Geld exzellent angelegt: Wie eine Stiftung in Bad Herrenalb Naturräume bewahrt

Blick in den Klostergarten
Sabine Zoller- Stiftung in Bad Herrenalb fördert seit 1993 Natur- und Umweltschutz – Vermögen stabil gewachsen.
- Rund 1,2 Mio. Euro Vermögen, über 800.000 Euro bereits für lokale Projekte ausgeschüttet.
- Klostergarten umgestaltet: marode Holzeinfassungen durch Stahl ersetzt, Ehrenamt setzte um.
- Auswahlkriterien: nachhaltiger Nutzen, Wirkung für viele, Entscheidung durch den Vorstand.
- Nächstes Projekt dieses Jahr: Anschaffung einer Lanze gegen die Asiatische Hornisse.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Akkurat eingefasste Beete zieren seit wenigen Wochen den Herrenalber Klostergarten. Wo vor Kurzem noch morsch gewordenes Holz zu sehen war, zieht nun eine moderne Stahlwandung klare Linien durch das Terrain. Dieser gelungene Brückenschlag zwischen Botanik und zeitgemäßer Funktionalität ist das jüngste Meisterstück lokaler Kooperation. Als treibende Kraft im Hintergrund fungiert die Gerda und Kurt Härtwig-Stiftung, die sich seit 1993 dem Natur- und Umweltschutz in der Region verschrieben hat.
Seit rund zweieinhalb Jahren leitet Martin Lacroix die Geschäfte dieser Institution und bringt ein tiefes Verständnis für seine Heimatregion mit. Die persönliche Motivation für dieses anspruchsvolle Ehrenamt beschreibt er wie folgt: „Als gebürtiger Rotensoler und Mitglied des Ortschaftsrates liegt mir die Entwicklung von Bad Herrenalb und seinen Ortsteilen besonders am Herzen. Das Vermächtnis der Eheleute Härtwig aktiv fortzuführen und damit Natur- und Umweltprojekte zu unterstützen, ist mir wichtig, um die wertvolle Arbeit der Stiftung stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.“
Beachtliche Leistung
Die Basis für dieses weitreichende Wirken bildet ein beachtliches finanzielles Fundament. Bei der Gründung der Stiftung im Jahr 1993 betrug das ursprüngliche Vermögen der Eheleute Härtwig umgerechnet rund 700.000 Euro, was damals 1,3 Millionen Deutschen Mark entsprach. Durch eine ausgeklügelte Bewirtschaftung ist dieses Kapital heute auf rund 1,2 Millionen Euro angewachsen, eine beachtliche Leistung in Zeiten, die von extrem volatilen Finanzmärkten geprägt sind.
Dabei kommt Martin Lacroix sein beruflicher Hintergrund als Betriebswirt der Fachrichtung Bank zugute. „Der langfristige Erhalt des Stiftungsvermögens hat oberste Priorität“, erklärt der Geschäftsführer sachlich. „Mit einer breiten und langfristig ausgerichteten Anlagestrategie ist es gelungen, das Vermögen zu erhalten und gleichzeitig Erträge für Projekte in Bad Herrenalb zu erwirtschaften. Mein beruflicher Hintergrund hilft dabei, Chancen und Risiken sachgerecht abzuwägen.“
Dass dieses Geld exzellent angelegt ist, zeigt die historische Bilanz: Seit der Gründung wurden bereits mehr als 800.000 Euro für den lokalen Natur- und Umweltschutz ausgeschüttet. Die Nachfrage nach Fördermitteln ist dabei ungebrochen, wie Lacroix skizziert: „Jährlich erreichen die Stiftung mehrere Anträge und Projektideen aus unterschiedlichen Bereichen.“
Herausragende Bedeutung
Das aktuelle Vorzeigeprojekt, der umgestaltete Klostergarten, verdeutlicht die Philosophie der Stiftung. Für das Stadtbild und den Tourismus in Bad Herrenalb besitzt das Areal eine herausragende Bedeutung. „Der Klostergarten ist geprägt durch Pflanzen, die bereits in früheren Klosterzeiten Verwendung fanden. Dadurch werden alte Heil- und Nutzpflanzen in den Fokus gerückt und ein Stück Geschichte wird erlebbar gemacht. Gleichzeitig leistet der Klostergarten einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung von Natur, Botanik und ökologischem Wissen.“
Doch nach welchen Maßstäben wählt das Gremium aus und wie sieht die Bewerbung aus? „Voraussetzung für eine Förderung ist, dass das Projekt dem Stiftungszweck entspricht. Dieser liegt insbesondere in der Förderung des Natur- und Umweltschutzes in Bad Herrenalb“, stellt Lacroix klar. Er ergänzt zu den konkreten Auswahlkriterien: „Dabei achten wir insbesondere auf einen nachhaltigen Nutzen für Natur und Umwelt sowie darauf, dass die Maßnahmen möglichst vielen Menschen zugutekommen und langfristig Wirkung entfalten. Über die eingereichten Anträge entscheidet der Stiftungsvorstand im Rahmen der verfügbaren Mittel.“
Die Rollenverteilung im Alltag ist dabei strikt geregelt. Obwohl Lacroix das Gesicht der Stiftung in der Öffentlichkeit ist, liegen die finalen Entscheidungen über das Budget beim Vorstand.
Die Kooperation vor Ort lobt er in den höchsten Tönen: „Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sowie den zahlreichen ehrenamtlich engagierten Akteuren vor Ort ist sehr vertrauensvoll und konstruktiv. Als Stiftung sind wir auf dieses Ehrenamt angewiesen, da die Projektträger die Maßnahmen in der Regel selbst umsetzen. Die Stiftung fördert und begleitet die Projekte, setzt diese jedoch grundsätzlich nicht selbst um. Ausnahmen bilden einzelne Projekte, die die Stiftung selbst initiiert, wie beispielsweise die neue Hirschbeobachtungshütte.“ Das bürgerschaftliche Fundament sei unverzichtbar.
Angesprochen auf seine persönlichen Höhepunkte gerät der Geschäftsführer ins Schwärmen. „Da ich erst seit rund zweieinhalb Jahren Geschäftsführer bin, kann ich die älteren Projekte nur aus der Rückschau beurteilen. Besonders am Herzen liegt mir die neue Hirschbeobachtungshütte, da sie Naturerlebnis und Umweltbildung in besonderer Weise miteinander verbindet. Aber auch die Schweizerkopfhütte ist ein sehr gelungenes Projekt und bietet bei meinen Fahrradtouren immer wieder einen schönen Ort zum Verweilen“, erzählt Lacroix mit sichtlicher Begeisterung.
Klare Vision
Für die kommenden fünf bis zehn Jahre hat er eine klare Vision für die Gerda und Kurt Härtwig-Stiftung: „Ich wünsche mir, dass die Stiftung auch in Zukunft ein verlässlicher Partner für den Natur- und Umweltschutz in Bad Herrenalb und seinen Ortsteilen bleibt. Besonders schön finde ich die Vielfalt der bisher umgesetzten Projekte. Gleichzeitig würde ich mich freuen, künftig auch wieder größere Projekte realisieren zu können. Hierfür wären jedoch zusätzliche Zustiftungen oder Spenden hilfreich, da grundsätzlich nur die Erträge aus dem Stiftungsvermögen verwendet werden können.“
