Kapazitäten sind ausreichend
: Ganztagsbetreuung in Enzklösterle läuft weiter – aber ohne warmes Essen

Enzklösterle erfüllt bereits den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung – und das für alle Klassenstufen. Allerdings wird es ab Ende März kein warmes Essen mehr geben.
Von
Jana Heer
Oberndorf
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Die Ganztagesbetreuung ist auch für das kommende Schuljahr gut aufgestellt.

Sabine Zenker

„Wir sehen uns insgesamt gut aufgestellt“, kann Sabine Zenker, Bürgermeisterin von Enzklösterle, dem Zweckverband Grundschule Oberes Enztal zum Thema Ganztagsbetreuung „Heidelbärchen“ mitteilen.

Ab dem Schuljahr 2026/27 haben alle Schüler der ersten Klasse einen gesetzlich vorgesehenen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Diesen erfüllt die Gemeinde Enzklösterle „bereits seit vielen Jahren“, weiß Zenker. Und dies, wie sie anmerkt, nicht nur für die erste Klassenstufe, sondern für die Klassenstufen eins bis vier.

Auch im kommenden Schuljahr stehe die Betreuung allen Schülern des Zweckverbands Grundschule Oberes Enztal zur Verfügung. Das umfasst Kinder aus der Gemeinde Seewald sowie alle Kinder des Zweckverbands – auch Schüler der Stadt Bad Wildbad. Die vorhandenen Kapazitäten seien ausreichend.

Genauer Bedarf noch unklar

Für eine Bedarfsplanung wurde nach gesetzlicher Empfehlung bereits eine Bedarfsabfrage zum 15. März gestartet. „Hier können beziehungsweise müssen Eltern ihren Bedarf an Ganztagsbetreuung bis zum 15. März eines Jahres anmelden“, erklärt die Bürgermeisterin.

Bisher seien die Rückmeldungen jedoch noch überschaubar.

Den Grund sieht Zenker darin, dass viele Eltern zunächst den Stundenplan für das kommende Schuljahr abwarten. Sie geht davon aus, dass die Eltern erst planen, wenn der Stundenplan fertig erstellt ist. In größeren Städten hält sie das Konzept allerdings für sinnvoll.

Keine Planungssicherheit

Melden sich die Erziehungsberechtigten nicht bis zum 15. März könnten sie im neuen Schuljahr, wenn es wenig oder keinen Betreuungsplatz gibt, abgelehnt werden. Laut Zenker habe die Ganztagsbetreuung Heidelbärchen allerdings noch nie ein Kind unterjährig ablehnen müssen.

Auch wenn die Ganztagsbetreuung in aller Regel die Kapazitäten hat, wird die Planung auf Grundlage einer Bedarfsabfrage sicherer. „Jetzt stocher ich im Nebel rum“, so Zenker.

Kein warmes Essen mehr

Zu wenig Bedarf hat es allerdings hinsichtlich des Essensangebots gegeben. Daher wird es nur noch bis Ende März warmes Mittagessen geben. Diese Änderung habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten ergeben.

Grund dafür ist, dass das Essensangebot nur wenig in Anspruch genommen wurde. Daher „ist das Angebot wirtschaftlich leider nicht mehr darstellbar“, so die Bürgermeisterin. Diese Entscheidung wurde in Abstimmung mit Gemeinderat und Landratsamt getroffen. Eine gesetzliche Verpflichtung für warmes Mittagessen besteht ohnehin nicht.

Aufwand steht in keinem Verhältnis

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt Zenker, dass die Eltern dem Einstellen des Angebots mit Verständnis begegnen. Man müsse die Zahlen im Verhältnis sehen.

Aktuell seien ohnehin lediglich neun Kinder in der Ganztagsbetreuung. Teils hätte man für keine fünf Kinder gekocht. Dabei geht es bei dem Abschaffen des Essensangebotes nicht nur um den Kostenfaktor – denn bezuschusst wurde es schon immer. Sondern auch der Aufwand stehe in keinem Verhältnis.

Zenker selbst hält das für „super schade“, denn sie hätten das Angebot gut aufgebaut gehabt.

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