Wahlkampf in Winterlingen: Politik-Talk im ML Shop - „Das macht erpressbar“

Günther Oettinger (rechts) sprach über Energiepolitik.
LorchMonika Lorch und ihre Tochter Nina vom ML-Shop in Winterlingen haben kürzlich zu einem Politik-Talk unter dem Titel „Politik in der Boutique“ eingeladen. Es gehe, so betonte es Nina Lorch-Beck bei der Begrüßung im voll besetzten Shop, nicht nur um feine Stoffe, sondern vor allem auch um klare Worte.
Politik, so fasste es die Geschäftsführerin des ML‑Shops in Worte, und Mode hätten viele Aspekte gemeinsam. „Es geht immer um Menschen, um Inhalte, um Qualität und Stil“, so Nina Lorch-Beck.
Gekommen war Günther Oettinger, ehemaliges Mitglied und Vizepräsident der Europäischen Kommission. Die meisten Baden-Württemberger kennen den in Stuttgart geborenen und in Ditzingen aufgewachsenen Oettinger jedoch aus seiner Zeit als Ministerpräsident des Landes von 2005 bis 2010.
Im Gespräch mit Landrat Pauli
In Winterlingen kam Oettinger gut gelaunt ins Gespräch, zum einen mit dem Kreischef, Landrat Günther-Martin Pauli, dem geistigen Vater des Nachmittags. Zum anderen stand mit Moderator Otto Hauser ein versierter Politikkenner bereit. Als ehemaliger Sprecher der Bundesregierung und parlamentarischer Staatssekretär in der Ära von Bundeskanzler Helmut Kohl sind ihm alle Facetten des Politikgeschäfts bekannt. Zumal er viele Jahre als Abgeordneter des Deutschen Bundestags fungiert hatte. Hauser freute sich sichtlich über den Dialog mit Oettinger.
Da passte es ganz gut, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß ebenfalls in Winterlingen vorbeigeschaut und seine Gattin Andrea Verpoorten mitgebracht hatte. Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) war bei „Politik in der Boutique“ ebenfalls Ehrengast.
Gekommen waren dieses Mal übrigens nicht nur liebgewonnene Kundinnen und Freundinnen von Familie Lorch, sondern auch Kreistagskolleginnen und -kollegen von Nina Lorch-Beck. Diesem Gremium gehört die Winterlinger Geschäftsfrau seit der Kommunalwahl 2024 an.
Die IHK Reutlingen war bei „Politik in der Boutique“ ebenfalls vertreten. Nina Lorch-Beck fungiert sowohl im IHK-Gremium des Zollernalbkreises als auch in dessen Handelsausschuss als stellvertretende Vorsitzende.
Günther Oettinger plauderte informativ und unterhaltsam aus dem politischen Nähkästchen. Energie, so befand der einstige Kommissar für Energie der Europäischen Union, sei der Schlüssel zu Sicherheit, Wärme, Wohlstand und Mobilität. Nie, so mahnte er eindringlich, dürfe sich ein Staat von einer einzigen Energieform abhängig machen: „Das macht erpressbar.“
Er lobte den Fleiß der Menschen im „Ländle“ und legte ihnen eine Technologieoffenheit ans Herz: „Frei von jeglicher Ideologie.“ Baden-Württemberg, so befand Oettinger, müsse attraktiv bleiben für potenzielle Investoren: „Diese Kultur müssen wir stärken.“ Dann funktionierten auch die Generationsübergänge eines Unternehmens reibungslos.
Nicole Hoffmeister-Kraut nahm als Wirtschaftsministerin diesen Ball nur zu gerne auf. EU, Berlin, Stuttgart, heutzutage, so befand die Balinger Politikerin, müsse Kooperation, Netzwerken und Zusammenarbeiten das Gebot der Stunde sein: „Es bedarf in diesen Zeiten dringend kluger Entscheidungen für unsere Wirtschaft.“