Tendenz geht zu Rundum-Sanierung
: Der Zahn der Zeit hat fleißig am Heinstetter Rathaus genagt

Im Fokus des Heinstetter Ortsbegangs hat diesmal das Rathaus gestanden, das dringend saniert werden muss. Die Tendenz geht in Richtung Rundum-Sanierung – wobei Bürgermeister Schroft auch angesichts düsterer Haushaltsprognosen um Geduld bittet.
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(kus/pm)
Oberndorf
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Seinen amtlichen Charakter zeigt das schöne Heinstetter Rathaus auf den ersten Blick. Erst beim zweiten Hinschauen offenbart sich der Sanierungsbedarf an vielen Stellen – innen, wie außen.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer

Recht kurz war der Ortsbegang in Heinstetten im Vorfeld der Beratungen zum Meßstetter Haushalt 2025. Mit dem alten Schulhaus und dem Rathaus – beide direkt an der Ortsdurchfahrt – darf der Ort zwei der markantesten städtischen Gebäude sein Eigen nennen. Nach der Neugestaltung des Schulhofes 2023 kommt das Schulhaus samt Umfeld wie aus dem Ei gepellt daher.

Auf den ersten Blick mag das auch auf das Rathaus zutreffen. Bei näherer Betrachtung ist allerdings zu erkennen, dass an Fassade, Mauerwerk, Fensterläden und vertikalen Regenrinnen der Zahn der Zeit fleißig genagt hat. Das gleiche Bild im Inneren: Trotz dicker Mauern, wie sie bei älteren Häusern üblich sind, hat sich an manchen Wänden Schimmel gebildet.

Der Nachtspeicherofen schafft es nicht alleine

Vor allem im Vereinsraum der Narrenzunft, der direkt an den Sitzungssaal grenzt. Dort gibt es nur einen Nachtspeicher-Heizkörper, der es nicht schafft, dieses Zimmer in der kalten Jahreszeit ausreichend auf Temperatur zu bringen.

Noch-Hausherr Thomas Deufel kennt all die Stellen, wo die Feuchtigkeit drückt, der Putz bröckelt oder es sonst etwas zu reparieren gibt. Erwartungsgemäß stand deshalb die Sanierung des Rathauses ganz oben auf der Wunschliste des Ortsvorstehers und seines Ortschaftsrates, bevor er selbst die Amtsgeschäfte im September in andere Hände gibt.

Für die Heinstetter Rathaussanierung sollen auch Fördertöpfe angezapft werden

Bürgermeister Frank Schroft erkannte den Handlungsbedarf und erteilte dem Stadtbauamt sogleich den Auftrag – Leiter Claus Fecker hatte das Rathaus schon vor dem Ortsbegang inspiziert. Eine Rundum-Sanierung, so der Tenor, dürfte letztlich sogar günstiger kommen als immer wieder Klein-Klein-Reparaturen.

Aufschluss soll ein Sanierungskonzept geben, das auch den energetischen Aspekt mitberücksichtigt. Geprüft wird zudem, ob es Fördertöpfe gibt, die man anzapfen kann.

Mehr Bepflanzung beim Zuweg zu den Urnentürmen auf dem Heinstetter Friedhof wünscht sich der Ortschaftsrat.

Foto: Stadt Meßstetten/Volker Bitzer

Indes bat Schroft um Geduld: „Dieser Prozess kann sich durchaus bis zu zwei Jahren hinziehen.“ Dafür hatten die Ortschaftsräte aber Verständnis: Lieber noch etwas warten und dafür ein „Rathaus wie neu“, so das Credo.

Allerdings, betonte Schroft, müsse abschließend der Gemeinderat eine Sanierung beschließen – und das vor dem Hintergrund düsterer Haushaltsprognosen in den kommenden Jahren.

Die Erträge fallen deutlich geringer aus

So führt die gesamtwirtschaftliche Stagnation zu geringeren Gemeindeanteilen an Einkommensteuer und Umsatzsteuer, deutlich geringer als in den Vorjahren fallen die Gewerbesteuererträge aus, höher werden die Umlagezahlungen an Land und Landkreis, ebenso schlagen tarifbedingte Steigerungen bei Personalkosten zu Buche. Einige Wünsche und Ideen äußerten die Bürgervertreter auch für den örtlichen Friedhof.

Hier wurden zwei mächtige Linden mit Idealform begutachtet, die gelegentlich etwas ausgeschnitten werden sollten; ein Dach am seitlichen Flügel der Leichenhalle, wo das Wasser nicht richtig in die Rinnen läuft; und das Vorfeld der idyllisch gelegenen Urnenturmanlage, die am Zuweg noch etwas mehr Bepflanzung vertragen könnte. In diesen sowie weiteren Fällen kann der städtische Bauhof unkompliziert Abhilfe schaffen.

Das Rathaus Heinstetten

Geschichte
Vor 1911 wurde das Gebäude als Schul- und Rathaus und in den 1950er-Jahren als landwirtschaftliche Berufsschule genutzt. Der erste Umbau fand im Jahr 1964 statt und im Jahre 1999/2000 gab es eine Generalsanierung.

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