Emmvee und Bad Herrenalb
: Eine Million Aufrufe und tagelang Gesprächsthema

„Was ist denn ein Luftkurort?“ Der Comedian Emmvee nahm in einer seiner Shows Bad Herrenalb auf die Schippe. Alice Rademacher erzählt, wie sie das Gespräch erlebt hat.
Von
Bernd Mutschler
Oberndorf
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Alice Rademacher weiß, wo es die schönsten Plätze in Bad Herrenalb gibt. Die würde sie auch gerne Emmvee zeigen.

Rademacher

Erst war es Dobel, dann Bad Herrenalb – gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit erzielten Videos von Comedians hohe Reichweiten, in denen sie die beiden Kommunen aus dem Kreis Calw humorvoll auf die Schippe nahmen. Im Video von Mariano Vivenzio, besser bekannt als Emmvee, verteidigt Alice Rademacher, duale Studentin im Bereich Tourismus und Stadtmarketing, ihren Ort charmant und vehement gegen die Späße des Comedians. Tatsächlich ist das Video schon älter und hatte bereits im Dezember 2024 etwa eine Million Aufrufe auf Emmvees Kanälen auf verschiedenen Plattformen erzielt – ging aber jetzt noch einmal auf Instagram viral. Im Interview mit unserer Redaktion erzählt Rademacher, wie sie das Video empfunden hat – und was sie Emmvee zeigen würde, wenn er nach Bad Herrenalb kommt.

Vielleicht erzählen Sie zuerst etwas über sich persönlich?

Ich bin Alice Rademacher, 22 Jahre alt, und Duale Studentin im Bereich Tourismus und Stadtmarketing bei der Stadt Bad Herrenalb. Mein Studium begann 2023. Ich unterstütze meine Kolleginnen bei Marketingaufgaben, in der Tourist-Info und bei Veranstaltungen.

Was hat Sie dazu gebracht, Tourismus zu studieren – und warum in Bad Herrenalb?

Ich liebe das Reisen und das Entdecken neuer Kulturen. Da ich gerne arbeite und gleichzeitig studiere, hat mich das duale Studium bei der Stadt Bad Herrenalb sehr angesprochen zumal sie die einzigen in der Region waren, die BWL-Tourismusmanagement anbieten.

Emmvee nahm Bad Herrenal auf die Schippe.

Foto: Ramirothereal

Wann und wo war denn die Veranstaltung?

Die Veranstaltung fand am 26. Oktober 2024 im Konzerthaus in Karlsruhe statt.

Sind Sie ein Fan von Emmvee oder eher zufällig dort gelandet?

Ich hatte zuvor einige seiner Videos auf Social Media gesehen, die ich unglaublich lustig fand. Spontan habe ich beschlossen, ihn einmal live zu sehen. Da es nur noch wenige Restplätze gab, landete ich schließlich mit meinem Einzelticket in der ersten Reihe, natürlich immer mit der Gefahr, aufgerufen zu werden.

Wie kam es zur Interaktion mit Ihnen und wie kam das Gespräch auf Bad Herrenalb?

Er fragt seine Zuschauer vorab nach persönlichen Daten wie Name, Herkunft und Beruf. So entstand dann auch das Gespräch über Bad Herrenalb.

Wie haben Sie den Moment erlebt, als der Comedian plötzlich begann, über Ihre Heimatstadt Bad Herrenalb zu sprechen?

Bad Herrenalb ist zwar nicht meine Heimatstadt, ich bin auf dem Dobel aufgewachsen und wohne inzwischen in der Ettlinger Region, aber das Gespräch war sehr entspannt. Es ging um die Region, in der ich groß geworden bin, und da ich in einer landschaftlich wunderschönen Gegend arbeite, war es für mich ein angenehmes Gespräch.

In der Show mussten Sie spontan für Ihren Ort einstehen. Hätten Sie im Nachhinein gerne etwas anderes geantwortet – oder war Ihre Reaktion genau richtig?

Natürlich war ich in dem Moment sehr aufgeregt, schließlich wurde alles aufgezeichnet und es saßen viele Menschen im Saal. Im Nachhinein hätte ich manches vielleicht etwas ausführlicher erzählen können, aber ich bin ein sehr authentischer Mensch und mit dem Video sehr zufrieden. Es war schließlich mein erstes Video mit einer Person, die eine so große Reichweite auf verschiedenen Plattformen hat.

Welche Reaktionen haben Sie nach der Show erhalten – sowohl aus Ihrem Umfeld als auch aus Bad Herrenalb selbst?

Familie, Freunde und Bekannte haben das Video sofort geteilt und geliked und fanden es sehr humorvoll. Ich bekam nur positives Feedback! Ich war für mehrere Tage das Gesprächsthema, vor allem in kleineren Orten verbreitet sich so etwas schnell. Online erreichte das Video insgesamt über eine Million Aufrufe auf verschiedenen Plattformen.

Wie würden Sie jemandem Bad Herrenalb beschreiben, der noch nie dort war – in drei Worten?

Naturnah, idyllisch, erholsam.

Hat Sie die Sache mit dem „Luftkurort“ zum Lachen gebracht oder eher genervt?

Ich musste sehr lachen, es hat mir Freude gemacht, positiv über meinen Arbeitsort zu sprechen. Ich wusste auch, dass er gerne mal scherzt, also bin ich mit diesem Bewusstsein ganz entspannt ins Gespräch gegangen.

Finden Sie, dass Bad Herrenalb vom „Comedian-Hype“ profitieren kann – oder nervt es, als Witzort aufzutauchen?

Ich denke, viele sehen das genauso: Wir empfinden Bad Herrenalb nicht als „Witzort“, sondern das Video bleibt eine humorvolle Erinnerung. Durch solche authentischen, lustigen Momente erreicht man vor allem jüngere Generationen in den sozialen Medien und so profitieren wir davon, dass viele den Namen Bad Herrenalb gehört haben und uns vielleicht besuchen möchten.

Glauben Sie, Humor und Selbstironie können gute Werbung für einen Ort sein?

Auf jeden Fall! Gerade als Mitarbeiterin der Stadt fand ich es sehr sympathisch, Teil eines humorvollen Gesprächs zu sein. Es zeigt die Verbundenheit zur Stadt und kann andere dazu animieren, Bad Herrenalb zu besuchen und kennenzulernen.

Wenn Sie Emmvee eine Tour durch Bad Herrenalb geben würden – wohin würden Sie ihn als Erstes mitnehmen?

Ich würde ihm unsere wunderschönen Wanderwege zeigen, zum Beispiel an der Schweizerkopfhütte, dort ist die Luft herrlich und man erlebt die Natur hautnah. Außerdem würde ich mit ihm zu den Falkensteinfelsen gehen, um ihm unsere Stadt von oben zu zeigen und den tollen Panoramablick zu genießen. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn er uns einmal besuchen kommt.

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