Trotz unsicherem Wetter
: Der Andrang bei der letzten Meßstetter Ferienwanderung war groß

Die letzte Ferienwanderung der Stadt Meßstetten startete vor dem Rathaus, wo Bürgermeister Frank Schroft die Wanderfreunde in Empfang genommen hat.
Von
Rüdiger Wysotzki
Oberndorf
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Trotz unsicherer Wetterlage haben rund 170 Menschen an der letzten Meßstetter Ferienwanderung teilgenommen.

Rüdiger Wysotzki

Wie so oft in dieser Ferienwandersaison war nicht abzusehen, wie viele Wanderbegeisterte zum Abschluss kommen würden. Trotz schwankender Wetterprognosen und leichtem Regen sind rund 170 Menschen der Einladung gefolgt.

Manfred Fritz, der zusammen mit Frank Weber von der Ortsgruppe Meßstetten des Schwäbischen Albvereins, die Wanderung leitete, führte in die Ortskirchengeschichte Meßstettens ein. Der Ort Meßstetten ging aus einer alemannischen Siedlung hervor; die erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 854. Zunächst gehörte der Ort der Scherragrafschaft und später zur Grafschaft Hohenberg. Mehrere Herrschaftswechsel folgten. Kirchlich gehörte der Ort zum Bistum Konstanz, Heinstetten und Hartheim zur Pfarrei Ebingen. Im 12. oder 13. Jahrhundert erhielt das Dorf eine eigene Kirche. Nachdem der Kirchturm im 18. Jahrhundert einstürzte und das Gebäude 1911 durch ein Erdbeben schwer beschädigt wurde, folgte der Abriss.

Neue Kirche wurde 1913 eingeweiht

Am 25. Mai 1418 wurde Meßstetten an Graf Eberhard IV. von „Wirtemberg“ verkauft. Im 14. Jahrhundert wurde die örtliche Pfarrei zu einem Stift. Im Zuge der Reformation 1534 in Württemberg wurden das Stift und die Kirchengüter der geistlichen Verwaltung in Balingen unterstellt.

Die neue Kirche wurde 1913 eingeweiht, 1930 folgte das neue Gemeindehaus samt Kindergarten. Wie viele Kirchengemeinden musste auch Meßstetten während des zweiten Weltkriegs zwei Glocken zur Metallgewinnung an die Nationalsozialisten abgeben. 1962 wurde Meßstetten Garnisonsstandort. In der neu entstandenen Wohnsiedlung Bueloch erhielt der Militärpfarrer einem Pfarrhaus, für die Familien der Siedlung wurde ein Kindergarten errichtet.

Der Heuberger Spitzbub Arnold Walter.

Foto: Rüdiger Wysotzki

Auf dem Donau-Zollernalb Qualitätswanderweg, den viele unter dem Namen des Professors für die deutsche Sprache, Volkskunde und Literatur Karl-Bohnenberger-Weg kennen, ging es auf dem schmalen Pfad zur Brunnenstube. Diese auf 910 Meter Höhe liegende Quelle schüttet auch heute noch Wasser aus, wenn durch Versiegelung nicht mehr so viel. Einst besaß Meßstetten eine Hülb und drei Brunnen.

Hütte des ehemaligen Edelweißvereins

Am Skilift vorbei ging es weiter in Richtung Hossingen, um dann zur Schildhalde nach rechts abzubiegen. Schließlich eröffnete sich der Wanderschar ein Ausblick auf das Meßstetter Tal und den Tierberg. Nur ein paar Meter weiter befand sich die Hütte des ehemaligen Edelweißvereins, die in den Jahren 1930 und 1931 erbaut wurde. Karl-Hans Kästle weiß, dass der Verein zwar mittlerweile fast in Vergessenheit geraten ist, jedoch einst sehr rührig war. Die Mitglieder haben zahlreiche Wanderwege angelegt.

Das Kinder- und Jugendprogramm sah das Schnitzen mit Haselnussholz vor.

Foto: Rüdiger Wysotzki

Da sich der Verein etwa im Jahr 1935 nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten auflösen musste verkam die Hütte. Einen Teil dieser Wege, darunter der Karl-Bohnenberger-Weg, hat die Ortsgruppe des Albvereins ab 1985 wieder gerichtet und pflegt sie.

Danach führte der Weg unterhalb Oberbuch wieder am Trauf entlang zurück in Richtung Turn- und Festhalle, wo bewirtet wurde. Der „Heuberger Spitzbub“, Arnold Walter, sorgte mit Musik für Stimmung. Das Kinder- und Jugendprogramm – Schnitzen mit Haselnussholz – hatte Hannes Schurr vom Naturerlebniszentrum der Sparkasse Zollernalb in die Hand genommen.

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