Problem Starkregen in Bad Herrenalb
: Gefahren und Risiken im Fokus

Beim zweiten Anlauf klappt’s doch noch. Es wird ein Starkregenrisikomanagement-Konzept erstellt. Der Bad Herrenalber Gemeinderat sagte im August vorigen Jahre Nein – jetzt aber Ja. Vor der erneuten Abstimmung gab’s diesmal ausführlichere Informationen.
Von
Markus Kugel
Oberndorf
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Die Stadt Bad Herrenalb lässt jetzt ein Starkregenrisikomanagement-Konzept erstellen

Kugel

Im August vorigen Jahres hatte der Gemeinderat mit drei Ja-, 17 Neinstimmen und einer Enthaltung die Beauftragung der ISTW Planungsgesellschaft mbH mit der Erstellung des Starkregenrisikomanagement-Konzeptes für die Stadt Bad Herrenalb zu einem Bruttopreis von 92 456,75 Euro abgelehnt. Obwohl Bürgermeister Klaus Hoffmann unter anderem erklärte, dass es nicht um Hochwasser geht, sondern um Starkregenereignisse, die auch in Bad Herrenalb schon zu Hangrutschen geführt hätten. Starkregenrisikomanagement werde vom Kreis durchaus als eine Notwendigkeit angesehen.

Und Bauamtsleiterin Friederike Zapf bemerkte seinerzeit: Risikostandorte könnten in die Maßnahmen zur Kanalisation eingebunden werden. Wichtig sei auch, dass Privatpersonen sehen könnten, welche Maßnahmen auf ihren Grundstücken notwendig seien.

Für die Schublade?

Da kein Geld im Stadtsäckel sei, befürchteten etliche Stadträte, dass das Konzept eh in der Schublade verschwinde. So meinte zum Beispiel Rüdiger König (UBV), dass man wisse, welche Bereiche Defizite hätten. Das wäre für die nächsten 20 Jahre genügend Arbeit.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand der Tagesordnungspunkt „Vergabe Ingenieurleistungen für das Starkregenrisikomanagementkonzept“ erneut auf der Tagesordnung. Und die Mehrheit des Gremiums stimmte nun dafür.

Zuwendungsbescheid Wie in der Sitzungsvorlage zu lesen war, sei nach der Sitzung am 7. August die Verwaltung von Mitgliedern des Gemeinderats gebeten worden, eine Fristverlängerung für den Bewilligungsbescheid des Regierungspräsidiums zu erwirken und die Erstellung eines Starkregenrisikomanagement-Konzepts nochmals dem Gemeinderat zum Beschluss vorzulegen.

Ein Zuwendungsbescheid mit einem Fördersatz von 70 Prozent liege bereits seit Juli 2024 vor. Eine Fristverlängerung für den Beginn der Maßnahme sei nach Beantragung bis zum 15. März gewährt worden.

Weitere Fristverlängerung

Leistungsumfang Der Leistungsumfang des angebotenen Konzeptes umfasse die hydraulische Gefährdungsanalyse und Erstellung einer Starkregengefahrenkarte, die Risikoanalyse sowie ein Handlungskonzept.

Eine weitere Fristverlängerung des Zuwendungsbescheides über den 15. März hinaus müsste nach einem positiven Beschluss aufgrund des noch nicht genehmigten Haushalts beantragt werden. Weiter wurde informiert: „Anhand Kosten anderer Gemeinden ähnlicher Größe wurden vor Erhalt des Angebotes von Seiten des Landratsamtes für die vorläufige Meldung an die Förderbehörde Kosten in Höhe von circa 120 000 Euro geschätzt.“

Gefahren und Risiken In der Sitzung informierte Dieter Pross vom Landratsamt Calw über den Unterschied von Starkregen und Flusshochwasser. Auch erklärte er, was Starkregenrisikomanagement genau ist. So werden die Gefahren und Risiken durch „wild/ungefasst“ oberflächlich abfließendes Wasser für die Allgemeinheit betrachtet.

Folgende Schritte wurden erläutert: Vorbereitung, Gefährdungsanalyse, Risikoanalyse sowie Handlungskonzept. Als Ziele des Starkregenrisikomanagements wurden an die Wand projiziert: Gefahren aufzeigen; Vorsorge treffen zur Verringerung des Schadenspotenzials; Sensibilisierung der Kommune und Bürger.

21 von 25 Kommunen

Was kann die Kommunen machen? Informationsvorsorge und Krisenmanagement; Anpassung der Flächennutzungs- und Bebauungspläne; Flächen- und Bauvorsorge; eventuell technische Schutzeinrichtungen. Und was kann jeder Bürger tun? Eigenvorsorge ( Paragraf 5 Wasserhaushaltsgesetz). Von 25 Kommunen im Landkreis Calw hätten 21 ein Starkregenrisikomanagement in Bearbeitung oder bereits abgeschlossen.

Gute Einsatzpläne

Sinnvoll Direkt angesprochen, meinte Pross, dass er das Starkregenrisikomanagement für die Stadt Bad Herrenalb mit ihren sieben Tälern für sinnvoll erachte.

Wie zu erfahren war, ist das Ganze zeitlich umfangreich. Von rund zwei Jahren müsse man ausgehen. Nebenbei: Auch Feuerwehrkommandant Martin Fackiner sprach sich fürs Starkregenrisikomanagement aus. In anderen Kommunen seien hiermit gute Einsatzpläne für Feuerwehr und Katastrophenschutz entstanden.

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