Wintersport Zollernalbkreis: Vier Vereine – ein gemeinsames Ziel

Vor allem für Einsteiger und Kinder ist es von Vorteil wenn man zu Skikursen in der Region bleiben kann und nicht in die Alpen fahren muss.
sbhDer Ebinger Skilift ist nicht nur im Zollernalbkreis sehr beliebt. Ein Blick auf die Homepage des WSV Ebingen offenbart, warum das so ist: Mit einer Höhendifferenz von 160 Metern genügt er höchsten Ansprüchen. Als FIS-homologierte Strecke bietet der in 923 Metern Höhe beginnende Hang sogar Voraussetzungen für Ski- und Snowboard-Rennen. Der 600 Metern lange Schlepplift ist der längste auf der ganzen Südwestalb.
Angekommen an der Bergstation, warten auf die Wintersportler variantenreiche Abfahrten mit einer Länge von insgesamt über zwei Pistenkilometern. Bis zur Mittelstation können die Pisten bis in die Abendstunden hinein dank einer Flutlichtanlage befahren werden. In einem großen Funpark kommen Snowboarder auf ihre Kosten.
Und weil der Hang über längere Zeit des Tages im Schatten liegt und die Pisten mit einer seit 2006 installierten Beschneiungsanlage maschinell präpariert werden können, sind sie bis in den Februar hinein ziemlich schneesicher.
Vereine haben Projekt über den Sommer zur Reife gebracht
Doch genau an diesem Punkt setzt ein gewisses Dilemma ein. Die Kosten für die Beschneiung des Hanges sind für den WSV Ebingen mittlerweile recht hoch. Sie dürften inzwischen pro Jahr ein paar tausend Euro betragen.
Also hat sich der WSV Partner ins Boot geholt – und eine richtige „Snow Share Family“ auf die Beine gestellt. Mit von der Partie in diesem Verbund sind neben den Ski- und Bergfreunden Haigerloch (sbh) die Skiclubs aus Horb und auch der Ski-Club aus Leinfelden-Echterdingen.

Seit 2006 kann der WSV Ebingen seinen Skihang beschneien
Foto: sbhÜber den Sommer haben sich die die vier Vereine besser kennengelernt, sich gegenseitig besucht und über das vom WSV Ebingen geplante Konzept gesprochen. In mehreren Treffen wurde es den Vereinsvorständen, Ausschüssen und Skilehrern vorgestellt und zur Reife gebracht.
Finanzierung funktioniert nach dem Solidarprinzip
Das Ziel der „Snow Share Familiy“ ist so einfach wie genial: Alle Vereine beteiligen sich am Betrieb des Ebinger Skiliftes und können dafür den Hang kostenlos für ihre Skikurse nutzen. Die Finanzierung funktioniert solidarisch: die Partnervereine zahlen vor Saisonstart einen festen Betrag in einen gemeinsamen Topf, der ausschließlich für die Beschneiung verwendet wird.
Zudem sollen die Partner auch organisatorische Beiträge leisten. Angedacht ist, dass zum Teil auch Lift- und Bewirtungspersonal zur Verfügung gestellt wird und damit auch der Einkehrschwung in der urigen Skihütte am Lift gesichert ist.
In Deutschland ein möglicherweise einmaliges Projekt
Armin Bisinger von den Ski- und Bergfreunden Haigerloch ist von der Idee begeistert. Der Ebinger Skihang ist aus seiner Sicht nicht nur ideal für Ski- und Snowboardkurse aller Niveaus – vom Anfänger bis zum Könner – sondern auch eine Trumpfkarte in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Vor allem die für Kinder und Familien interessanten Anfängerkurse können dort in Zukunft kostengünstig und heimatnah angeboten werden. Bisinger: „Dieses Modell dürfte in Deutschland bislang einmalig sein.“
Die Ski- und Bergfreunde bieten übrigens schon am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Januar, die ersten Kurse in Ebingen (täglich ab etwa 9.30 Uhr) an. Zusätzlich ist am Samstag ein Schnupperkurs für Kinder von 3 bis 6 Jahren.
Anmeldungen sind über die Homepage der Ski- und Bergfreunde Haigerloch unter www.sbh-haigerloch.de möglich.