Tourismus in Bad Herrenalb
: Wie sieht künftige Organisationsform aus?

Die Stadt Bad Herrenalb fokussiert sich auf den Tagesgast. Für den Eigenbetrieb Tourismus und Stadtmarketing gilt: Netzwerke ausbauen, Vermarktung und Qualität steigern. Das steht im Wirtschaftsplan.
Von
Markus Kugel
Oberndorf
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Ob zukünftig der Eigenbetrieb die richtige Form sein wird, damit Bäderbetriebe, Tourismus und Veranstaltungen sowie Infrastruktur zielgerichtet betrieben und vermarket werden können? Diese Frage muss noch geklärt werden.

Kugel

Der Tourismus habe sich im Jahr 2024 nach den Einschränkungen durch Corona deutlich erholt. „In Baden-Württemberg erreichte die Zahl der Ankünfte und die Zahl der Übernachtungen neue Höchstwerte. Wie sich das Reiseverhalten in 2025 entwickeln wird, ist noch nicht abzusehen, allerdings geht man derzeit von leicht steigenden Zahlen aus.“ Das ist im Wirtschaftsplan 2025 des Eigenbetriebs Tourismus und Stadtmarketing Bad Herrenalb, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgelegt wurde, zu lesen.

Touristische Partner

Leistungsträger Das Land Baden-Württemberg habe im Jahr 2019 ein Tourismuskonzept verabschiedet, in dem die Aufgaben der einzelnen Akteure definiert worden seien. Für Bad Herrenalb ergebe sich daraus eine Fokussierung auf den Tagesgast sowie die Zusammenarbeit mit den lokalen Leistungsträgern im Rahmen einer regionalen Strategie.

Der Eigenbetrieb arbeite eng mit touristischen Partner zusammen und sei teilweise auch in deren Gremien vertreten. Als wichtigste Partner werden aufgeführt: Schwarzwald Tourismus GmbH (Julia Riegger vertritt die Tourismus Nördlicher Schwarzwald GmbH im Marketingausschuss); Albtal Plus (Mitglied, Bürgermeister Klaus Hoffmann ist satzungsgemäß bis Ende 2025 stellvertretender Vorsitzender, Mitarbeit im Arbeitskreis Tourismus); Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald (Hoffmann vertritt die Stadt als Gesellschafter und ist Mitglied im Aufsichtsrat); Tourismusgemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz, kurz Vis-à-Vis (Hoffmann ist Mitglied des Vorstands); Heilbäderverband Baden-Württemberg (Mitglied).

Eng und vertrauensvoll Die Stadt Bad Herrenalb fokussiert sich auf den Tagesgast. Für den Eigenbetrieb Tourismus und Stadtmarketing gilt: Netzwerke ausbauen, Vermarktung und Qualität steigern. Das steht so im Wirtschaftsplan.

Die Stadt sei also Mitglied bei Albtal Plus und Gesellschafter bei der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald – bei übergeordneten touristischen Akteuren, mit denen eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit bestehe. „Die Zusammenarbeit der drei Partner zu Strategie, Produktentwicklung oder Vermarktung wurde zwischen den Partnern abgesprochen“, heißt es weiter.

Auch zukünftig würden für den Eigenbetrieb touristisch diese Schwerpunkte gelten: Netzwerke ausbauen, Vermarktung und Qualität steigern. Er trage durch reduzierte Ansätze zu einer Verbesserung der Haushaltslage der Stadt bei. Daher liege der Fokus in 2025 auf der Zusammenarbeit „mit den touristischen Akteuren“.

Wander- und Radwege

Qualitätsregion Unter der Rubrik „Infrastruktur“ heißt es: Bad Herrenalb sei Teil der „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“. Dieses Label trage seit Januar 2024 der Nördliche Schwarzwald und gehöre damit zu acht ausgezeichneten Wanderregionen in Deutschland. Der Eigenbetrieb Tourismus und Stadtmarketing selbst betreue und unterhalte zusammen mit dem Bauhof und/oder dem Schwarzwaldverein mehr als 140 Kilometer Wander- und Radwege. Die Konzipierung des Wanderwegs rund um Bernbach sei abgeschlossen – man werde im Jahr 2025 unter der Bezeichnung „Bernbacher Grenzerfahrungen“ an den Start gehen. Im Januar sei der Weg als Qualitätswanderweg auf der Messe CMT in Stuttgart zertifiziert worden.

Die beiden Klosterpfade würden dieses Jahr an das Projekt „Cisterscapes connecting Europe“, dem mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichneten europäischen Wanderweg auf den Spuren der Zisterzienser, angebunden. „Alle anderen Wanderwege werden instand gehalten. Dem Erhalt von Bestandswegen wird Vorrang vor dem Bau neuer Wege eingeräumt. Neue Wege werden vorerst nicht konzipiert“, heißt es weiter.

Betriebsleiter Der Eigenbetrieb rechnet im Wirtschaftsjahr 2025 mit Personalaufwendungen in Höhe von 518 000 Euro. Auch dieses Jahr nimmt Bürgermeister Hoffman die Funktion des Betriebsleiters wahr. „Es wird in 2025 auch über die zukünftige Organisationsform zu entscheiden sein. Also, ob zukünftig der Eigenbetrieb die richtige Form sein wird, damit Bäderbetriebe, Tourismus und Veranstaltungen sowie Infrastruktur zielgerichtet betrieben und vermarket werden“, steht außerdem im Wirtschaftsplan.

Gesundheit und Wellness

Vermarktung Die Touristiker hätten sich, was die Vermarktung anbelangt, damit schon auseinandergesetzt und festgestellt, „dass sich die Vermarktung mit Revitalisierung der Therme ganzheitlich in Richtung Gesundheit und Wellness weiterentwickeln muss“.

Insgesamt sind im Wirtschaftsplan 7,8 vollzeitäquivalente Stellen (Vorjahr: 10,7 bewilligte Stellen) geplant. Diese teilen sich so auf: „Veranstaltungen (davon 1 Ersatz) 4,0; Touristik (davon 1,7 TI) 3,0; Infrastruktur 0,3; Verwaltung 0,5“.

Mit den Stadtwerken Bad Herrenalb GmbH sei „über den geplanten und notwendigen Ersatz im Eigenbetrieb durch Mitarbeiter der Therme während der Schließzeit der Therme“ eine Vereinbarung getroffen worden. Bezüglich des Kurhauses werde es auf die Verhandlungen mit dem neuen Pächter ankommen.

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