Spektakulärer Transport in Bad Herrenalb: Meilenstein für die Wasserversorgung

Mit zwei riesigen Baggern wurden die Speichermodule auf engen Feldwegen transportiert und präzise ausgerichtet.
Sabine ZollerEin beeindruckendes Schauspiel bot sich jetzt im Wald von Bad Herrenalb: Zwei riesige Bagger – ein 35-Tonner und ein 30-Tonner – manövrierten unter schwierigsten Bedingungen zwei fünf und sechs Tonnen schwere Röhrenspeicher durch enge, steile Waldwege. Ziel der spektakulären Aktion: die Sicherstellung einer modernen und zukunftsfähigen Wasserversorgung für die Stadt.
Wichtiger Schritt Nasskaltes Novemberwetter mit Nebel und Nieselregen – und das im März. Ausgerechnet beim Schwertransport durch den Herrenalber Wald zeigte sich das Wetter von seiner ungemütlichen Seite.
Geschulter Blick
„Die Bedingungen sind nun mal so, wie sie sind“, sagt Stefan Nofer und zuckt mit den Schultern. Der Wassermeister der Stadt verfolgt das Geschehen mit geschultem Blick und kann seine Freude über den Baufortschritt kaum verbergen. Bereits vor einem halben Jahr gab er die zwei hochmodernen Röhrenspeicher in Auftrag – ein entscheidender Schritt für die Zukunft der Wasserversorgung.
„Mit einem Volumen von 650 000 Euro ist dies der erste Schritt, um unseren Hochbehälter im Brenntenwald sanieren zu können“, erklärt Karina Herrmann, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb. „Für die Wasserversorgung benötigen wir einen zusätzlichen Speicher. Andernfalls müssten wir den Hochbehälter Brenntenwald außer Betrieb nehmen.“ Dank der neuen Röhrenspeicher ist es nun möglich, die Sanierungsmaßnahmen umzusetzen und gleichzeitig die Speicherkapazität zu erhöhen. „Die gesamte Maßnahme wird mit einer Investition von rund 1,3 Millionen Euro abgeschlossen.“
Ambitioniertes Projekt Ein ambitioniertes Projekt, wie Nofer selbst formuliert. Mit einem Speichervolumen von 100 Kubikmetern garantieren die neuen Röhrenspeicher eine reibungslose Sanierung des alten Hochbehälters, ohne die Wasserversorgung zu unterbrechen.
Sichere Speicherung
Die neuen Röhrenspeicher bestehen aus umweltfreundlichem Polyethylen (PE). Diese Technologie sorgt nicht nur für eine sichere Trinkwasserspeicherung, sondern gewährleistet auch eine Nutzungsdauer von über 100 Jahren. Dank der modularen Bauweise lässt sich das System flexibel anpassen – ideal für die geplante Erweiterung des Hochbehälters Brenntenwald. „Der Hochbehälter stammt aus dem Jahr 1962“, erklärt Nofer. „Mit den neuen Kammern erhöhen wir das Speichervolumen der Wasserversorgung auf insgesamt 350 Kubikmeter.“

Stefan Nofer (rechts) und Jochen Obermayer sind guter Dinge.
Foto: Sabine ZollerEntscheidender Vorteil Ein entscheidender Vorteil dieser Bauweise: Die Röhrenspeicher werden bereits im Werk größtenteils vorgefertigt und vor Ort nur noch mit einzelnen Segmenten zusammengesteckt und verschweißt. „In unserem Fall handelt es sich um zwei Elemente mit einer Länge von zehn beziehungsweise 14 Metern, die jeweils über zwei Füllleitungen verfügen“, erklärt Nofer weiter. „Der Hochbehälter wird sowohl vom Wasserwerk Pelzkappe als auch über den Hochbehälter Mayenberg gespeist.“ Ausgestattet mit einer Schieberkammer und Handrädern, verfügen die Speichereinheiten mit einem Innendurchmesser von über drei Metern zudem über eine Einstiegstüre für Reinigungsarbeiten.
Der Schreckmoment Der finale Transport der beiden Röhrenspeicher durch das schwierige Gelände glich einer logistischen Meisterleistung. Zwei tonnenschwere Bagger führten die riesigen Behälter an Ketten hängend im Schritttempo durch den steilen Wald. Besonders heikel: Die Behälter mussten vom Brenntenwaldweg über den Knieschnapperweg ein Gefälle von 20 Prozent bewältigen.
Eine Schrecksekunde
Und dann: eine Schrecksekunde. Kurz vor der steilsten Passage reißt plötzlich der Aufhängegurt. Stillstand. Doch dank der schnellen Reaktion von Stefan Nofer, der umgehend neue große Schäkelhaken organisiert, kann der Transport fortgesetzt werden.
Für die finale Positionierung mussten die Behälter präzise ausgerichtet werden. Projektleiter Jochen Obermayer von der Frank GmbH selbst kletterte auf eine Leiter und nahm in schwindelerregender Höhe die letzten Einstellungen vor. „Die Röhrenspeicher verfügen über spezielle Anschlagpunkte für den Kran- oder Baggertransport“, erklärt Obermayer. „Diese Konstruktion ermöglicht höchste Präzision bei der sicheren Platzierung der Tanks.“
Sichere Zukunft „Solche Projekte sind keine alltägliche Aufgabe“, resümiert Nofer. „Doch genau diese Herausforderungen sind ein entscheidender Schritt für die künftige Wasserversorgung der Stadt.“ In den kommenden Tagen werden die beiden Röhrenspeicher miteinander verschweißt und in das bestehende Wasserversorgungssystem integriert. Ein Meilenstein für die Stadt Bad Herrenalb – und ein großer Schritt in eine sichere Zukunft der Wasserversorgung.