Großes Festzelt in Bad Herrenalb
: Gießkannenparty, Projektorchester und vieles mehr

75 Jahre Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal – ein Jubiläum mit Wurzeln und Weitblick. Von Freitag bis Sonntag wird gefeiert. Auch gibt es eine amerikanische Versteigerung.
Von
Sabine Zoller
Oberndorf
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Zum 75. Jubiläum des Musikvereins stellten die Gaistäler rückblickend das Fotomotiv (von links): vorne sitzend Matthias König, Stefan König; dahinter stehend Manfred Senk, Waldemar Nofer, Thomas Keller, Björn Nofer und Andreas Keller

Zoller

Der Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen – und das mit einem ebenso lebendigen wie geschichtsbewussten Fest: Auf der Talwiese im oberen Gaistal steigt vom 11. bis 13. Juli ein musikalisches Jubiläum, das seine Wurzeln nicht vergisst.

Denn gegründet wurde der Verein genau dort, wo heute noch das alte Forsthaus steht. Zum Auftakt des Festwochenendes wurde deshalb ein besonderes Foto inszeniert: eine historische Aufnahme – so, wie sie damals vor dem Forsthaus hätte entstehen können.

Gaistäler zusammengetrommelt

Spürbar machen „Wir wollten der Gründung nicht nur gedenken, sondern sie spürbar machen“, sagt Vereinsvorstand Matthias König. „Das Forsthaus ist Symbol und Ursprung zugleich. Und die Menschen, die heute beim Fest helfen, sind auch diejenigen, die dieses Motiv mit Leben füllen – deshalb gehören sie auf dieses Bild.“ König hatte die Idee zur nachgestellten Szene und trommelte engagierte Gaistäler zusammen, die – genau wie einst die Waldarbeiter und Musiker – mit Herz und Hand dabei sind.

Mit auf dem Bild Manfred Senk, Förster im Ruhestand, der die Verbindung zur Geschichte herstellt. „Ich finde, das ist ein wirklich bedeutsames Ereignis in der Geschichte des oberen Gaistals“, sagt Senk. „Besonders fasziniert hat mich die Anekdote, dass die Musik ursprünglich dazu diente, Wildschweine zu vergrämen. Das hat Karl Kirn bei einem der früheren Feste auf der Talwiese so eindrucksvoll erzählt, dass es bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen hat – da steckt so viel Lokalkolorit und Ursprung drin.“

Probenraum Eine pragmatische Idee, aus der der Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal entstand: Das Forsthaus, um 1920 erbaut und ursprünglich als Dienstwohnung für Forstbedienstete genutzt, wurde bald zum Probenraum – und zum Ort, an dem der Grundstein für 75 Jahre Blasmusik gelegt wurde. Förster Heinrich Spring (1904-1967) war der Initiator, der unter den Gaistälern Interessierte fand, die wie er ein Blasinstrument spielen wollten und am 7. Juli 1950 wurde die „Bauernkapelle Herrenalb-Gaistal“ gegründet. „Heute würde der ganze Verein gar nicht mehr ins Forsthaus reinpassen“, meint Senk schmunzelnd.

Festzelt In direkter Nachbarschaft zum historischen Ursprung wird derzeit auf der Talwiese ein Festzelt mit 700 Plätzen aufgebaut. Ein abwechslungsreiches Programm, kulinarische Genüsse und jede Menge Musik lassen keine Wünsche offen. Los geht’s am Freitag um 17 Uhr mit dem traditionellen Fassanstich und Freibier. Für den musikalischen Auftakt sorgen die Gaisbachtaler Musikanten, gefolgt vom Musikverein „Harmonie“ Freiolsheim und dem Musikverein Lautenbach, die den Abend in bester Blasmusik-Tradition begleiten.

Ab 21 Uhr wird das Festzelt dann zur Tanz- und Partyzone: Bei der legendären „Gießkannenparty“ bringen DJ Tim und Mallorca-Star „Der Partycrasher“ das Zelt zum Brodeln.

Dirndl und Lederhose

Am Samstagabend heißt es: Dirndl und Lederhosen anziehen! Die „Jungen Böhmischen“ rund um Frank Metzger reisen eigens aus dem Allgäu an und garantieren einen Abend voller Energie, Spielfreude und feinstem böhmischen Sound.

Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Familie: Ab 11 Uhr beginnt der Tag mit einem Frühschoppen und dem Jubiläumsorchester des Musikvereins. Beim gemeinsamen Mittagessen sorgen die befreundeten Kapellen aus Schielberg, Kleinsteinbach und vom Dobel für Unterhaltung und gesellige Atmosphäre.

Auch für die jüngsten Gäste ist gesorgt: Hüpfburg, Spiele und Mitmachaktionen laden zum Toben und Entdecken ein, während die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen entspannen.

Projektorchester Ein Höhepunkt erwartet die Gäste am Sonntagabend: Das Projektorchester des Vereins spielt ab 20 Uhr zum großen musikalischen Finale – begleitet von einer Brennholzauktion für den guten Zweck. Gestiftet wurden die vier Ster Holz von Björn Nofer und Stefan König. Sie werden in einer amerikanischen Versteigerung so lange angeboten, bis niemand mehr mitbietet.

„Das ist unsere Alternative zur Tombola, die wir sonst beim Fest haben“, erklärt Matthias König. „Der Erlös geht komplett an den Jugendbus der Stadt Bad Herrenalb – ein tolles Projekt, das wir unbedingt unterstützen wollen.“ Zusätzlich wird eine handsignierte Festschrift versteigert – unterschrieben von allen Musikerinnen und Musikern sowie den Mitwirkenden am historischen Gruppenfoto.

Karten im Vorverkauf

Mit Herzblut, Humor und einem starken Gemeinschaftsgefühl feiert der Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal nicht nur sich selbst – sondern 75 Jahre gelebte Musiktradition. Und beweist: Geschichte lebt dann weiter, wenn man sie miteinander gestaltet.

Eintrittskarten für den 12. Juli gibt es im Vorverkauf für acht Euro bei Abbas Restaurant und Pilsstube, der Sparkassenfiliale Bad Herrenalb sowie bei allen Musikern. Restkarten sind an der Abendkasse für zwölf Euro erhältlich.

An- und Abreise

Shuttle-Service 
Für die Anreise zur Talwiese wird empfohlen, die Buslinie 116 ab Bahnhof Bad Herrenalb zu nutzen. Besucher, die mit dem Auto anreisen, werden gebeten, die Parkplätze am Skiheim zu verwenden. Auf dem Hinweg ist eine Umleitung über den Abzweig Hirschwinkel und Zieflensberg zur Talwiese eingerichtet. An allen drei Festtagen steht ein kostenloser Shuttle-Service zur Verfügung. Die Route verläuft ab Bahnhof Bad Herrenalb über die Haltestellen Kurhaus, Hotel Post, Sägwasenplatz, Rotenbächle, Abzweig unteres Gaistal bis zur Talwiese – und wieder zurück. Die Shuttlefahrten beginnen freitags um 16 Uhr, samstags um 17 Uhr und sonntags um 14 Uhr. Rückfahrten sind jeweils bis zum Festende möglich.

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