Sozialstation Meßstetten
: Leuchtendes Beispiel für Nächstenliebe: Die Pionierin wird 50

50 Jahre Sozialstation Meßstetten sind groß gefeiert worden. Alle Redner betonten den Wert der Pflege zu Hause und der vielfältigen Dienstleistungen der Mitarbeiterinnen.
Von
(red/pm)
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Feierten 50 Jahre Sozialstation Meßstetten (von links): Geschäftsführer und Stadtkämmerer Daniel Bayer, Nusplingens Bürgermeister-Stellvertreter Peter Reiser, Meßstettens Alt-Bürgermeister Lothar Mennig, Landkreis-Sozialdezernent Georg Link, Leiterin Ingrid Klaiber, ihre Vorgängerin Rose Pfersich, der frühere Geschäftsführer Johannes Ritter, Altenhilfevereins-Vorsitzender Harald Eppler sowie Bürgermeister Frank Schroft.

Stadt Messstetten/Volker Bitzer

„Hilfe kommt ins Haus“ – diesen Leitspruch hat sich die Meßstetter Sozialstation auferlegt. Es ist gelebte Realtität seit 50 Jahren. Den runden Geburtstag feierten die Verantwortlichen in einem familiären Festakt im Rathaus mit mehreren Dutzend geladener Gäste. Die 122 Mitarbeiterinnen feiern im November gleich zwei Mal. Denn der Arbeitsalltag, die Betreuung der Senioren im Schichtbetrieb, pausiert selbst für ein Jubiläumsfest nicht.

Frank Schroft: 50 Jahre Anteilnahme, Solidarität, Fürsorge und tätige Hilfe

Frank Schroft, als Bürgermeister auch an der Spitze der Sozialstation, rückte in seiner Festrede den hohen Stellenwert dieser Einrichtung in den Fokus. 50 Jahre Sozialstation bedeute 50 Jahre Anteilnahme, Solidarität, Fürsorge und tätige Hilfe. Auch namens des Gemeinderates zollte er dem großen Mitarbeiterteam Anerkennung und höchsten Respekt. Die Frauen und Männer der Sozialstation seien ein „leuchtendes Beispiel für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe“.

Frank Schroft

Foto: Stadt Messstetten/Volker Bitzer

Schroft erinnerte an Erwin Gomeringer, Schultes von 1946 bis 1978, der die Gründung der Sozialstation 1975 maßgeblich mit auf den Weg gebracht hatte.

Eine kommunale Sozialstation ist in Deutschland nicht der Normalfall, meist übernehmen Kirchen oder karitative Einrichtungen diese Aufgabe.

Kein kommunaler Träger ist so lange aktiv wie die Stadt Meßstetten

Im Zollernalbkreis gibt es nicht allzuviele gemeindlichen Träger und vor allem keinen, der diese Aufgabe, wie die Stadt Meßstetten, schon seit fünf Jahrzehten schultert. Darauf verwies Georg Link, Leiter des Sozial- und Rechtsdezernats am Landratsamt. Aktuell werden laut Link 12 000 Pflegebedürftige im Kreis von 34 ambulanten Pflegediensten versorgt. Die Meßstetter Sozialstation gehöre dazu und liefere einen hochgeschätzten Beitrag mit ihrer ausgeprägten häuslichen Pflege.

Georg Link

Foto: Stadt Messstetten/Volker Bitzer

Frank Schroft sprach von Geborgenheit zu Hause und einem unschätzbaren Wert, wenn alte Menschen nicht „entwurzelt“ werden müssten. Deshalb biete die Sozialstation zu Hause umfassende Dienstleistungen an: Begleitung, Betreuung, Pflege, Wundversorgung, Haushaltshilfe, Rollender Mittagstisch, 24-Stunden-Rufbereitschaft, Palliativpflege und sogar Sterbebegleitung in Kooperation mit der ökumenischen Hospizarbeit Großer Heuberg.

So galt Schrofts Dank all jenen, die in 50 Jahren an der Erfolgsgeschichte der Sozialstation mitgeschrieben hätten. Er nannte Johannes Ritter, der von 1980 zu seinem Ruhestand in 2018 Geschäftsführer war, die langjährige Leiterin Rose Pfersich, die 1995 auf Schwester Elisabeth Leute folgte, Gabriele Wagner und Andrea Ast von der Nachbarschaftshilfe sowie Alt-Bürgermeister Lothar Mennig, der gesamtverantwortlich von 1991 bis 2015 die Geschicke der Sozialstation lenkte.

Peter Reiser

Foto: Stadt Messstetten/Volker Bitzer

Heute besteht die Führungsebene aus Ingrid Klaiber als Pflegedienstleiterin der Sozialstation und ihrer Stellvertreterin Barbara Weber, Alexandra Sauter als Leiterin der Nachbarschaftshilfe, und ihrer Stellvertreterin Monja Mauch. Ihnen dankte Schroft ebenso wie Stadtkämmerer Daniel Bayer als Geschäftführer und Lisa Graf als Sachgebietsleiterin im Rathaus.

Harald Eppler

Foto: Stadt Messstetten/Volker Bitzer

In Grußworten dankten neben Georg Link auch Peter Reiser als Bürgermeisterstellvertreter von Nusplingen und namens der Gemeinde Obernheim sowie Altenhilfe-Vereins-Vorsitzender Harald Eppler für die Leistungen und Dienste der Meßstetter Sozialstation.

Nutzte seine Gitarre auch mal als Schlagzeug und entlockte ihr ungewohnte Klänge: Serhii Solonitsyn, Pädagoge der Jugendmusikschule Zollernalb, umrahmte die Feier musikalisch.

Foto: Stadt Messstetten/Volker Bitzer

Dass die Gesellschaft mit ihrem demografischen Wandel und die politischen Entscheidungsträger vor großen Herausforderungen stehen, zumal sich Demenz-Fälle in den nächsten 30 Jahren verdoppeln könnten, betonte Georg Link. Eine funktionierende Sozialstation in der eigenen Stadt zu wissen, sei beruhigend und gebe viel Mut, betonte Link. 

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.