950 Jahre Jungingen: Vom Böllerschuss bis zur Bier-Flatrate

Noch im Fußballdress sticht Jungingens Bürgermeister Oliver Simmendinger das Fass im Festzelt an.
BreisingerDas vergangene Wochenende stand in Jungingen ganz im Zeichen der 950-Jahr-Feier. Von Freitag bis Sonntag war gefühlt der ganze Ort auf den Beinen.
Mit Grußworten, Musik und einem Stehempfang wurde das Jubiläum am Freitagabend in der Turn- und Festhalle eröffnet. Die Böllerschützen des Junginger Schützenvereins feuerten anlässlich der großen Feierlichkeiten Salut-Schüsse ab. Der Musikverein „Eintracht“ umrahmte den Festakt ebenso wie der Männer-Projektchor, der extra für das Jubiläum ins Leben gerufen wurde.
Der Samstag startete mit einem Auftritt der Alphornbläser Jungingen, ehe es auf dem Fußballplatz rund ging: AH-Spieler aus Jungingen traten gegen ein Team aus Bürgermeister aus dem Landkreis an, das Winterlingens Gemeindeoberhaupt Michael Maier coachte. Auf dem Fußballplatz standen auch Jungingens Bürgermeister Oliver Simmendinger und Landrat Günther-Martin Pauli. Nach zwei Mal 30 Minuten Spielzeit stellte Schiedsrichter René Stoll das Ergebnis fest: 2:2 – unentschieden.
Bürgermeister spielen Fußball
Das war nicht das erste Spiel dieser Art. „Die Idee dazu kam dem damaligen Junginger Bürgermeister Jürgen Weber beim Dorfbrunnenfest 1994“, erklärte Simmendinger im Nachgang.
Zeit hatte der Schultes nicht zu verlieren, denn er musste das Fass mit dem Festbier anstechen – schließlich erhielten alle Mitspieler an diesem Wochenende eine „Bier-Flatrate“.
Das Trio „Lieder à la Carte“ unterhielt die Besucher im Festzelt mit einem Mix aus Oldies, Schlager und Stimmungsmusik.
Mode aus fast 1000 Jahren
Es sind nicht ganz 1000 Jahre, nur fast. Doch in dieser Zeit hat sich der Kleidungsstil der Schwaben mannigfaltig geändert. Eine Modenschau mit historischen Gewändern kam bei den Zuschauern gut an – sei es das Brautpaar in feinem Zwirn mit der Frau in Schwarz und weißem Schleier, oder die Hausfrau im „Kittelschurz“, der Wandersmann mit seinen Knickerbockerhosen, die Landfrauen, die ein eigenes Gedicht vortrugen, oder der Hausierer.
Danach war nur ein kurzer Gang vom Zelt beim Sportplatz zur Turn- und Festhalle nötig, wo die Lokalmatadoren und Newcomer „Splitter-X“ der Menge mit Partymusik einheizten. Die Band „Precious Time“ spielte Oldies, die fast jeder mitsingen konnten. Die Band beglückt ihre Fans seit fast 40 Jahren mit Party-Cover-Rock.
Sonntag im Zeichen der Familie
Während es am Freitag mit dem Festakt formell zuging und am Samstag bei der Party ausgelassen gefeiert wurde, ließen es die Junginger am Sonntag mit einem Familientag etwas geruhsamer angehen. Der Festgottesdienst wurde von „Message“ musikalisch umrahmt, der Musikverein Ringingen spielte zum Frühschoppen auf. Es folgte eine Oldtimer-Parade und der Musiker Simon Wild unterhielt mit der Steirischen Harmonika.
Die Grundschul- und Kindergartenkinder hatten lange für ihre Auftritte geplant und fieberten der Gewinnerziehung der Jubiläumstombola entgegen.
Das Dorffest endete genauso wie es begonnen hatte: Mit Böllerschüssen.