Stromnetz Enzklösterle
: Knapp vier Millionen fürs Stromnetz seit 2020

Neval Aras, Regionalmanager von Netze BW, spricht im Gemeinderat Enzklösterle über die aktuelle Lage in dem Heidelbeerdorf und gibt einen Ausblick, was dort noch alles geplant ist.
Von
Ulrike Knöller
Oberndorf
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Photovoltaikanlage in Enzklösterle: 17 solcher Anlagen sind im Ort bereits in Betrieb.

Ulrike Knöller

Einen interessanten Tagesordnungspunkt bei der jüngsten Gemeinderatsitzung in Enzklösterle bildete ein Vortrag von Neval Aras. Der Regionalmanager von Netze BW war gemeinsam mit dem Kommunalberater Harald Müller in das Heidelbeerdorf gekommen, um Verwaltung und Gemeinderat über den Stand der Stromversorgung, Ausblicke und Auswirkungen der Energiewende zu informieren.

54,9 Kilometer betrage das gesamte Stromnetz in Enzklösterle, so Aras. Von 2022 bis 2024 habe man Freileitungen zu Gunsten unterirdischer Kabel reduziert, was unter anderem im Zug des Breitbandausbaus geschehen konnte. Seit 2020 seien knapp vier Millionen Euro in das Stromnetz vor Ort investiert worden – in Kabelverlegungen, Freileitungsabbau, Umspannstationen und die Erschließung von Bau- und Gewerbegebieten.

Austausch von Niederspannungsmasten

In den Jahren 2025 und 2026 werden für rund 50 000 Euro über den ganzen Ort verteilt Niederspannungsmasten ausgetauscht, so Aras. Für 2027 sei die Erneuerung der Umspannstation im Dieterswäldle angedacht, was mit 100 000 Euro zu Buche schlagen wird. Eventuell werde am Mühlweg/Freudenstädter Straße die Freileitung für 75 000 Euro verkabelt – in welchem Umfang die Umsetzung stattfinde, richte sich nach dem geplanten Ferienzentrum im Poppeltal.

Nepal Aras stellte zudem die Herausforderungen der Energiewende für Kommunen, Gewerbe und Privathaushalte heraus. Das betreffe die erneuerbaren Energien, da bis 2030 80 Prozent der Stromerzeugung in Deutschland aus diesen Energien gewonnen werden müsse und für Neubauten bereits seit 2022 eine Photovoltaikpflicht in Baden-Württemberg bestehe. Ebenso sei die nachhaltige Wärmegewinnung ein großes Thema, für Deutschland mit 50 Prozent bis 2030 und in Baden-Württemberg sogar klimaneutral bis 2040.

Größere Belastungen der Stromnetze

Die deutliche Zunahme an Extremwetter führt zu vermehrten Gewitterschäden. Zunehmende Elektromobilität und Digitalisierung sorgen ebenso für größere Belastung der Stromnetze. Aras meinte scherzhaft: „Wenn alle Elektroautos in Baden-Württemberg gleichzeitig geladen würden, bräuchten wir ein kleines Atomkraftwerk.“

Bürgermeisterin Sabine Zenker wollte daraufhin erfahren, wie viele Elektrofahrzeuge denn Enzklösterle noch vertrage. Aras erklärte: „Eine Ladestation kann sofort angeschlossen werden, aber unter der Voraussetzung, dass der Netzbetreiber im Notfall Zugriff hat und eventuell die Ladeleistung kurzfristig runtersetzen kann.“

Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein, Baden-Württemberg sogar bereits ab 2040, das mache hohe Investitionen für Kommunen und Netzbetreiber notwendig. Mit 8000 Euro pro Einwohner rechne Netze BW bis 2045.

Entwicklung bei den erneuerbaren Energien

Positiv sei die Entwicklung erneuerbarer Energien in Enzklösterle hervorzuheben. 81 Anlagen werden, Stand Ende 2024, im Heidelbeerdorf betrieben, davon sind 71 Photovoltaikanlagen, neun Balkonkraftwerke und eine Kraft-Wärme-Kopplung in Betrieb. 2014 waren es lediglich 29 Anlagen. Zudem sind 26 private und öffentliche Ladestationen für insgesamt 15 Elektroautos und acht Hybride gemeldet.

Abschließend erklärte Neval Aras den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei Netze BW. Störungen könnten schneller erkannt werden, Freileitungen mit Drohnen angeflogen werden, die Fotos an eine KI senden, die Schwachstellen frühzeitig erkennt. Digitalisierung im Bereich der Umspannstationen ermögliche bei Stromausfall eine schnelle Wiederherstellung.

Sebastian Frey stellte fest, dass die Kommune und Netze BW Partner seien, die sich gegenseitig brauchen und eine gute Kommunikation untereinander wichtig sei.

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