100 Jahre Schützenverein Erlaheim: Nachwuchsarbeit ist der Schlüssel für die Zukunft

Andreas Weckenmann zeigt die Zeitachse an der Wand des Schützenheims. Sie verdeutlicht die 100-jährige Geschichte des Vereins.
Wolf-Ulrich SchnurrDer Schützenverein Erlaheim (SVE) hatte im Februar seinen 100. Geburtstag. Damit ist er doppelt so alt wie der Schützenkreis Zollern-Alb.
Dieses Doppeljubiläum wird am Samstag, 12. April, beim Kreisschützentag gemeinsam gefeiert. Die Erlaheimer Schützen waren diese Woche bereits Gastgeber des Kreis-Königsschießens und des Wettbewerbs um die Kreis-Jubiläumsehrenscheibe.
Sommerparty
Das sind nicht die einzigen Veranstaltungen im Jahr 2025. Mit der „Sommerparty“, dem eigenen Schützenfest am 23. und 24. August, wird der Geburtstag ebenfalls gefeiert.
Die 2018 etablierte Sommerparty ist auch im Jubiläumsjahr der gesellige Höhepunkt: „Damit haben wir genug zu tun“, sagt Andreas Weckenmann, der gemeinsam mit Jan Knäpple den Vorsitz hat.
Der SVE wird die Schwarzbrenner-Hütte, ein Weinbar, einen Weizenstand und das Festzelt aufbauen. Damit habe man vergangenes Jahr das Geislinger Stadtfest bereichert: „Wir wurden überrannt“, erinnern sich Weckenmann und der Jugendleiter Florian Faiss.
Ein so großes Fest habe der kleine Verein vorher noch nicht gemacht. Das habe durch gute Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und viele Helfer aber bestens geklappt: „Die Organisation wollen wir für dieses Jahr übernehmen.“
Diesen Schwung will man für das eigene Jubiläumsfest mitnehmen. „Aus Geislingen haben wir gelernt. Das war auch eine gute Werbung für den Verein.“ Deshalb hoffen die Macher, dass mehr Besucher von außerhalb kommen.
Bauliche Erneuerung
In den vergangenen beiden Jahren haben die Vereinsmitglieder in viel Eigenleistung das Schützenhaus saniert. Dessen ältester noch stehender Teil stammt aus dem Jahr der Wiedergründung, 1959.
Der Luftgewehrstand wurde modernisiert und entspricht jetzt geltenden Vorschriften. Beispielsweise wurden die Beleuchtung und die Elektrik erneuert sowie die Decke abgehängt, damit die Holzbalken nicht mehr freiliegen.

Der Luftgewehrstand wurde modernisiert.
Foto: Wolf-Ulrich SchnurrRollschränke wurden als mobile Wand eingebaut und bieten mehr Stauraum. Außerdem kann man den Trainingsraum vom vorderen Teil mit dem Stammtisch abtrennen.
Altbau und KK-Stand
Der „Altbau“ ist als letztes mit der Modernisierung dran. Auch wird eine neue Überdachung des Kleinkaliberstands nötig: Dessen Flachdach ist undicht. Fernziel wäre die Digitalisierung, also eine elektronische Schießanlage. Doch das ist teuer und muss warten.

Der Erlaheimer Kleinkaliberstand
Foto: Wolf-Ulrich SchnurrIm Kreis ist der SVE einer der letzten Vereine, die noch auf die traditionellen Pappkärtchen schießen. Ältere Schützen schätzen das, weil man zwischen den Schüssen eine Ruhephase hat, in der die Ziele herangeholt, gesichtet und zurückgefahren werden.
Jugendarbeit
Sechs Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren sind im Verein aktiv, Tendenz steigend. Sie sind bei Rundenwettkämpfen, Kreis- und Landesmeisterschaften dabei. „An den Leistungen mangelt es nicht – es könnten nur mehr sein“, findet Jugendleiter Faiss.
Seine Schützlinge haben im März den Kleinkaliberstand gestrichen und sind im Verein gut eingebunden. Neben Training und Wettkämpfen stehen auch gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge auf ihrem Programm.
Vor allem hat jeder die erforderliche Kleidung und ein vom Verein gestelltes Trainingsgewehr. „An der Ausrüstung klemmt es nicht“, sagt Faiss.
Blasrohrschießen
Kinder üben mit Lichtgewehren, Jugendliche ab zwölf Jahren mit Luftgewehren, ab 14 mit Kleinkaliberwaffen. In dem Alter, wissen Weckenmann und Faiss, sind viele schon in anderen Hobbys gebunden.
Um Jüngeren den Einstieg zu erleichtern überlegen sie, Blasrohrschießen als zusätzliche Sportart im Verein zu etablieren. Erst mit sechs oder sieben Jahren können Kinder mit dem Visier umgehen – das braucht es beim Blasrohr nicht.
Zukunftspläne
Auch für die Erwachsenen will man mehr tun. Nach langer Pause soll es in diesem Jahr wieder Vereinsmeisterschaften geben - auch damit die Älteren wieder schießen und besser integriert werden: Es sei wichtig, dass diejenigen, die den Verein aufgebaut haben, weiter dabei sein können und wollen.
Der Jugendleiter wünscht sich, „dass der Verein 200 Jahre schafft.“ Und der Vorsitzende hofft, „dass noch mehr Jugendliche kommen, und der Verein aufblüht. Dafür haben wir ja viel getan.“
Der Verein
Name
Schützenverein Erlaheim Gegründet
24. Februar 1925; Neugründung 14. März 1959 Vorsitzende
Jan Knäpple und Andreas Weckenmann Mitglieder
124, davon sechs aktive Jugendliche, 23 Ehrenmitglieder, 83 passive, 15 männliche und vier weibliche aktive Schützen Online
@schuetzenverein-erlaheim_e.v