sich, dass der Trockenstress den Bäumen ziemlich zusetzt. „Die Äpfel sind noch ganz schön klein“, konstatierte Erwin Feucht mit prüfendem Blick und richtete in diesem Zusammenhang die Frage an die Vertreter des Obst- und Gartenbauvereins, ob es unter diesen Umständen überhaupt Sinn mache, die Aktion im Herbst zu planen.

Wie sich die Situation bis dahin entwickle, sei schwierig zu sagen, erklärte der 2. Vorsitzende Hans-Walter Jenter. „Hilfreich wäre in diesem Fall ein direkter Draht nach oben und die prompte Lieferung von 100 Litern Regen“, formulierte er einen Wunsch.

Bei der Frage, wie die Bäume mit den derzeitigen Bedingungen zurechtkommen, spiele nicht zuletzt auch die Sorte eine Rolle, ließ die Vorsitzende Simone Maiberg wissen. Generell seien sich die Experten aber einig, dass dieses Jahr kein gutes Apfelernte-Jahr sei. „Es sieht mager aus“, stellte sie fest. Denn als Reaktion auf anhaltende Trockenheit werfen die Bäume unreife Früchte ab. Sie reduzieren ihre Last, um das Überleben von Stamm und Ästen zu sichern.

Letztlich komme es aber auch auf den Standort an. Denn da, wo der Himmel häufiger seine Schleusen öffne, sehe es besser aus.

Entscheidung im September

Wie Bürgermeister Ermilio Verrengia erklärte, soll die Situation unter diesen Umständen in den kommenden Wochen nochmals bewertet und dann im September entschieden werden, an welchen Standorten eine Ernte Sinn macht.

Schon heute ergeht „eine Einladung an die Stadtgesellschaft“, sich am Aktionstag zu beteiligen. „Alle, die mitmachen möchten, sind herzlich dazu eingeladen“, so Erwin Feucht. Klappt alles wie geplant, wird am Samstag, 10. Oktober, ab 10 Uhr auf verschiedenen Obstwiesen gemeinsam geerntet. Anschließend werden die Äpfel zur Mosterei transportiert und zum Abschluss steigt ab 16 Uhr im Innenhof der Balinger Tafel ein Helferfest.

Das Apfelernte-Projekt

Der Aktionstag findet (unter Vorbehalt) am Samstag, 10. Oktober, ab 10 Uhr statt. Wer mitmachen möchte, kann sich per E-Mail an info@balingertafel.de anmelden.

Mitzubringen sind festes Schuhwerk, Arbeitshandschuhe, wettergerechte Kleidung und natürlich gute Laune.

Getränke werden vor Ort bereitgestellt.

Kinder sind in Begleitung ihrer Eltern herzlich willkommen.

Bei extrem schlechten Wetter wird die Veranstaltung um eine Woche verschoben.