Missionsfest in Bad Herrenalb
: Aus Sicherheitsgründen keine echten Namen

Am Sonntag, 12. Juli, lädt die „Mission am Nil (MN) Deutscher Zweig e.V.“ zu ihrem alljährlichen Missionsfest nach Bad Herrenalb ein. Unter dem  Motto „Zukunft und Hoffnung“ wird die Klosterkirche an diesem Tag zu einem Ort der Begegnung, des globalen Austauschs und des gelebten Mitgefühls.
Von
Sabine Zoller
Bad Herrenalb
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Missionsfest

Missionsfest 2025: gemeinsames Zusammensein vor dem Gemeindehaus

Zoller
  • Am Sonntag, 12. Juli, lädt die Mission am Nil zum Missionsfest nach Bad Herrenalb ein.
  • Motto „Zukunft und Hoffnung“: Gäste aus Sudan, Ägypten und Tansania berichten aus erster Hand.
  • Ein sudanesisches Leiterehepaar lebt anonym – die Klinik wurde beschossen und geplündert.
  • Schwerpunkt ist „Hilfe zur Selbsthilfe“, etwa Ausbildungen im Kongo und Arbeit in Naqada.
  • Die Mission wirkt seit 1989, Feste sind seit elf Jahren in Bad Herrenalb mit der Klosterkirche.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Zeiten globaler Krisen und spürbarer Verunsicherung tut Ermutigung not. Ein außergewöhnlicher Tag, der tiefgründige Fragen aufwirft und gleichzeitig Jung und Alt berührt, wirft seine Schatten voraus:   Das Fest steht allen Menschen offen, unabhängig von Religion, Konfession oder Herkunft.

Aus erster Hand

Während die Konflikte in Osteuropa und im Nahen Osten die hiesigen Schlagzeilen dominieren, geraten andere Krisenherde weltweit in den Hintergrund. „Durch die Kriege in der Ukraine und dem Nahen Osten ist Afrika in der öffentlichen Wahrnehmung an den Rand gerückt, obwohl der Krieg im Sudan laut UN aktuell die größte humanitäre Katastrophe ist“, gibt Gabriele Brückner, Vorstand der Mission am Nil in Deutschland, zu bedenken.

Umso wertvoller ist es, dass am 12. Juli Gäste aus dem Sudan, Ägypten und Tansania direkt in Bad Herrenalb vor Ort sind und authentisch berichten werden. „Unter ihnen befindet sich ein ehemaliges Leiterehepaar einer sudanesischen Klinik, das im letzten Moment nach Ägypten flüchten konnte. Aus Sicherheitsgründen müssen ihre echten Namen verschwiegen werden, denn die Lage vor Ort ist dramatisch“, so Gabriele Brückner, die darüber berichtet, dass die Klinik durch Granateinschläge schwer beschädigt, medizinische Geräte und Hilfsgüter für unterernährte Kinder geplündert wurden. Dennoch gibt es Hoffnungsschimmer: Mutige Helfer haben vor Ort bereits mit Aufräumarbeiten begonnen.

Wille zur Veränderung

Zentrales Anliegen der Arbeit am Nil ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Mission setzt darauf, dass der Wille zur Veränderung von den Menschen vor Ort ausgehen muss. Wie das gelingt, zeigt das Beispiel des Panzi-Zentrums im Kongo, wo junge Menschen durch Ausbildungen im Handwerk oder der Kfz-Mechanik eine Perspektive abseits von Milizen und Armut erhalten.

Das Hilfswerk verfolgt dazu einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Seele und Geist gleichermaßen im Blick hat. „Reine materielle Unterstützung greift in Krisengebieten oft zu kurz.“ Gabriele Brückner explica die psychologische und spirituelle Dimension dieser Arbeit: „Das Leben am Existenzminimum oder gar mit traumatischen Erlebnissen ist extrem belastend, und lässt Resignation und Hoffnungslosigkeit nicht selten in Aggression oder Depression umschlagen. Wo Menschen neue Hoffnung bekommen, verändert sich ihr Blick auf sich selbst, Sie bekommen Mut für eine Veränderung.“

Wie nachhaltig dieser Ansatz ist, zeigt das Nilspital in der ägyptischen Kleinstadt Naqada. Dort hat das Projekt nicht nur die medizinische Versorgung verbessert, sondern eine Friedensarbeit angestoßen, die das gegenseitige Verstehen und Zusammenleben von Christen und Muslimen aktiv fördert.

Anfang in Dobel

Die Wurzeln des deutschen Zweiges der Mission am Nil reichen bis ins Jahr 1989 zurück, als der Verein in Tübingen gegründet wurde. Nachdem die Feste anfangs im Haus Birkengrund im benachbarten Dobel stattfanden, schlug die Mission vor elf Jahren ihre Zelte in Bad Herrenalb auf. Durch die Verbindung zum Christlichen Lebenshaus „Quelle“ und dem dortigen Leiterehepaar Hermann, das selbst jahrelang in einem Behinderten-Projekt der MN in Addis Abeba aktiv war, entstand die Partnerschaft mit der hiesigen Klosterkirchengemeinde.

Warum sich der Besuch am 12. Juli für jeden Bürger und jede Bürgerin aus der Region lohnt? Gabriele Brückner fasst die Kernbotschaft des Tages zusammen:

„Am 12. Juli feiern wir unter dem Motto ‚Zukunft und Hoffnung‘. Nicht nur in Afrika gibt es Not, sondern auch hier in Europa sind Menschen im Blick auf die aktuelle Situation tief besorgt. Die Beispiele und Erfahrungen aus den verschiedenen Projekten machen Hoffnung, weil sie zeigen, wie Gott in schwierigsten Lagen neue Wege öffnen kann, auf oft geradezu wunderbare Weise. Und der Blick auf die Not der Menschen dort öffnet uns die Augen dafür, wie privilegiert wir hier immer noch sind und wie dankbar wir trotz mancher offener Fragen sein können.“

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