Tradition in Bad Wildbad: Leise rieselt der Schnee zur Waldweihnacht

Zur Weihnachtsgeschichte zogen die Protagonisten als lebendige Krippenfiguren in den Stall ein.
Touristik Bad Wildbad GmbHGlockengeläut und Posaunenklänge haben am Heiligabend auf die Aichelberger Waldweihnacht eingestimmt.
Und dieses Jahr rieselten sogar noch ein paar Schneeflocken herab und überzogen die Szenerie am Waldrand mit einem weißen Winterkleid. Auch der strahlende Weihnachtsbaum bekam so noch einen besonderen Schmuck – und mit zunehmender Dämmerung wurde es richtig romantisch.
Mit leuchtenden Sternen geschmückte Hütte
Gut 200 froh gestimmte Menschen, groß und klein, alle warm eingepackt in Winterjacken, Mützen und Handschuhe, drängten sich erwartungsvoll um die mit leuchtenden Sternen geschmückte Holzhütte. Denn hier sollte sich schon bald das Weihnachtswunder ereignen.

Hirtenfeuer loderten, und es schneite.
Foto: Bernd HelbigFrostige vier Minusgrade zeigte das Thermometer an. Die Helfer der Arbeitsgemeinschaft Waldweihnacht hatten vorgesorgt: Prasselnde Hirtenfeuer, Glühwein und Punsch wärmten Hände und Füße der Besucher.
Pfarrer Jonas Helbig las aus der Weihnachtsgeschichte
Herz und Seele aber wärmte die frohe Botschaft, die Pfarrer Jonas Helbig verkündete. Er las die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde...“ – und passend zur Handlung zogen die Protagonisten der biblischen Geschichte als lebendige Krippenfiguren in den Stall ein.
Zuerst kam die heilige Familie – Maria, Josef und das Jesuskind –, danach zog eine ganze Engelschar ein, und schließlich kamen auch noch die Hirten vom Felde herein, Schafe und ein Esel waren ebenfalls dabei.
Der Posaunenchor spielte Weihnachtslieder
„Herbei o ihr Gläub’gen fröhlich triumphieret“, stimmte der Posaunenchor unter Leitung von Martin Nonnenmann an und alle waren zum Mitsingen eingeladen. Die schönsten Weihnachtslieder klangen durch die Nacht: „Ihr Kinderlein kommet“, „Hört der Engel helle Lieder“, Stille Nacht, Heilige Nacht“ und „O du fröhliche“.
„Gott kommt zur Welt und wird Mensch“
In seiner Predigt sagte Pfarrer Helbig: „Heute feiern wir ein Ereignis, das nicht mit Verstand und Vernunft begreifbar ist – Gott kommt zur Welt und wird Mensch“. Das sei ein Geheimnis, ein Wunder und eine Wirklichkeit zugleich.

Der Posaunenchor begleitete die Weihnachtslieder.
Foto: Bernd HelbigDieses Ereignis wirke bis heute und entfache das Feuer der Zuversicht immer wieder aufs Neue. Auch in Zeiten von Verunsicherung und Bangigkeit strahle ein Stern in die Welt, um uns zu ermutigen und zu trösten, so Helbig. Ein gemeinsames Vaterunser beschloss die Andacht.
Veranstaltung gibt es seit Jahrzehnten
Die Aichelberger Waldweihnacht wird seit Jahrzehnten von der evangelischen Kirchengemeinde Aichelberg und der Touristik Bad Wildbad organisiert. Die Arbeitsgemeinschaft Waldweihnacht baut jedes Jahr die Krippe auf. Dafür zuständig sind maßgeblich Willi Kübler und sein Team. Kirchengemeinderätin Heidrun Porschke-Lörcher organisiert die Darsteller der lebendigen Krippe.
Touristikchefin Stefanie Bott sagte in ihrer Begrüßung, die Aichelberger Waldweihnacht sei eine Zeit zum Innehalten, Durchatmen und Ankommen. Sie sei ein Moment der Ruhe und der Gemeinschaft und für viele Menschen auch fester Bestandteil des Heiligen Abends, betonte die Touristikchefin.