Kinderbetreuung in Bad Herrenalb: Kein Geld und kein Bedarf für eine Waldgruppe?

So ähnlich wie in Enzklösterle könnte der Wagen für eine Waldgruppe aussehen.
Gemeinde EnzklösterleEin Teil der Zuhörer bei der jüngsten Gemeinderatssitzung waren Eltern, vor allem Mütter, mit ihren Kindern. Sie machten sich bereits in der Einwohnerfragestunde stark für einen Waldkindergarten.
Eine Sprecherin der Interessengemeinschaft Waldkindergarten, Marlene Epp, bedauerte, dass in der Tischvorlage zum Antrag der Alternative Bad Herrenalb von der Verwaltung „die schlechtestmöglichen Zahlen“ aufgeführt worden seien und es nur „rote Zahlen“ gebe. Ein Platz in einer Waldgruppe würde nur etwa die Hälfte von einem normalen Kitaplatz kosten, sagte sie weiter. Zudem sei es jetzt der perfekte Zeitpunkt für die Einrichtung dieser Gruppe, denn der Verein würde die Kosten für den Bauwagen übernehmen. „Die Kinder sind da, die Eltern sind da, der Förderverein ist da“, schloss sie.
Hauptamtsleiterin Ilona Störner-Meier erwiderte, dass die Verwaltung „sehr deutlich gemacht“ habe, „dass wir der Idee sehr offen gegenüber stehen“. Allerdings könne man die dadurch entstehenden Kosten in diesem Jahr nicht tragen. Laut Bedarfsplanung hätten im vergangenen Mai keine Plätze gefehlt. „Wir konnten jedem Kind einen Platz anbieten“ und man werde auch nächstes Jahr freie Plätze haben, so Störner-Meier weiter. Zudem seien noch „1000 Fragen offen“. Aus Sicht der Verwaltung sei die Idee wunderbar, „aber finanziell haben wir keinen Spielraum und keinen Bedarf“.
Zahlen sind stichhaltig
Kämmerer Philipp Göhner ergänzte, dass die Stadt mit einem Abmangel zwischen 32 000 und 65 000 Euro pro Jahr rechne. Dieser solle zwar über Spenden, freiwillige Mehrzahlungen oder Ähnliches ausgeglichen werden, aber „wir wissen nicht, ob und wie die kommen“. Deshalb verdeutlichte er: „Wir halten unsere Kosten für stichhaltig.“ Dazu komme noch, wie in der Sitzungsvorlage beschrieben, dass die im Antrag aufgeführten Einnahmen aus zusätzlichen FAG-Zahlungen sowie die geschätzten Elternbeiträge auf der Annahme beruhen, dass die angestrebte Waldgruppe einzig zusätzliche Plätze sowie eine zusätzliche Gruppe erzeugt und nicht durch Umschichtungen innerhalb der bestehenden Belegung gefüllt wird. Weiterhin blieben Fragen über den Erwerb oder die Pacht der benötigten Flächen sowie deren Unterhaltung beziehungsweise Sicherung ungeklärt.
„Das Thema geistert seit Jahren durch Bad Herrenalb“, sagte Stadtrat Rüdiger König (UBV). Die vorliegenden Informationen hielt er nicht für geeignet, „heute Abend zu entscheiden“. Er beantragte, das Thema in den Arbeitskreis Kindergarten zurück zu überweisen und dort auch die von den Eltern neu vorgelegten Zahlen zu diskutieren. Ein Vorschlag, dem die Stadträte mit großer Mehrheit zustimmten.
